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Silke Silkeborgs "Die heitere Ruhe des Blau" ‒  Finissage am 10.11. um 19.00 Uhr zu Schillers Geburtstag

 

Silke_Silkeborg


Für das Gartenhaus hat sich die Künstlerin Silke Silkeborg intensiv mit Schillers Vorliebe für die Farbe Himmelblau beschäftigt, die sich in der Tapetenwahl für seine beiden Arbeitszimmer manifestiert. Sie zeigt am "classischen Ort" (Goethe) eine installative Malerei: Der freischwebende Dachraum der "Gartenzinne" erscheint in den unterschiedlichen Blautönen der Nacht. Ihm korrespondiert eine Bank der Gedanken, die zum Verweilen und ‒ im Sinne Schillers ‒ zur freien Kontemplation und Selbstverständigung einlädt. Durch die veränderte Blickführung wird das Sehen geschärft. Wie gewinnt man die Ruhe der Heiterkeit? Wie gewinnt man sie jeden Tag neu? Die Ausstellung, die durch die Philipp Otto Runge Stiftung möglich gemacht worden ist, wird am Abend vor dem Schillertag der Universität um 19.00 Uhr feierlich eröffnet. Einführende Worte sprechen Belinda Grace Gardner, Kunstkritikerin und Kuratorin aus Hamburg, sowie Dr. Helmut Hühn, Leiter von Schillers Gartenhaus und der Goethe-Gedenkstätte.

Silke Silkeborg wurde in Hamburg geboren. Dort studierte sie Theorie und Geschichte sowie Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (Karl H. Ditze Diplompreis 2010). Sie versteht sich als Malerin der Nacht und erkundet Spezifika nächtlicher Phänomene, vorrangig im Medium der Malerei.



SILKE SILKEBORG: Die heitere Ruhe des Blau.

Installative MALEREI unter dem Ahorn in Schillers Garten

Vom diesjährigen Schillertag der Universität Jena an bis zum 10. November 2016 präsentiert Silke Silkeborg in Schillers Garten eine installative Malerei. Sie besteht aus einem schwebenden "Gedankendach" und einer zugehörigen Bank. Hat man sich auf diesem "Doppeldenker" niedergelassen, blickt man in das Innere des Dachs: Vier zu einem Quadrat zulaufende Triangel zeigen Gemälde, die Phänomene der blauen Nacht darstellen. Die Vierzahl verweist auf die Gefühle der Ferne, der Kühle, des Weiträumigen und des Schattens. Schon allein hier mag man sich an Goethes und Runges Farbenlehren erinnert fühlen.

Silke Silkeborg hinterfragt die Gewohnheiten unserer Wahrnehmung. Sie nutzt ungewohnte Blickführungen, um dem Flüchtigen entgegenzuwirken. Polaritäten sind dabei ihre bildlichen Mittel - so schieben sich Aspekte der Nacht in den hellichten Tag. Schemenhaft sind verschiedenartige Bäume zu erkennen, deren kaleidoskopisch geformtes Blätterdach einen lorbeerähnlichen Kranz ergibt. Dabei könnte es sich um einen Ahorn, eine Linde und um Obstbäume handeln, die einer Kompassrose zugeordnet sind. Zur Farbenlehre tauschten sich Schiller und Goethe im Garten intensiv aus. Im Rahmen der Überlegungen zur Harmonie der Farben fertigten sie auch eine Temperamentenrose an, die Schiller beschriftet hat. Diesen Aspekt findet man angedeutet im höchsten Punkt des Innendachs, in dem die Komplementär-Farben zueinander im Farbkreisverlauf leuchten.

Silke Silkeborgs installative Arbeit ist eine für sich stehende eigene Welt, in der man sich in ein anderes Raum-Zeit-Kontinuum katapultiert fühlt, eine "Heterotopie" (Michel Foucault), die zum kontemplativen Sinnen, Schauen und Nachdenken, ganz im Sinne Schillers, animiert. Von außen betrachtet, stellt Silke Silkeborgs Arbeit eine skulpturale architektonische Installation dar, die die Farbe Hellblau trägt. Die Künstlerin beschäftigte sich in der Vorbereitung vor allem mit den farblichen Aspekten von Schillers "Gartenzinne" (Goethe), für deren Ausschmückung Johann Heinrich Meyer Entwürfe an Schiller geschickt hat. Eine intensive Farbanalyse anhand 200jähriger Tapetenreste führte sie zu "Schillers Hellblau".

In unserer Realität gewähren wir uns immer weniger kontemplative Momente, die aber erst ein Reflektieren des Daseins ermöglichen. In "Die heitere Ruhe des Blau" präsentiert Silke Silkeborg die Gegensätzlichkeit von Tag und Nacht, von Ruhe und Unruhe. Sie zeigt uns, dass der Raum von außen nach innen eine Rückkopplung braucht, und dass die Freiheit des Betrachtens im Sinne Schillers immer noch das höchste Gut ist.

Die Ausstellung wird am 23. Juni von 19.00 bis 22.00 Uhr in Schillers Garten feierlich eröffnet. Einführende Worte sprechen Belinda Grace Gardner, Kunstkritikerin und Kuratorin aus Hamburg, sowie Dr. Helmut Hühn, Leiter von Schillers Gartenhaus und der Goethe-Gedenkstätte.

 

Plakat_Silke_Silkeborg





Silke Silkeborg
"Die heitere Ruhe des Blau"

Finissage: Donnerstag, 10. November 2016, 18.30 Uhr

Ausstellungsdauer: 24. Juni - 10. November 2016 (Di ‒ So, 11 ‒ 17 Uhr)

Schillers Gartenhaus - JENA / Schillergäßchen 2

 

Eine Kooperation der Philipp Otto Runge Stiftung, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland sowie der Kunstsammlung Jena.

Ausstellungsdauer:

24. Juni - 10. November 2016 (Di ‒ So, 11 ‒ 17 Uhr)


Weiterführende Informationen:


http://www.silke-silkeborg.de/de/intro.html


http://www.philipp-otto-runge-stiftung.de/html/foerderung.htm


www.youtube.com/watch?v=IDrL0N3kcRc?



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