Internationale Weiterbildung für Germanisten an der Jenaer Uni
Der deutsche Sommer sei nur ein grün angestrichener Winter, hat Heinrich Heine gesagt. Einige Tage im Juli scheinen wie dafür gemacht, das Dichterwort nicht in Vergessenheit geraten zu lassen - auch in Jena. Ana Mandziarz gefällt es trotzdem in Heines Land. Die 24-jährige Deutschstudentin aus Polen ist zum 61. Internationalen Sommerkurs des Instituts für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremdsprache an die Friedrich-Schiller-Universität gekommen.
Zusammen mit 49 anderen Teilnehmern aus 24 Ländern hat sie sich für die dreiwöchige sprach- und landeskundliche Weiterbildung vom 7. - 27. Juli eingeschrieben, den die Jenaer jedes Jahr in der Sommerpause anbieten. „Vom schlechten Wetter bekommen wir gar nicht viel mit, weil wir von morgens bis abends beschäftigt sind", meint Ana, die nach ihrem Studium Deutschlehrerin werden will. Der diesjährige Kurs steht unter dem Motto „Deutsch im europäischen Kontext - Sprache, Kultur, Medien, Politik". „Unser Ziel ist es, das Deutschland von heute für ausländische Sprach- und Kulturmittler erfahrbar zu machen. Dabei wollen wir gemeinsame Wege zum Verstehen des Fremden und zum interkulturellen Lernen finden", sagt der Leiter des Sommerkurses, Dr. Werner Biechele vom Institut für Auslandsgermanistik. Neben morgendlichem Sprachunterricht stehen deshalb Vorträge zur aktuellen politischen und kulturellen Situation Deutschlands, Schriftstellerlesungen sowie eine Reihe von Exkursionen auf dem Programm. Die Ausflüge in die Region gefallen Ana Mandziarz und ihrer ungarischen Bekannten Timea Hotoran besonders gut - „auch deswegen, weil die Exkursionen nichts extra kosten", freut sich Timea, die in Szeged Deutsch, Ungarisch und Theologie studiert. Angetan sind sie ebenfalls von der Jenaer Bibliothek, wo sie Literatur für ihr Studium gefunden haben, und vom Einsatz neuer Medien in den Sprachkursen.
Ein Highlight des Kurses ist der Liedermacherabend. Auslandsgermanistin Andrea Arnold stellt Lieder von Gerhard Schöne, Reinhard Mey und Herman van Veen vor und singt einige davon selber zur Gitarre. „Musik und Sprache gehören für mich zusammen. Durch Musik und Lieder kann man sehr viel über eine Kultur erfahren", erklärt Arnold, die über die Musik das Gespür der Kursteilnehmer für die Schönheit der deutschen Sprache schärft - und vom grauen Wetter ablenkt. GH |
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