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Ehrenpromotion von Professor Gerhard Hard am 16. Juli 2007


Kritischer Lotse durch die Geographie wird ausgezeichnet
 
Es war das Standardwerk für alle, die Geographie studieren wollten: das "Lotsenbuch für das Studium der Geographie", das Gerhard Hard und Dietrich Bartels erstmals 1974 veröffentlicht haben. Doch dieser Lotse durch ein damals neu gedachtes und strukturiertes Fach war zugleich Anfang einer heftigen Auseinandersetzung mit überkommenen Strukturen und Gedanken zum Fach. Einer der "Revolutionäre" gegen das Überkommene, gegen eingefahrene und abgestandene Argumente war Prof. Dr. Gerhard Hard, der erst 1971 zum Professor der Geographie und ihre Didaktik an die PH Rheinland berufen worden war. Mit seinen Werken, darunter über 20 Bücher, hat er die Geographie der vergangenen 40 Jahre maßgeblich beeinflusst - weit über die Fachgrenzen hinaus, und dabei immer wieder im heftigen Widerspruch mit Kollegen und zahlreichen anderen Personen.

Dieser kritische Wissenschaftler und "erbarmungslose Diagnostiker", wie ihn ein Kollege nennt, wird am 16. Juli mit der Ehrendoktorwürde der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena ausgezeichnet. Der 73-Jährige wird geehrt für "die hervorragenden Verdienste um die Reform geographischer Forschungsprogramme und die Wegbereitung neuer Forschungs- und Lehrperspektiven der Geographie und ihrer Didaktik". Er ist der Vordenker einer modernen Struktur des Fachgebiets, wie es am Institut für Geographie der Universität Jena umgesetzt ist. Der emeritierte Ordinarius für Physische Geographie der Universität Osnabrück, wo Hard von 1977-99 tätig war, hält im Rahmen des Festaktes einen Vortrag über "Anknüpfungen". Die öffentliche Veranstaltung beginnt um18.15 Uhr in der Aula des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1).

Dabei ist eine brillante Rede zu erwarten, denn Hard habe ein feines Gespür für sprachliche Gestaltung und literarisches Flair, versichern Kenner - wobei ihm bestimmt die zwei Jahre als Wissenschaftlicher Assistent bei den germanistischen Sprachwissenschaftlern der Uni Bonn geholfen haben. So ist es wenig verwunderlich, dass "der letzte wirkliche Allrounder des Faches", wie ihn seine Jenaer Kollegen Prof. Dr. Benno Werlen und Prof. Dr. Tilman Rhode-Jüchtern nennen, auch weit jenseits der Geographie rezipiert wird: bis hin zur Kriminologie, da Hard ein Buch dem "Selbstmord und Wetter - Selbstmord und Gesellschaft" gewidmet hat. Doch vor allem im Fach - mit allen seinen Facetten - gehört der gebürtige Saarländer, der 1962 mit einer vegetationsgeographischen Arbeit promoviert wurde und sich 1969 über "Die ,Landschaft' der Sprache und die ,Landschaft' der Geographen" habilitierte, zu den einflussreichsten Wissenschaftlern. "Wir freuen uns, dass Herr Hard die Ehrendoktorwürde angenommen hat", sagt Prof. Dr. Peter Sedlacek, "und sind uns sicher, dass es ein anregender und sicher auch kritisch-vergnüglicher Abend wird" - zu dem der Dekan der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät alle Interessierten einlädt.

(Pressemitteilung, Axel Burchardt, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 12.07.2007, http://idw-online.de/pages/en/news218482)
 
Fotos:Scheere/FSU-Fotozentrum

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