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Der Mehrwert von E-Learning-Standards

Fachtagung zum E-Learning in der beruflichen und akademischen Bildung an der Universität
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24.01.2006

Am 13. und 14. Januar 2006 fand auf dem Campus der Friedrich-Schiller-Universität zum 5. Mal der Expertenaustausch zwischen IT-Lernplattformerstellern, Webdidaktikern, Lerncontentautoren und Anwendern/Wissensmanagern bzw. Bildungsorganisatoren aus dem Bereich der Erwachsenenbildung statt. Die Bündelung der Interessen der vertretenen Expertengruppen und die Bearbeitung von Schnittstellen zwischen ihren Kompetenzbereichen gelang in den Workshops, die sich traditionell an eine hochkarätige Plenarveranstaltung anschlossen.

Die Herausforderung aber auch der Mehrwert von E-Learning-Standards war eines der zentralen Themen der Plenumsvorträge und eines der Workshops.


Flexibles Kursdrehbuch schreiben

Prof. Dr. Michael Klebl, seit wenigen Tagen Professor an der Fernuniversität Hagen, gilt als der Importeur“ von IMS Learning Design (LD) in Deutschland. LD spezifiziert, wie ein Kursdrehbuch so zu schreiben ist, dass es zwischen Lernplattformen austauschbar ist. Kursautoren können mit der LD-Sprache flexibel die Rollen Lehrende und Lernende in bestimmten Lernsituationen unter Nutzung der Lernmaterialien und Werkzeuge der Lernumgebung festlegen.

Prof. Dr. Norbert Meder von der Universität Duisburg-Essen, bekannt durch seine Webdidaktik (das gleichnamige Buch ist soeben im Buchhandel erschienen) stellte seine didaktischen IMS LD-kompatiblen Konzepte wieder verwendbarer mikro- und makrodidaktischer Muster vor.

Noch lassen sich in wenige Internet-Lernplattformen LD-Kurse integrieren. Die nahe Zukunft gehört jedoch LD-fähigen Plattformversionen. Anwender ähnlich komplexer Standards wie IMS LD kennen die Probleme erster Implementierungen. Beispielsweise ist SCORM (die auch bei Bildungsträgern bekannte Standardisierung) tatsächlich noch keine Garantie der Übertragbarkeit auf beliebige SCORM-fähige Plattformen. Jens Schwendel, Geschäftsführer des Bildungsportals Sachsen, untersuchte SCORM und konnte lediglich die Kompatibilität des Content Packaging, eines einzigen Bestandteils von SCORM bestätigen. Auch der für den Austausch von Übungen und Tests verbreitete Standard QTI aller getesteten Plattformen ist nicht identisch, an einen problemlosen Austausch von Übungen zwischen Plattformen ist im Moment somit noch nicht zu denken. Hier ist noch wesentliche Konsolidierungsarbeit nötig. Das betrifft auch Autorenwerkzeuge, durch die plattformübergreifend kompatible Lerncontents geschaffen werden können.


Netzwerk neuer Interessenten in Jena geknüpft

Ein Grundstein des Erfolges der 5. Jenaer E-Learning-Tagung lag bereits im breiten Spektrum der Organisatoren: die Unternehmensberatung interculture.de mit starker E-Learning-Ausrichtung, das Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena, metacoon-services Weimar als Plattformersteller, das Bundesinstituts für Berufbildung Bonn und GEBIFO Berlin (Gesellschaft zur Förderung von Bildungsforschung und Qualifizierung). Damit war es möglich, ein großes Netzwerk an neuen Interessenten, erfahrenen Anwendern und Erstellern von Bildungsangeboten und Plattformen für E-Learning an einen Tisch zu bringen: öffentliche und private Bildungträger, Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern, deren Bildungseinrichtungen, E-Learning-Autoren und -anwender des akademischen Bereichs. In diesem Kreis konnten Möglichkeiten aufgezeigt und Kooperationen angebahnt werden, die durch die Wiederverwendung von E-Contents und Plattformen erheblich zur Kostenreduzierung im Bereich E-Learning beitragen können. Bei Lernprogrammen ging es dabei hauptsächlich um Bausteine, die übergreifend in verschiedene Berufsfelder eingehen (u. a. das umfangreiche Kursangebot der ihk-lernen Bayreuth), fachübergreifende Vermittlung von Schlüsselqualifikationen (Lernangebote zur interkulturellen Aus- und Weiterbildung von interculture.de und dem Hochschulnetzwerk Interkulturelles Lernen) und programmatische Verknüpfungen zur Vorbereitung von Azubis und Studenten auf Auslandspraktika (insbes. des LEONARDO-Büros Thüringen stellvertretend für Büros mehrerer Bundesländer).

Verstärkt Ressourcen sparend kann und muss gearbeitet werden, indem das unerschöpfliche Potenzial weitgehend kostenfreier opensource-Produkte in Bildungssphären integriert wird. Kompetente Beratung und Orientierung in diesem sich in der Konsolidierung befindliche Markt bietet CampusSource mit Sitz an der distanzlernerfahrenen Fernuniversität Hagen. Maßgeschneiderte Angebote dazu macht CampusSource jedem Interessenten aus den unterschiedlichsten Bildungsinstitutionen, verspricht Geschäftsführer Manfred Postel.

interculture.de steht ab sofort für die Kontaktvermittlung zu allen Tagungsteilnehmern und -aktiven zur Verfügung. Zum Abrufen der Dokumente und Kontaktinformationen könne sich alle Interessenten unter www.interculture.de anmelden.

Meldung vom: 2006-01-24 08:21
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