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Kombinationstherapie kann Leukämie heilen

Krebspatienten leben jahrelang beschwerdefrei ohne Medikamente, hat Medizinerteam ermittelt
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03.06.2015
Prof. Hochhaus hat beobachtet, dass viele Leukämie-Patienten krankheitsfrei blieben, obwohl sie Imatinib absetzen mussten und weiter ausschließlich Interferon erhielten. Foto: UKJ Prof. Hochhaus hat beobachtet, dass viele Leukämie-Patienten krankheitsfrei blieben, obwohl sie Imatinib absetzen mussten und weiter ausschließlich Interferon erhielten.
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Ein neuer Behandlungsansatz bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) erlaubt vielen Betroffenen, ihre Medikamente dauerhaft abzusetzen. Das berichten Krebsforscher aus Marburg, Mannheim und Jena in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift "Leukemia".

"Leukämie betrifft in Deutschland eine zunehmende Zahl von Menschen", erklärt Mitverfasser Prof. Dr. Andreas Neubauer von der Universität Marburg. Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist eine Störung der Blutbildung, bei der sich weiße Blutkörperchen unkontrolliert vermehren. Die Krankheit verläuft tödlich, wenn sie nicht behandelt wird.


Bisher bleiben immer einige Leukämiezellen übrig

Das Arzneimittel Imatinib ist das Standardpräparat gegen chronische myeloische Leukämie. Es hemmt die Aktivität des krebsauslösenden Gens BCR-ABL, woraufhin die Krebszellen ein Zelltodprogramm anschalten, so dass sie absterben. Das bewirkt eine deutliche Verbesserung der Therapieergebnisse bei dieser Unterform der Leukämie. "Die Gefahr bei Imatinib besteht allerdings darin, dass trotz der Behandlung immer einige Leukämiezellen übrigbleiben, weil sie gegen das Medikament resistent sind oder im Verlauf der Behandlung eine Resistenz entwickeln", führt der Marburger Onkologe Prof. Dr. Andreas Burchert aus, Erstautor der Publikation.

Um das zu vermeiden, erprobten die Forscher in der aktuellen Studie eine neue Therapie, bei der sie neben Imatinib auch das körpereigene Hormon Interferon einsetzten. "Interferon aktiviert das Immunsystem und kontrolliert dadurch Leukämiezellen, die gegen Imatinib resistent sind", erläutert der Jenaer Studienkoordinator Prof. Dr. Andreas Hochhaus.

Das Team behandelte 20 Patientinnen und Patienten mit Imatinib in Kombination mit Interferon.  Burchert und Hochhaus beobachteten, dass viele Patienten krankheitsfrei blieben, obwohl sie Imatinib absetzen mussten und weiter ausschließlich Interferon erhielten. Selbst nach bis zu zwölf Jahren seit Diagnosestellung blieben mehr als 70 Prozent der Patienten rückfallfrei. Fast die Hälfte der Patienten konnte später auch Interferon absetzen und lebt ohne jede Therapie seit bis zu fünf Jahren rückfall- und beschwerdefrei.

Die Autoren schlussfolgern, dass eine Kombinationstherapie von Imatinib und Interferon es den meisten Patienten ermöglichen könnte, komplett therapiefrei zu werden. Die Frage, ob dieses neuartige Behandlungskonzept die Zahl derjenigen Patienten erhöhen kann, die dauerhaft ohne Medikamente auskommen, steht derzeit im Fokus der deutschlandweiten klinischen Studie "TIGER", die durch das Uniklinikum Jena koordiniert wird und in über 100 Behandlungszentren deutschlandweit stattfindet, unter anderem in Marburg und Mannheim.

Original-Publikation:
Andreas Burchert & al.: Interferon alpha 2 maintenance therapy may enable high rates of treatment discontinuation in chronic myeloid leukemia, Leukemia 2015, doi: 10.1038/leu.2015.45

Weitere Informationen zur Tiger-Studie.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Hochhaus,
Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie, Universitätsklinikum Jena
07740 Jena
Tel.: 03641 / 9324206
E-Mail: A


 

 

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