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Neues junges Planetensystem entdeckt

Forschungsteam um Astronomen der Universitäten Hamburg und Jena nutzt zwei Nachweismethoden
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14.06.2016
Der Exoplanet CVSO 30c ist der schwache Punkt links oberhalb des Sterns, die helle Quelle in der Bildmitte ist der Mutterstern. Foto: ESO Der Exoplanet CVSO 30c ist der schwache Punkt links oberhalb des Sterns, die helle Quelle in der Bildmitte ist der Mutterstern.
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Unsere Sonne wird außer von der Erde noch von sieben weiteren Planeten umkreist. Bis auf Neptun können Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und Uranus unter günstigen Bedingungen sogar mit bloßem Auge erkannt werden. Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, sind weitaus schwieriger zu entdecken.

Einer Forschergruppe um Dr. Tobias Schmidt von der Hamburger Uni-Sternwarte und Dr. Stefanie Raetz von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA in Nordwijk ist es jetzt gelungen, bei einem sehr jungen Stern sowohl einen engen Planeten per Transit-Methode als auch einen weit außen kreisenden Planeten mit der Direct Imaging-Methode zu entdecken. Dies berichtet die Forschergruppe in den aktuellen Ausgaben der Fachzeitschriften "Astronomy and Astrophysics" und "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society".


Beobachtungen mit dem 90-cm-Teleskop in Großschwabhausen

Schmidt und Raetz haben beide an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert und wurden dort auch promoviert. Bei ihren Doktorarbeiten haben sie mit diesen Studien begonnen. An beiden Arbeiten und Publikationen sind außerdem Forscher der Uni-Sternwarte Jena direkt beteiligt. Bei den Beobachtungen mit der Transit-Methode wurde im Wesentlichen das 90-cm-Teleskop der Uni-Sternwarte Jena in Großschwabhausen genutzt, für die Direktaufnahme des weiten Planeten das Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile.

Wenn ein Exoplanet z. B. vor dem hellen Stern vorbeizieht, den er umkreist, und dessen Licht geringfügig abschwächt, kann diese Helligkeitsschwankung registriert und damit die Existenz eines Planeten nachgewiesen werden - dies wird als Transit-Methode bezeichnet. Diesen Planeten haben in letzter Zeit auch andere Wissenschaftlerteams ins Visier genommen. Bei der direkten Beobachtung wird der Exoplanet mit einem Teleskop im infraroten Spektralbereich direkt abgebildet.


Umkreisungen in Tagen und in Jahrtausenden

Das Forschungsteam hat bei dem jungen sog. T Tauri-Stern namens CVSO 30 nun gleich zwei Planeten entdeckt. Das neue Planetensystem ist ca. 1.200 Lichtjahre von der Erde entfernt, nordwestlich des Orion-Gürtels. Der Transit-Planet umkreist seinen Stern in weniger als einem Tag, während der außen liegende Planet dafür Jahrtausende braucht.

Der beobachtete Stern ist der erste, betonen die Astronomen, bei dem gleichzeitig ein sehr naher Exoplanet durch Transitbeobachtungen und ein sehr weit entfernter Exoplanet durch direkte Abbildung nachgewiesen werden konnten. Derzeit ist noch unklar, wie ein solch exotisches System entstehen konnte. Möglich ist, vermuten die Forscher, dass sich beide Planeten z. B. in der Vergangenheit zu nahe kamen, sich dabei gegenseitig gestört haben und so zu ihren extremen Orbits um den Stern fanden. 

Original-Publikationen:

  • Tobias Schmidt et al.: lanl.arxiv.org/abs/1605.05315 (Astronomy & Astrophysics, im Druck)
  • Stefanie Raetz et al.: lanl.arxiv.org/abs/1605.05091 (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, im Druck)

Kontakt (in Jena):
Dr. Markus Mugrauer
Astrophysikalisches Institut mit Sternwarte der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Schillergässchen 2-3
07745 Jena
Tel.: 03641 / 947514
E-Mail: m


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