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Portraitreihe "Frauen im Fokus"


In dieser Rubrik möchten wir in einem turnusmäßigen Wechsel Frauen näher vorstellen, die - in den unterschiedlichsten Bereichen und Einrichtungen - an der FSU Jena tätig sind. Damit soll nicht nur gezeigt werden, wie vielfältig  Biographien von Frauen an der Hochschule sein können; auch Einblicke in ihre tägliche Arbeit und damit in vielfältige Aufgabengebiete eröffnen sich so.

Zugleich möchten wir diesen Frauen auch gegenüber jenen "ein Gesicht geben", denen sie vielleicht nur als Name auf Briefköpfen oder als Stimme am Telefon bekannt sind.  

Unser vierzehntes Porträt gilt Sophie Biskop.

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Die aus Weimar stammende Geographin Sophie Biskop begeisterte sich schon während ihres Geographiestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität Jena für hochalpine Regionen, die eine maßgebliche Rolle im globalen Wasserkreislauf spielen. Die hydrologischen Modellierungsarbeiten im Rahmen ihrer Diplomarbeit ("Anwendung des J2000 Modells in vergletscherten Einzugsgebieten im Venedigergebiet") haben in ihr eine besondere Leidenschaft für die Hochgebirgsforschung erweckt, insbesondere faszinieren sie Gletschersysteme. Sie entschied sich für Jena, weil das Geographiestudium hier durch die Verknüpfung von natur- und gesellschaftswissenschaftlichen sowie geoinformatischen Inhalten und Methoden besonders integrativ ausgerichtet ist.

Bereits während ihrer Studienzeit von Oktober 2002 bis Januar 2009 war sie als studentische Hilfskraft in einem EU-Forschungsprojekt eingebunden. Sie beschäftigte sich dabei mit der Auswertung von Satellitendaten für hydrologische Fragestellungen im Alpenraum sowie in der Himalaya-Region. Ihr wissenschaftliches Potential ermöglichte ihr seit ihrem Studienabschluss die Beteiligung an verschiedensten Projekten, darunter DFG- und BMBF-geförderte Projekte, die exemplarisch für den erfolgreichen Beginn einer wissenschaftlichen Karriere stehen.

Ihr Hauptinteressengebiet ist die Erforschung der Auswirkungen von Klimaveränderungen auf den Wasserhaushalt in Hochgebirgsregionen (v.a. in den Alpen, Tibet, Himalaya, Anden). Im Rahmen des BMBF-Projektes "Variabilität und Trends der Wasserhaushaltskomponenten in Benchmark-Einzugsgebieten des Tibet-Plateaus (WET)" (2011 - 2014) führte Sophie Biskop die Forschungsarbeiten für ihre Dissertation am Lehrstuhl für Geoinformatik der FSU Jena durch und konnte somit ihr Interesse für die im Hochgebirge ablaufenden hydrologischen Prozesse und deren Wechselwirkungen mit dem Klima vertiefen.

Ihre Forschung, die Feldforschung und Modellierungsarbeiten verknüpft, brachte sie mehrfach nach Tibet, wo sie in 5000 Meter Höhe Geländearbeiten durchführte. Die Arbeiten ihrer Dissertation umfassten die Weiterentwicklung und Anpassung eines in Jena gegründeten Modellierungssystems (Jena Adaptable Modeling System) für hydrologische Modellanwendungen im Hochland von Tibet, wo keine bzw. kaum Messdaten vorliegen. Die Modellergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag zu einem besseren quantitativen Verständnis von Wasserhaushaltsänderungen in dieser abgelegenen und datenarmen Region.

Neben der Teilnahme an nationalen und internationalen Tagungen sowie wissenschaftlichen Veröffentlichungen runden mehrere Stipendien den bisherigen wissenschaftlichen Erfolg von Sophie Biskop ab: im Jahre 2011 für eine Summer School in Nepal sowie 2015 ein Reisestipendium für ein internationales Symposium nach Island. Ebenfalls 2015 wurde sie im Rahmen des Sino-German Forums "Glacier and Lake Changes in the Third Pole Region and their Responses to Global Change" nach Lijiang/Kunming nach China eingeladen, wo junge Wissenschaftler aus Deutschland und China ausgewählt werden, um sich über aktuelle Forschungsergebnisse sowie zukünftige gemeinsame Forschungsvorhaben auszutauschen.

Sophie Biskop hat Anfang Februar erfolgreich ihre Dissertationsschrift verteidigt. Nach dem Abschluss der Promotion sucht sie nun nach einer neuen beruflichen Herausforderung und strebt dabei eine Postdoc-Stelle an einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung im Ausland an.

Wir wünschen Ihr für ihren weiteren beruflichen Lebensweg alles Gute.

 

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