Ältere deutsche Literatur
Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Jens Haustein
Mitarbeiter: Dr. Wolfgang Beck
Dr. Cordula Kropik
Irina Merten
Dr. Antje Willing
Lehrstuhlprofil:
In der Lehre wird die Geschichte der deutschen Literatur von ihren Anfängen im 8. Jahrhundert bis zum Ende der Reformationszeit (16. Jahrhundert) vertreten. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Literatur um 1200, die sogenannte klassische Epoche, mit den Werken Gottfrieds von Straßburg, Wolframs von Eschenbach und Hartmanns von Aue. Daneben steht die Lyrik des 13. Jahrhunderts, von Walther von der Vogelweide bis Frauenlob, im Vordergrund.
Forschungsprojekte:
Laufende Projekte:
- Liederbuch der Clara Hätzlerin (Neuedition) [Prof. Dr. Jens Haustein, zusammen mit Prof. Dr. Hans-Joachim Solms]
Das sog. Liederbuch der Clara Hätzlerin tradiert eine der bedeutendsten und umfangreichsten Textsammlungen des Spätmittelalters mit Liebesdichtung, in der sich sowohl weltliche Liebeslieder als auch Minnereden finden. Neben anonymen Autoren sind auch bekannte Namen wie Konrad von Würzburg, Oswald von Wolkenstein oder Hermann von Sachsenheim vertreten. Diese Abschrift einer vorausliegenden Textsammlung wurde durch die Hätzlerin in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts für Mitglieder des Augsburger Stadtpatriziats gefertigt. Von dieser Textsammlung wird angenommen, dass sie jenen Rezeptionstypus von Liebeslyrik repräsentiert, der zwischen dem Minnesang des 12. und 13. Jahrhunderts und den Liederbüchern des 15. und 16. Jahrhunderts dominiert; eine reiche Überlieferung verweist auf die enorme literarhistorische Bedeutung dieses Materialkorpus weit über den oberdeutschen Raum hinaus. Die von Carl Haltaus 1840 angefertigte Edition des Liederbuches berücksichtigte nur partiell die weitere Überlieferung der Texte und genügt deshalb nicht den heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen. In der Forschung ist daher wiederholt eine Neuedition gefordert worden. Ziel des Projektes ist die Erstellung dieser Neuedition unter vollständiger Nutzung aller bekannten Überlieferung.
- Johannes Rothes 'Die geistliche Brustspange' [Prof. Dr. Jens Haustein]
- Kritische Ausgabe des Grimm-Briefwechsels: Der Briefwechsel der Grimms mit Friedrich Zarncke [Prof. Dr. Jens Haustein]
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Kommentar zum Briefwechsel der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm miteinander [Prof. Dr. Jens Haustein, zusammen mit Prof. Dr. Uwe Mewes]
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Briefwechsel zwischen Jacob Grimm und Friedrich David Gräter (Edition) [PD Dr. Wolfgang Beck]
- Erzählform und Weltsicht. Umrisse einer kulturwissenschaftlichen Poetologie des höfischen Romans [Dr. Cordula Kropik]
Dichtung bildet 'Wirklichkeit' nicht ab, sondern sie bildet sie nach. Sie erzeugt ein Bild von der Welt, das der Erfahrung der 'wirklichen' Welt in bestimmten Vorstellungen davon gleicht, wie 'Welt' zusammenhängt und funktioniert. In ihrer Eigenschaft als eine Realisationsform jener 'Ordnung des Imaginären', die auch die Wirklichkeit strukturiert, hat sie in jüngerer Zeit vermehrt das Interesse der historischen Kulturwissenschaften gefunden. Dabei wurde immer wieder die Frage nach dem Verhältnis von DIchtung und Wirklichkeit gestellt, bei der auch meine Untersuchung ansetzt. Ihr Interesse gilt dabei weniger der literarischen Repräsentation spezifischer Mentalitäten, kultureller Muster o.ä., als vielmehr der Art und Weise, wie Dichtung die Welt als Ganze entwirft. Sie erörtert, welche Strukturprinzipien die Welt der Dichtung überhaupt zu einem Äquivalent der 'wirklichen' Welt formen, vor allem aber, wodurch sie sich als typisch dichterisch auszeichnen. Der Blick auf den höfischen Roman ergibt sich in diesem Zusammenhang nahezu von selbst: Es gibt wohl keine andere Gattung des Mittelalters, die die Artifizialität der von ihr geschaffenen Welten derart ostentativ herausstellt und die gleichwohl - oder gerade dadurch - so dezidiert auf die 'wirkliche' Welt verweist. Dass sie im Laufe ihrer Entwicklung vom Hoch- zum Spätmittelalter immer wieder neue, sich aufeinander beziehende und aufeinander antwortende Weltentwürfe entwickelt, lässt zudem darauf schließen, dass sie sich aktiv mit zeitgenössischen Vorstellungen über den Lauf der Welt und dem Problem ihrer literarischen Darstellung auseinandersetzt. Aus dem Versuch, diese Auseinandersetzung unter verschiedenen Perspektiven systematisch zu beschreiben, ergeben sich die Umrisse einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Poetologie des höfischen Romans.
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Das Jeaner Martyrologium und die Unterweisung zur Vollkommenheit (Edition) [Irina Merten]
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Dokumentierende Rekonstruktion der Bibliothek des Nürnberger Katharinenklosters [Dr. Antje Willing, zusammen mit Prof. Dr. Hartmut Kugler]
Die Bibliothek des ehemaligen Nürnberger Dominikanerinnenklosters St. Katharina ist mit ca. 500 - 600 Codices, von denen rund die Hälfte heute noch erhalten ist, die umfangreichste und am besten erhaltene spätmittelalterliche Laienbibliothek, aus der sich zudem fast alle mittelalterlichen Bücherverzeichnisse erhalten haben (Bibliothekskatalog, Tischlesungskataloge, Inventar privater Bücher). Im Projekt sollen die überlieferten mittelalterlichen Bücherverzeichnisse des Klosters in Konkordanz zu den modernen Handschriftenerschließungen entsprechend ihrer mittelalterlichen Systematik rekonstruiert und dokumentiert werden. In digitaler und gedruckter Form wird mit der Dokumentation des mittelalterlichen Buchbestandes und Lektüreplans erstmals ein geschlossener Quellenfundus vollständig zur Verfügung gestellt, der es ermöglichen wird, literarhistorische und bibliotheksgeschichtliche ebenso wir kirchen-, liturgieund kulturgeschichtliche Forschungsfragen auf breiter Basis zu untersuchen.
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Die frühen Runeninschriften [PD Dr. Wolfgang Beck, zusammen mit Dr. Roland Schuhmann]
Abgeschlossene Projekte: