Friedrich-Schiller-Universität Jena - Frank
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Doreen Frank

Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremdsprache,  Interkulturelle Wirtschaftskommunikation, Wirtschaftswissenschaften (Magister)

1999-2005

Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

09/2002-09/2003 Erasmus-Aufenthalt in Barcelona an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Deutsche Philologie

Thema der Magisterarbeit: "Culture-Assimilator-Training - Zum Aufbau inter­­kultureller Kompetenz für Fach- und Führungskräfte in Vorbereitung auf internationale Kooperationen in Deutschland"

04-07/2006

 

Lehrkraft für besondere Aufgaben an der FSU Jena, Institut für Deutsch als Fremdsprache

seit 09/2006 Visiting Professor an der Chonnam National University in Gwangju/Südkorea

Worin besteht Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit?

Zurzeit bin ich als Visiting Professor an der Chonnam National University in Gwangju/Südkorea beschäftigt. Mein Aufgabenbereich beinhaltet im Kern die Planung, Durchführung und Evaluation von Deutschkursen für koreanische B.A.- und M.A.-Studenten des Instituts für Germanistik. Ebenfalls werden von mir im Rahmen meines Aufgabenbereiches extracurriculare Veranstaltungen eigenverantwortlich vorbereitet und veranstaltet. So werden z.B. deutsche Stammtische mit ausgewählten Repräsentanten der deutschen Industrie und Wirtschaft in Südkorea organisiert sowie einzelne Studenten auf bestimmte Zertifikate vorbereitet.
Die Chonnam Universität strebt einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an. Es ist daher bereits im Gespräch, dass sich mein Verantwortungsbereich kurzfristig auch auf die Betreuung von Praktikanten des Faches Deutsch-als- Fremdsprache bei ihrem Unterrichtspraktikum in Südkorea ausweiten wird.

 

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind für diese Tätigkeit wichtig?

Die Tätigkeit erfordert explizit eine DaF-Lehrerausbildung sowie das IWK-Studium der Universität Jena. Internationale Erfahrung und interkulturelle Kompetenz sind von essentieller Bedeutung, da für diese Tätigkeit in zwischenmenschlichen Bereichen ein hohes Maß an Einfühlungs- und Anpassungsvermögen unbedingt wichtige Eigenschaften sind, um kompetent und erfolgreich die Aufgaben meines Verantwortungsbereichs erledigen zu können. Im Alltagsgeschehen ist ferner ein hohes Maß an Flexibilität einzubringen.
Mittel- und langfristig bedarf Curriculumsentwicklung an der Universität generell analytischer und konzeptioneller Fähigkeiten sowie strukturierten und zielgruppenorientierten Denkens: Da sich das koreanische Bildungs- und Beschäftigungssystem stark vom deutschen unterscheidet, ist es besonders wichtig, landesspezifische Gegebenheiten z.B. in Bezug auf die Berufsfelder koreanischer Germanisten erkennen zu können und die Rahmenbedingungen dementsprechend zu gestalten.

 

Welche für Ihren Beruf wichtigen Kompetenzen haben Sie wie erworben?

Studienbegleitend absolvierte ich mehrere Praktika, u.a. ein 3-monatiges Praktikum in der Personalentwicklungsabteilung eines Biotech-Unternehmens, wo ich u. a. für die Organisation, Durchführung und Evaluation vier einwöchiger Sales-Management-Trainings im Bereich Biotechnologie mit einem internationalen Team verantwortlich war. Die Teammitglieder kamen aus GB, E, FR, D und den USA.
In einem 6-monatigen Praktikum in einer interkultureller Trainingsfirma (interculture.de) war ich u.a. für die Vorbereitung und Durchführung der zweiwöchigen interkulturellen Sommerakademie mit internationaler Teilnehmerzusammensetzung maßgeblich beteiligt.
Während der vorlesungsfreien Zeit konnte ich eigeninitiativ und selbstverantwortlich meine bis dato erworbenen Fremdsprachenkenntnisse im Englischen, Spanischen und Französischen auf ein fließendes Niveau ausbauen, indem ich Sprachkurse der FSU und im Ausland besuchte.
Meinen Studienaufenthalt im Ausland, welcher durch ein Förderungsprogramm der Europäischen Union zur Studentenmobilität (Erasmusprogramm) unterstützt wurde, habe ich an der wirtschaftswissenschaftlichen und philosophischen Fakultät der Universität Barcelona absolviert. Neben der institutionellen Förderung durch die EU habe ich diesen Aufenthalt auch durch private und selbst organisierte Sprachkurse in Barcelona finanziert.

 

Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?

Ich studierte IWK wegen der interkulturellen Trainerausbildung. Durch die Seminare des IWK-Studiums habe ich Einblicke in die Forschungsfelder und Problematiken der interkulturellen Personalentwicklung erhalten. Im Studium der Wirtschaftswissenschaften konnte ich mich auf diese Felder nochmals eingehend konzentrieren und in spezifischen Seminaren wie Personal- und Organisationsmanagement konkretes Wissen vertiefen, ausbauen und perfektionieren. Zusätzlich gaben mir die Seminare des Instituts für Psychologie (u.a. „Arbeits- und Organisationspsychologie“) die Möglichkeit, solche Bereiche nochmals aus anderen Perspektiven zu betrachten und mein Wissen dahingehend zu erweitern.
Generell lenkte ich meinen Fokus in den Wirtschaftswissenschaften schwerpunktmäßig auf Internationales Management und Personalorganisation. Darüber hinaus wollte ich einen Überblick über wirtschaftliche Zusammenhänge und Basiskenntnisse zu betriebswirtschaftlichen Fragestellungen erhalten.
Durch das Studium der DaF konnte ich methodisch-didaktischer Fähigkeiten zur Gestaltung von Seminaren und Trainingseinheiten zur Vermittlung interkultureller Kompetenz durch Sprachlehren erwerben. Besonders relevant war dabei das Fachwissen zu Erwachsenenbildung, Curriculumsentwicklung etc., welches durch das Studium des Faches DaF praktisch vermittelt wird.
Letztlich entschied ich mich aber auch für diesen Studiengang wegen des klaren Berufsbildes - der eindeutigen Qualifikation für den Beruf des Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrers - und der weltweiten Einsatzfähigkeit im Beruf. Somit wollte ich mir die Chance offen halten, flexibel – neben der angestrebten Karriere als Personalentwickler – auf dem Arbeitsmarkt agieren zu können.
Mittelfristig strebe ich eine Position in der internationalen Personalentwicklung an. Auf dieses Berufsfeld habe ich seit meinem Hauptstudium hin gearbeitet. Es ergab sich aber die äußerst interessante und vielleicht einmalige Möglichkeit einer Professorenstelle an einer Universität in Südkorea, die mir gestattet, Einblicke in den asiatischen, speziell südkoreanischen Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturraum zu gewinnen und somit meine interkulturellen Kenntnisse zu erweitern.

 

Was raten Sie Studierenden Ihrer Fächer?

Gerade bei Geisteswissenschaftlern, die generell ein sehr weit gefächertes Spektrum an Karrieremöglichkeiten haben, ist es wichtig, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, was man später machen will. Wählt also eure Seminare, Studienschwerpunkte, Hausarbeiten, Praktika, Magisterarbeit etc. entsprechend dieser Ausrichtung aus.
Arbeit interdisziplinär – versucht, verschiedene Fächer miteinander zu verknüpfen. Wenn nötig und möglich, besucht auch Seminare oder Vorlesungen anderer Fachgebiete, wenn sie für eure spätere Laufbahn nützlich sind.
Seid immer kritisch.
Macht gute Praktika WÄHREND des Studiums, damit ihr nicht beim Berufseinstieg in die Praktikumsfalle geratet. Knüpft Kontakte in der Wirtschaft (z.B. durch Praktika oder auf Messen) – besonders bei Geisteswissenschaftlern, die nicht an der Uni bleiben wollen.
Lernt mindestens zwei Fremdsprachen. Macht einen Auslandsaufenthalt von einem Jahr in einem Land, dessen Sprache ihr noch nicht gelernt habt.

 

Ich würde wieder nach Jena gehen, weil ...