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Wenn das Wetter die Gesundheit beeinflusst

Mediziner bestätigen Wettereinfluss auf Schlaganfallrisiko
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10.11.2015
Wolken über Jena: Den Einfluss von Wetteränderungen auf das Auftreten eines akuten Schlaganfalls haben Jenaer Mediziner analysiert. Foto: Anne Günther/FSU Wolken über Jena: Den Einfluss von Wetteränderungen auf das Auftreten eines akuten Schlaganfalls haben Jenaer Mediziner analysiert.
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Mal Regen, dann auf einmal Sonne, Wolken oder Wind: Gerade im Herbst wechselt das Wetter schlagartig. Viele Menschen klagen deshalb über Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Erkältungen. Wie das Wetter kommt auch ein Schlaganfall mit akuten einseitigen Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen meist plötzlich und ist dabei lebensgefährlich. Doch welchen Einfluss besitzen Wetteränderungen auf das Auftreten eines akuten Schlaganfalls? Mit dieser Frage beschäftigten sich Experten des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie nun in der renommierten Fachzeitschrift "European Journal of Epidemiology".


Veränderungen in Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -druck beeinflussen Schlaganfallrisiko

Die Jenaer Forscher identifizierten drei entscheidende Einflussfaktoren auf das Schlaganfallrisiko: Neben raschen Veränderungen in der Temperatur begünstigen auch schnelle Wechsel der Luftfeuchtigkeit sowie des Luftdrucks die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls. Besonders nach Temperaturstürzen steigt das Risiko deutlich an und bleibt weitere zwei Tage erhöht. Bei einem Abfall der Temperatur um je etwa drei Grad Celsius erhöht sich das Schlaganfallrisiko um elf Prozent. "Bei Risikopatienten kann sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei Wetterwechsel teilweise vervierfachen. Vor allem Patienten mit Diabetes oder Arterienverkalkungen reagieren besonders sensibel", betont Dr. Florian Rakers von der Klinik für Neurologie am UKJ. 


Besonders nach Temperaturstürzen auf Symptome achten

Bei niedrigen Außentemperaturen ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen, um vor dem Auskühlen zu schützen. Blutgerinnsel, die sich im Herzen bilden und ins Gehirn gespült werden, können die verengten hirnversorgenden Blutgefäße nun leichter verschließen. Die Folge: ein Schlaganfall. "Deshalb sollten vor allem Risikopatienten die Warnzeichen eines Schlaganfalls wie einseitiges Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen, Verständnisstörungen, Schwindel oder schlagartige Kopfschmerzen kennen. Leiden sie nach starken Temperaturstürzen unter derartigen Symptomen,  können sie einen Schlaganfall frühzeitig erkennen und bei Bedarf sofort einen Notarzt verständigen", so Prof. Dr. Matthias Schwab, leitender Oberarzt an der Klinik für Neurologie.

Original-Publikation:
Rakers F, et al.: Rapid weather changes are associated with increased ischemic stroke risk: a case-crossover study. Eur J Epidemiol. 2015 July 7. doi: 10.1007/s10654-015-0060-3

Kontakt:
Dr. Florian Rakers
Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Tel.: 03641 / 9323486
E-Mail:

 

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