Friedrich-Schiller-Universität Jena - Forschungsstelle Gustav Mensching mit Archiv
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Forschungsstelle Gustav Mensching mit Archiv


Gustav Mensching (1901-1978)

MenschingProminenter Vertreter der "Religionswissenschaft des Verstehens" und maßgeblicher Vordenker der "Praktischen Religionswissenschaft". Sein Wirken trug wesentlich dazu bei, dass die Religionswissenschaft gegenüber den orientalistischen Philologien und der Theologie ihr eigenes Profil bewahrte. Mensching studierte evangelische Theologie, Philosophie und Religionswissenschaft in Göttingen, Marburg und Berlin. Seine wissenschaftlichen Lehrer waren Rudolf Otto (1869-1937) und Friedrich Heiler (1892-1967).
Menschings lebenslange Stellung "zwischen den Stühlen" der evangelischen und katholischen Theologie lässt sich an den zum Teil sehr heftigen Reaktionen zu dem von ihm herausgegebenen Buch "Der Katholizismus - Sein Stirb und Werde" (1937) ablesen - dem wichtigsten Dokument des Reformkatholizismus. Menschings Veröffentlichungen standen deshalb jahrelang auf dem "Index
der verbotenen Bücher". Neben Untersuchungen zur Religionsphänomenologie ("Das heilige Schweigen", 1926; "Die Idee der Sünde", 1931; "Zur Metaphysik des Ich", 1934; "Das heilige Wort", 1937; "Gut und Böse im Glauben der Völker", 1941; "Das Wunder im Glauben und Aberglauben der Völker", 1957; "Leben und Legende der Religionsstifter", 1962 u.a.), seine "klassisch" genannten Arbeiten zur Religionssoziologie ("Soziologie der Religion", 1947; "Soziologie der großen Religionen", 1966), der großen systematischen Zusammenfassung seiner Hauptgedanken ("Die Religion", 1959) und strukturellen berlegungen ("Volksreligion" und "Universalreligion" als fundamentale Grundstrukturen der Religionsgeschichte) sind seine Arbeiten zur religiösen Toleranz ("Toleranz und Wahrheit in der Religion", 1955; kommentierte Neuausgabe, hg. von U. Tworuschka 1996). Mensching definierte Religionswissenschaft als "Symbolverstehen". Seine Überlegungen zur Wahrheits- und Absolutheitsproblematik haben Gedanken heutiger religionspluralistischer Theologie vorweggenommen.


Religionswissenschaft und ethische Verantwortung. Weltethos und Toleranz bei Gustav Mensching

 

 

Gustav-Mensching-Vorlesung für religiöse Toleranz

Der Lehrstuhl für Religionswissenschaft hat anlässlich des 100. Geburtstages Gustav Menschings eine neue Vorlesungsreihe (Gustav-Mensching-Vorlesung für religiöse Toleranz) eröffnet. Den Auftakt bildeten die Überlegungen von Prof. Richard Friedli zu dem Begriff `Lebensmitte`von Gustav Mensching.

 

Neuerscheinung

 

Gustav-Mensching-Archiv

Am Lehrstuhl für Religionswissenschaft befindet sich seit mehreren Jahren das Gustav-Mensching-Archiv im Aufbau. Hier werden sämtliche Veröffentlichungen des Bonner Religionswissenschaftlers Gustav Mensching (1901-78) archiviert und der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich gemacht. Über die wissenschaftlichen Werke hinaus spielen insbesondere auch seine publizistischen Arbeiten in den Printmedien und im Hörfunk eine Rolle.

Das Gustav-Mensching-Archiv ist dankbar für jeden Hinweis auf einschlägige Dokumente, insbesondere privater Natur (Briefe, Postkarten usw.). Die Spende evtl. Bücher-, Zeitschriften- oder Zeitungsaufsätze bzw. Mitschnitte aus Vorträgen würden wir sehr begrüßen.