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Europa auf dem Prüfstand

Psychologen befragen junge Menschen nach ihrem Verhältnis zu Europa und der EU
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22.12.2016
Die Einstellungen junger Menschen zu Europa untersucht ein europäisches Forscherteam, an dem auch Jenaer Psychologen beteiligt sind. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU Die Einstellungen junger Menschen zu Europa untersucht ein europäisches Forscherteam, an dem auch Jenaer Psychologen beteiligt sind.
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Nicht erst seit der Brexit-Entscheidung der Briten ist klar, Europa steckt in der Krise. Die Finanzkrise etlicher Euro-Länder, steigende Flüchtlingszahlen und der wachsende Rechtspopulismus stellen die Europäische Union vor große Herausforderungen. "Dabei hat die EU selbst bei vielen Europäern derzeit einen schlechten Stand", sagt Prof. Dr. Peter Noack von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Auffällig sei jedoch, so der Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie, dass die Einstellung zu Europa und der EU offenbar auch eine Frage des Alters sei. Während vor allem die ältere Generation in Großbritannien für den Brexit gestimmt habe, sähen junge Menschen ihre Zukunft eher in der EU.

Vor diesem Hintergrund untersucht ein Team um Prof. Noack, zu dem auch die Jenaer Psychologinnen Dr. Monique Landberg und Dr. Katharina Eckstein gehören, in Zusammenarbeit mit Forschern aus Schweden, Großbritannien, Estland, Tschechien, Portugal, Italien und Griechenland die Einstellungen Jugendlicher und junger Erwachsener zu Europa. "Uns interessiert, ob und in welcher Weise junge Menschen bereit sind, sich für die ,europäische Sache' zu engagieren und was einem solchen Engagement zugrunde liegt", so Noack. Eine Vorstudie zu diesen Fragen, an der sich über 1.300 junge Menschen aus acht Ländern beteiligt haben, ist gerade abgeschlossen; die Hauptstudie, in der über 6.000 Teilnehmer zu ihren Meinungen befragt werden, hat gerade begonnen.


Junge Griechen bekennen sich zu einer europäischen Identität

Schon die kleinere Vorstudie liefert interessante Einblicke. So zeigen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus allen acht Ländern im Mittel als identifiziert mit Europa. Das trifft beispielsweise für rund drei Viertel der Befragten in Deutschland zu. "Dass sich aber auch die Mehrheit der jungen Griechen zu einer europäischen Identität bekannte, hat uns in der aktuellen Situation überrascht", sagt Noack, der Leiter der Jenaer Arbeitsgruppe. Er fügt hinzu: "Für sie gilt das allerdings im Ländervergleich am wenigsten, ebenso - das jedoch unerwartet - wie für die jungen Italiener." So äußern sich die jungen Menschen in Griechenland in ihrer Haltung zu Europa auch am stärksten verunsichert. Für die 16- bis 30-Jährigen, die in Deutschland und Großbritannien befragt wurden, ist das am wenigsten der Fall.

"Die bisherigen Einblicke aus der Vorstudie sind für uns Ansporn, das Ganze in der Hauptstudie auf eine breitere Datenbasis zu stellen", sagt Katharina Eckstein und ergänzt, dass es dabei auch darum gehen wird, besser zu verstehen, welche Faktoren Einstellungen und Engagement befördern oder ihnen entgegenstehen. In der Hauptstudie werden junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren online befragt und das Team der Uni Jena würde sich freuen, wenn noch möglichst viele aus dieser Gruppe den Link zum Fragebogen anklicken und an der Befragung teilnehmen würden. "Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist es vor allem wichtig, dass junge Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen mit ihren Sichtweisen vertreten sind", erläutert Monique Landberg.


Weitere Teilnehmer zwischen 20 und 30 Jahren gesucht

Unter den Teilnehmern werden attraktive Preise, wie iPad Airs und Einkaufsgutscheine, verlost. Interessenten gelangen über den folgenden Link zur Umfrage: https://www.soscisurvey.de/wp7onlineFB/. Weitere Informationen zum Projekt sind zu finden unter: www.catcheyou.eu.

Kontakt:
Prof. Dr. Peter Noack, Dr. Monique Landberg, Dr. Katharina Eckstein
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Abteilung für Pädagogische Psychologie
Humboldtstraße 27, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945240
E-Mail:

 

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