Forschung am Institut für Pharmazie
Der
Lehrstuhl Pharmazeutische/Medizinische Chemie (
Prof. Dr. Jochen Lehrmann) befasst sich mit dem Design, der Synthese,der Biotransformation und der pharmakologischen Evaluierung neuer hochaffiner Liganden an Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren, d.h. mit potentiellen Psychopharmaka. Hinzu kommt die Entwicklung, Charakterisierung und pharmakologische Evaluierung neuer molekularer Quellen für den endogenen Modulator Stickstoffmonoxid (NO-Donoren).
Die
Professur für Pharmazeutische Analytik (
Prof. Dr. Gerhard Scriba) entwickelt hochspezialisierte, moderne analytische Trennverfahren, insbesondere auf dem Gebiet der Reinheitsuntersuchungen von Arzneistoffen, der stereoselektiven Kapillarelektrophorese, der Bestimmung von Arzneistoffen in Körperflssigkeiten und der Charakterisierung von Arzneistoff-Komplexen.
Am
Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie (
Prof. Dr. Thomas Winckler) wird der Modellorganismus Dictyostelium discoideum verwendet, um Strategien zur Verbesserung der Integrationsspezifität retroviraler Gentherapie-Vektoren zu suchen. Außerdem wird mit zellbiologischen Screening-Systemen nach neuen chemisch-synthetischen und natürlichen Wirkstoffen im Bereich Demenz geforscht. Forschungsgebiete der Arbeitsgruppe von
Prof. Dr. Dirk Hoffmeister sind die Isolierung, Strukturaufklärung und die Aufklärung von Biosynthesewegen von Sekundärmetaboliten filamentöser Pilze.
Der
Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie befasst sich mit der Entwicklung, Charakterisierung und biopharmazeutischen Erprobung nanopartikulärer Arzneistoffapplikationssysteme. Der Schwerpunkt liegt dabei im BereichLiposomen (
Prof. Dr. Alfred Fahr) und Polymernanopartikel (
Prof. Dr. Dagmar Fischer), es werden jedoch auch verwandte Systeme wie z.B. Wirkstoffdispersionen bearbeitet. Es besonderes Interesse besteht ander Verarbeitung schwer wasserlöslicher Substanzen sowiebiomakromolekularer Wirkstoffe, insbesondere von Nukleinsäuren. Nebenumfassenden Untersuchungen zur Herstellung und den physikalisch-chemischen Eigenschaften der Systeme werden Studien zur Interaktion der nanopartikulären Arzneiformen mit verschiedenen Zelltypen und biologischen Barrieren (v.a. Haut, Blut-Hirn-Schranke) durchgeführt.
Über das Genannte hinausgehend haben sich alleWissenschaftler des Institutes für Pharmazie in Jena verständigt,gemeinsam ein langfristig angelegtes Forschungsziel zu verfolgen. Mit dem Schwerpunkt „Molekulare Interaktionen und Wirkstoffentwicklung zur Therapie von Demenzerkrankungen“ kann die Pharmazie die Seneszenzforschung am
Fritz-Lipmann-Institut wirkstofforientiert erweitern. Bei der Wirkstoffentwicklung im Rahmen dieses Projektes werden interdisziplinär die Stationen Strukturdesign,Synthese, Naturstoffisolierung, Target-Identifizierung, In-vitro- und In-vivo-Assaying (unter Einbeziehung der Pharmakologie), Expressionsprofiling, Analytik (auch von Neurotoxinen in biologischen Proben), Biotransformation, Entwicklung von Carriersystemen und Prüfung der ZNS-Gängigkeit weiter ausgebaut.