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Wie Sonnensysteme entstehen

Internationales Astronomenteam beobachtet protoplanetare Scheibe, deren Form von neugeborenen Planeten beeinflusst werden könnte
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09.11.2016
Der junge Sterne RXJ1615.3-3255 mit seiner protoplanetaren Scheibe, aufgelöst mit SPHERE am Very Large Telescope der ESO in Chile. Deutlich sind die ringartigen Strukturen in der   Scheibe um den Stern herum zu erkennen. 
Foto: Copyright: ESO Der junge Sterne RXJ1615.3-3255 mit seiner protoplanetaren Scheibe, aufgelöst mit SPHERE am Very Large Telescope der ESO in Chile. Deutlich sind die ringartigen Strukturen in der Scheibe um den Stern herum zu erkennen.
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Planeten entstehen in riesigen Scheiben aus Gas und Staub. Diese sogenannten protoplanetaren Scheiben können sich über mehrere Milliarden Kilometer erstrecken. Im Laufe der Zeit kollidieren darin Partikel miteinander und verbinden sich zu größeren Objekten, die schließlich Planetengröße erreichen können. Die genauen Details der Planetenentstehung und die Entwicklung dieser Scheiben sind bis dato aber noch ungeklärt. Bis heute ist zudem noch nicht vollständig verstanden, wie die jungen Planeten die Struktur der Scheiben beeinflussen, in denen sie entstehen.

Ein internationales Forscherteam hat nun entscheidende neue Erkenntnisse dazu veröffentlicht. Wie das Team unter der Leitung von Jos de Boer von der Sternwarte Leiden in den Niederlanden heute (09. November) mitteilte, konnte es mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte am Paranal Observatorium in Chile auffällige Merkmale in einer protoplanetaren Scheibe um einen jungen Stern im Detail beobachten.

"Die Scheibe bewegt sich um den jungen nur etwa 1.8 Millionen Jahre alten Stern RXJ1615.3-3255, der sich ca. 600 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Skorpion befindet", erläutert Dr. Markus Mugrauer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Astrophysiker ist an den Forschungsarbeiten beteiligt, bei denen das Instrument SPHERE am VLT zum Einsatz kam. "Damit lassen sich feinste Strukturen in protoplanetaren Scheiben direkt auflösen", sagt Mugrauer.

Symmetrisches Ringsystem umgibt jungen Stern

Die Scheibe um RXJ1615.3-3255, so die Forscher, hat sich als komplexe Anordnung konzentrischer Ringe erwiesen, deren Form einer gigantischen Version der Saturn-Ringe ähnelt. Solch ein komplexes Ringsystem in einer protoplanetaren Scheibe sei bisher nur wenige Male detektiert worden. Strukturen wie Ringe oder Spiralarme sind auf die Wechselwirkung zwischen protoplanetaren Scheiben und den darin wachsenden Planeten zurückzuführen. Diese sind für die Astronomen daher besonders interessant, da eine eindeutige Verbindung zwischen diesen Strukturen und den Planeten, die sie hervorrufen, immer noch ein Rätsel ist, an dessen Lösung die Forscher derzeit intensiv arbeiten.

Die Symmetrie der Scheibe um RXJ1615.3-3255 ist ein überraschendes Ergebnis, da die meisten bekannten und aufgelösten protoplanetaren Scheiben eine Vielzahl von asymmetrischen Spiralarmen, Lücken und Wirbel aufweisen. Zudem gelang es den Forschern durch ihre Ergebnisse dem Verständnis einen Schritt näher zu kommen, wie Planeten die Struktur der Scheiben beeinflussen, in denen sie sich um ihre Muttersterne herum bilden und damit auch über die Planetenentstehung an sich.

Originalpublikation:
J. de Boer et al. Multiple rings in the transition disk and companion candidates around RXJ1615.3-3255. High contrast imaging with VLT/SPHERE (2016), Astronomy & Astrophysics, http://www.aanda.org/articles/aa/pdf/2016/11/aa29267-16.pdf


Weitere Informationen unter: http://www.eso.org/public/news/eso1640/


Kontakt (in Jena):
Dr. Markus Mugrauer
Astrophysikalisches Institut und Universitäts-Sternwarte der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Schillergässchen 2, 07743 Jena
Tel.: 03641/947514
E-Mail:

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