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Chemieunterricht gesichert

LEONARDO-Schüler lernen Chemie und Studenten das Unterrichten
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07.05.2010

 

Es zischt, brodelt, qualmt und stinkt. Tina und Marie schauen angespannt auf das, was sich in dem kleinen Glasröhrchen vor ihnen tut. Ihre Aufgabe ist es, zu beobachten, wie sich Schwefel bei Hitzeeinwirkung verhält. Das gelbe Pulver schmilzt zunächst, verfärbt sich bräunlich, wird allmählich zähflüssiger und anschließend wieder flüssig. Warum das so ist, weiß Michele Hoffmann. Die Lehramtsstudentin von der Universität Jena unternimmt ihre ersten pädagogischen Gehversuche. "Die Kinder sind etwas wild, aber sehr offen", fasst sie die ersten Eindrücke zusammen. Nein, Lampenfieber habe sie nicht, so die Studentin mit entschlossener Stimme.

Seit dem letzten Semester haben sich die Studenten der Arbeitsgruppe Chemiedidaktik unter Leitung von Prof. Dr. Volker Woest von der Friedrich-Schiller-Universität auf diese Unterrichtseinheit vorbereitet.


Projektorientierter Unterricht

Vier Wochen lang gestalten sie nun im Block den Fachunterricht Chemie für die siebente Klasse an der Freien Ganztagsschule LEONARDO der AWO in Lobeda-Ost.  An vier Nachmittagen pro Woche werden die Schüler vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Erfahrungen in die Wissenschaft der Atome und Moleküle eingeführt. Dem Konzept der Schule entsprechend stehen in den projektorientierten Einheiten offene und handlungsorientierte Lernformen im Vordergrund, um den Lernenden individuelle Zugänge zu den verschiedenen Themen anzubieten.

Von der Kooperation profitieren Schule und Universität gleichermaßen. Im Schuljahr 2007/08 nahm die LEONARDO-Schule ihre Arbeit mit einer fünften Klasse auf. Durch den Eintritt der Schüler in die siebente Klassenstufe stellte sich 2010 erstmals die Frage nach Personal und Ausgestaltung des Chemieunterrichts. Durch das Projekt mit der Jenaer Universität kann nun die Vermittlung des gesamten Schulstoffs des Jahres gesichert werden. Die Studenten erhalten ihrerseits die Gelegenheit, unter didaktischer Leitung von Prof. Woest Erfahrungen in der Schulwirklichkeit zu sammeln und theoretisch Gelerntes aus dem Hörsaal in der Praxis zu erproben. Darüber hinaus sollen in der Weiterführung des Projekts die Ergebnisse und verwendeten Unterrichtsmittel zu einem didaktisch kommentierten Materialband zusammengefasst werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Volker Woest
Arbeitsgruppe Chemiedidaktik der Universität Jena
August-Bebel-Str. 6-8
07743 Jena
Tel.: 03641 / 948490
E-Mail:

 

Meldung vom: 2010-05-07 08:39
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