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ECTS im Überblick


Was ist ECTS?
ECTS, das European Credit Transfer and Accumulation System, wurde von der Europäischen Kommission entwickelt. Es ist ein europaweites Leistungspunktesystem, das ein formales Instrument zur Gliederung, Berechnung und Bescheinigung des Studienaufwands darstellt. Ziel des ECTS ist eine erleichterte und vereinheitlichte Anerkennung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen zwischen verschiedenen (europäischen) Universitäten. Bei ECTS können Lernleistungen in Form von Noten und Anrechnungspunkten (auch "Credits" oder Leistungspunkte genannt) bewertet, verglichen und von einer Universität zu einer anderen übertragen werden.

ECTS ist ein dezentrales System, das auf gegenseitigem Vertrauen der teilnehmenden Hochschulen basiert. Dazu zählen:

  • Information (über das Programm der Lehrveranstaltungen)
  • Einverständnis (bekräftigt durch das Studienabkommen/Learning Agreement zwischen der Heimat- und der Gastuniversität) und
  • Transfer der Anrechnungspunkte (als Maßstab für das Arbeitspensum).

Das Leistungspunktesystem ist ebenso die Voraussetzung für die Akkreditierung neuer Studiengänge und ist immer mit der Modularisierung des Curriculums verbunden.

 

Wie funktioniert ECTS?
Das ECTS-Leistungspunktesystem basiert auf der studentischen Arbeitsleistung. Diese umfasst den gesamten studentischen Arbeitsaufwand, der zum Bestehen einer Prüfung notwendig ist, d.h. ECTS-Credits werden nur für erbrachte Leistungen vergeben. Der Arbeitsaufwand für ein akademisches Jahr beträgt ECTS zufolge 60 Credits. Dementsprechend müssen Studierende normalerweise in einem Semester 30 Credits nachweisen. Der gesamte studentische Arbeitsaufwand, der den Erwerb von Credits rechtfertig, umfasst:

  • Regelmäßige Präsenz und Teilnahme an den Lehrveranstaltungen
  • Selbststudium (Vor- und Nachbereitung einer Veranstaltung)
  • Aktive Mitarbeit in der Lehrveranstaltung
  • Erfüllen von Leistungsanforderungen in der Lehrveranstaltung (z.B. Mitschriften, Protokolle)
  • Eine Form der Leistungsüberprüfung (z.B. Referat, Test, Hausarbeit)

Wichtig ist, dass für das ECTS-Programm keine Sonderveranstaltungen entwickelt werden. Es soll sich bei allen ECTS-Lehrveranstaltungen um reguläre Lehrveranstaltungen der Hochschule handeln, an denen auch reguläre Studierende unter normalen Umständen teilnehmen. Praktika und Wahlfächer, die Bestandteile eines Studiums sind, erhalten ebenfalls Credits, nicht jedoch solche, die keine Bestandteile des Studiums sind. Lehrveranstaltungen, denen keine Credits zugeordnet sind, können aber in die Dokumentation der Studienleistungen mit aufgenommen werden.

 

Schlüsseldokumente
Innerhalb des ECTS wurden eine Reihe von Instrumenten entwickelt, die auch den Austauschstudierenden eine möglichst problemlose Anerkennung und Akkumulation der erbrachten Studienleistungen ermöglichen soll. Die praktische Umsetzung von ECTS wird durch drei wichtige Schlüsseldokumente geregelt:

  • ein Informationspaket (allgemeiner Studienführer, ECTS-Informationen, Kurskatalog, Modulkatalog)
  • ein Studienvertrag (Learning Agreement) zwischen Studierenden, Heimathochschule und Gasthochschule
  • eine Datenabschrift (Transcript of Records) zum Ausweisen der absolvierten Lehrveranstaltungen

Informationspaket
Der Studienführer bietet eine erste Orientierung, denn er enthält allgemeine Informationen zur Universität, zum Studium und gibt praktische Hinweise zum Leben in Jena bzw. in Deutschland. Er steht als Download auf den Internetseiten des Internationalen Büros in deutsch und englisch bereit.

Informationen zum Studienangebot und Studium an der FSU Jena sind online im elektronischen Vorlesungsverzeichnis "Friedolin" und in den Modulkatalogen der Institute verfügbar. Hier finden Studierende eine Beschreibung der Kursziele, benötigte Vorkenntnisse, Leistungsanforderungen und - soweit vorhanden - Informationen über die Vergabe von Credits, die in den jeweiligen Kursen erzielt werden können. Vor allem die ECTS-Seiten des Internationalen Büros enthalten Informationen zur Vergabe von Credits.

Studienvertrag/Learning Agreement
Der Studienvertrag ("Learning Agreement") wird zwischen der Heimatuniversität und der Gasthochschule sowie dem Studierenden vereinbart. Er dokumentiert das im Ausland zu absolvierende Studienprogramm und stellt die Anerkennung der erforderlichen Studienleistungen in den einzelnen Lehrveranstaltungen der Gastuniversität an der Heimatuniversität sicher. Aus diesem Grund ist eine genaue Absprache des Studienvertrags die wichtigste Voraussetzung für die spätere Anerkennung der erbrachten Studienleistungen.

Studierende wählen die gewünschten Lehrveranstaltungen anhand des elektronischen Vorlesungsverzeichnisses "Friedolin" aus und stimmen diese mit dem Koordinator des jeweiligen Institutes oder Fachbereichs ab. Diese Vereinbarung wird vom Studierenden, den Fachkoordinatoren der Gast- und Heimatuniversität und den Internationalen Büros beider Universitäten unterzeichnet. Falls notwendig, können die im Studienvertrag vereinbarten Lehrveranstaltungen später in einem neuen Vertrag bzw. einer Vertragsergänzung geändert oder angepasst werden.

Datenabschrift/ Transcript of Records
Die Anerkennung der erbrachten akademischen Leistungen wird durch eine Erstellung einer Datenabschrift ("Transcripts of Records") vereinfacht. Nach Abschluss des Semesters werden in dieser Datenabschrift alle erfolgreich absolvierten Module bzw. Lehrveranstaltungen mit Note entsprechend des lokalen Bewertungssystems, erworbenen ECTS-Credits und ECTS-Noten (Grades) aufgeführt.

Die Erstellung des Transcripts of Records erfolgt nicht automatisch und nicht über Friedolin. An der FSU Jena sind die Registrierung der Kurse bei Onleila und die Vorlage der Leistungsnachweise (Kurskarte) im Internationalen Büro die Voraussetzung, um ein Transcript of Records zu erhalten. Das Transcript of Records wird vom Internationalen Büro erstellt. Bei Rückkehr an die Heimatuniversität wird das Transcript of Records dem verantwortlichen ECTS-Koordinator bzw. Prüfungsamt vorgelegt, damit die Anerkennung der Studienleistungen erfolgen kann.

Bitte beachten Sie: An der FSU Jena müssen ALLE Gaststudierenden, die ein oder zwei Semester hier studieren und keinen Abschluss anstreben, ihre Kurse bei Onleila registrieren. Mit der Registrierung werden alle Dokumente erstellt, die für die Anerkennung der in Jena erbrachten Studienleistungen an der Heimatuniversität wichtig sind. Das sind das Learning Agreement und das Transcript of Records. Darüber hinaus erhält der Studierende mit dieser Registrierung eine Kurskarte, auf der Leistungen eingetragen werden und die die Grundlage für das Transcript of Records ist.

 

Leistungsbewertung nach ECTS und Vergabe von Credits
Es obliegt den Fakultäten, verschiedenen Lehrveranstaltungen (Modulen, Modulteilen und einzelnen Lehrveranstaltungen) eine entsprechende Zahl von Credits zuzuordnen. Aus den Modulkatalogen/Lehrveranstaltungsangeboten muss ersichtlich sein, welche Leistungsanforderungen vorliegen und wie sie bewertet werden. Lernanforderungen und Credit-Werte müssen für gesamte Module und auch Modulteile ausgewiesen sein, da ausländische Studierende sowohl ganze Module als auch nur Modulteile besuchen können. Das Leistungspunktesystem sollte nicht von der üblichen Credit-Vergabe abweichen, transparent und öffentlich zugänglich sein. Interne Regelungen müssen für jeden nachvollziehbar sein und dem Internationalen Büro mitgeteilt werden.

Für alle erfolgreich erbrachten studentischen Leistungen werden Credits vergeben. Für die Anzahl der Credits pro Lehrveranstaltung ist der durchschnittliche Arbeitsaufwand eines Studierenden (student work load) ausschlaggebend. Dieser Arbeitsaufwand wird in Zeitstunden gemessen und setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

  • Präsenzzeit in der Lehrveranstaltung (Semesterwochenstunden)
  • Selbststudium (z.B. Vor- und Nachbereitung einer Veranstaltung, Prüfungsvorbereitung, Literaturstudium)
  • Kontaktstudium
  • Prüfungsvorbereitung und Prüfungszeit

Pro Jahr beträgt der studentische Arbeitsaufwand ca. 1800 Stunden, für die 60 ECTS vergeben werden. In einem Semester sind es 30 ECTS-Credits. Folglich entspricht 1 ECTS-Credit einem Arbeitsaufwand von ca. 30 Stunden. Je nach Höhe des Arbeitsaufwandes ergibt sich die Anzahl der ECTS-Punkte der Lehrveranstaltungen.

2 SWS = 30 Kontaktstunden = 30 Arbeitsstunden = 1 ECTS-Credit

Wenn also ein Seminar mit 5 ECTS-Credits berechnet wird, entspricht dies einem Gesamtarbeitsaufwand von 150 Arbeitsstunden, den der Studierende für dieses Seminar zu erbringen hat.

Diese Berechnungsgrundlage zeigt an, wie hoch der studentische Arbeitsaufwand für den Erwerb von Credits sein muss. Tatsächlich werden Credits aber nur vergeben, wenn eine studentische Leistung erfolgreich erbracht wurde. Neben den oben genannten Faktoren müssen auch diese Voraussetzungen für den Credit-Erwerb erfüllt sein:

  • Aktive Mitarbeit in der Lehrveranstaltung
  • Erfüllen von Leistungsanforderungen in der Lehrveranstaltung (z.B. Mitschriften, Protokolle)
  • Eine Form der Leistungsüberprüfung (z.B. Referat, Test, Hausarbeit)

Die Bewertung der Studienleistung nach ECTS setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Note (nach lokaler Bewertungsskala)
  • ECTS-Credits (auch Leistungspunkte genannt)
  • ECTS-Note (Grade)

Note anhand lokaler Bewertungsskala
Die Leistungen der Studierenden werden nach lokalen Bewertungsstandards anhand der deutschen Notenskala dokumentiert. Die Vergabe von Noten erfolgt bei Leistungsnachweisen, wie z.B. Klausur, Hausarbeit etc. Diese Leistungsanforderungen werden von allen Fakultäten, Instituten bzw. Fachbereichen selbständig festgelegt. Die vergebenen Noten stehen nicht in direktem Zusammenhang mit der Vergabe der Credits. Der Benotung der Leistungen an der FSU Jena liegt folgende Skala zu Grunde:

Deutsche Note 

 verbale Definition

 1.0 bis 1.5  sehr gut
 1.6 bis 2.5  gut
 2.6 bis 3.5  befriedigend
 3.6 bis 4.0  ausreichend
 4.1 bis 5.0  nicht bestanden

ECTS-Credits
ECTS-Credits sind keine Noten, sondern eine Art Umrechnungssystem, das Arbeitszeit in Credits umwandelt. Credits werden von den jeweiligen Fakultäten, Instituten oder Fachbereichen festgelegt und sind in Modulkatalogen, auf den ECTS-Seiten des Internationalen Büros oder - soweit vorhanden - im elektronischen Vorlesungsverzeichnis "Friedolin" einzusehen.

Nur in Ausnahmefällen können Einzelabsprachen bzgl. der Credit-Vergabe getroffen werden. Allerdings gilt dies nur bei über- oder unterdurchschnittlichem Arbeitsaufwand, der nachgewiesen und begründet sein muss.

Für reine Anwesenheit bzw. Teilnahme an Lehrveranstaltungen sowie für nicht bestandene Prüfungen werden keine Credits vergeben.

ECTS-Note (Grade)
Die lokale Note wird durch die ECTS-Note (Grade) ergänzt. ECTS-Grades ersetzen nicht das deutsche Notensystem, sondern dienen als "Übersetzungshilfe". Um die Umrechnung von im Ausland erbrachten Noten zu vereinfachen, wurde die ECTS-Notenskala entworfen.

Im Fall des Transfers von Credits ist eine Ergänzung der deutschen Note um die ECTS-Note unverzichtbar, da sie Aufschluss über das relative Abschneiden Studierender bietet. Die ECTS-Noten haben die Aufgabe, die Arbeitsleistung des einzelnen Studierenden mit den Leistungen der Kommilitonen zu vergleichen. Daher sind statistische Daten über die Leistungen der Studierenden Voraussetzung für die Anwendung des ECTS-Bewertungssystems. Eine Bewertungsskala gliedert demzufolge den Studierenden nach statistischen Gesichtspunkten, und setzt sich wie folgt zusammen:

Ausgehend von 100% der Kursteilnehmer erhält ein Studierender Grade A, wenn die Leistungen innerhalb der besten 10 % der Gruppe lagen. Grade B wird vergeben, wenn die Studienleistungen innerhalb der darauffolgenden (nächsten) 25 % lagen. Äquivalent dazu ergibt sich daraus folgende ECTS-Grade Skala:

ECTS-Note 

 Leistungen des Studierenden gehören zu den

 A

 besten 10%

 B

 nächsten 25 %

 C

 nächsten 30%

 D

 nächsten 25 %

 E

 nächsten 10 %

 F

 nicht bestanden, Verbesserungen erforderlich bevor die Leistungen anerkannt werden können

 FX

 nicht bestanden, erhebliche Verbesserungen erforderlich

Die Angabe der Misserfolgsquoten (FX oder F) in der Datenabschrift ist nicht obligatorisch.

Die Vergleichsgruppe ist idealerweise nicht die direkte Kohorte des Studierenden, d.h. die des aktuellen Semesters, sondern möglichst von allen Teilnehmern des Kurses über mehrere Semester hinweg statistisch erfasst. Im Idealfall sollen standardisierte Kurse vorliegen und von den Lehrenden Statistiken über Studienleistungen entsprechend dem ECTS-Noten geführt werden.

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