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Goethe-Gedenkstätte - zur Zeit geschlossen

!!! Die Goethe-Gedenkstätte bleibt auch 2016 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Goethe-Führungen werden aber in Schillers Gartenhaus angeboten. Die neue Goethe-Ausstellung der Universität ist in Vorbereitung !!!

Goethe-Gedenkstätte in Jena
Goethe in Jena

 
Mit der Universität Jena ist Johann Wolfgang von Goethe über fünf Jahrzehnte eng verbunden. Summiert man die einzelnen Aufenthalte seit seinem ersten Besuch im Jahr 1775, dann zeigt sich eine mehr als fünfjährige Präsenz in der Stadt, die ihm zu einer zweiten Heimat wird: Goethe gestaltet hier, wie die neuere Forschung gezeigt hat, aktiv die Wissenschafts- und Berufungspolitik an der "Salana", baut eine geistige Infrastruktur an der Universität auf und stellt besonders die einzelnen Bereiche der Naturforschung auf eine neue Basis. Er hat großen Anteil daran, dass die Universität zu einer der führenden Hochschulen in Deutschland wird und um 1800 ‒ auf dem Feld der Philosophie und der Literatur ‒ durch eine Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen Strömungen (Spätaufklärung, Weimar-Jenaer "Klassik", Frühkantianismus, Frühromantik und Frühidealismus) europäische Bedeutung gewinnt.


Mit Jena ist Goethe aber auch in seinem Wirken als Dichter und als Naturforscher eng verbunden. Hier beginnt die Freundschaft mit Schiller im Jahr 1794, die als lebendiges Zeugnis eines freien geistigen Austauschs und der intensiven Zusammenarbeit Epoche macht. Der Anfang der Freundschaft, dem Goethe 1817 mit dem Text "Glückliches Ereignis" ein Denkmal gesetzt hat, ist charakterisiert sowohl durch die Verständigung über die Kunst der Dichtung wie über die Erforschung der Natur. In Schillers Geburtstagsbrief vom 23. August 1794 sieht Goethe, wie dessen Antwort vom 27. August zeigt, die "Summe seiner Existenz" gezogen. "Lange schon habe ich, obgleich aus ziemlicher Ferne, dem Gang Ihres Geistes zugesehen, und den Weg, den Sie sich vorgezeichnet haben, mit immer erneuerter Bewunderung bemerkt", schreibt Schiller:
 
"Sie suchen das Nothwendige der Natur, aber Sie suchen es auf dem schweresten Wege, vor welchem jede schwächere Kraft sich wohl hüten wird. Sie nehmen die ganze Natur zusammen, um über das Einzelne Licht zu bekommen; in der Allheit ihrer Erscheinungsarten suchen Sie den Erklärungsgrund für das Individuum auf. Von der einfachen Organisation steigen Sie, Schritt vor Schritt, zu den mehr verwickelten hinauf, um endlich die verwickeltste von allen, den Menschen, genetisch aus den Materialien des ganzen Naturgebäudes zu erbauen. Dadurch, daß Sie ihn der Natur gleichsam nacherschaffen, suchen Sie in seine verborgene Technik einzudringen."
 
Nicht zuletzt in Jena entwickelt der Naturforscher Goethe auch die grundlegende Idee der Morphologie und versucht, der Lehre von der "Bildung und Umbildung" mit dem zentralen Konzept der GoetheaMetamorphose eine wissenschaftliche wie dichterische Gestalt zu geben. Der Begriff der Morphologie taucht erstmals 1796 in seinem Tagebuch auf:

"Morphologie. Ruht auf der Überzeugung daß alles was sey sich auch andeuten und zeigen müsse. [...] Das unorganische, das vegetative, das animale das menschliche deutet sich alles selbst an, es erscheint als was es ist unserm äussern und innern Sinn. Die Gestalt ist ein bewegliches, ein werdendes, ein vergehendes. Gestaltenlehre ist Verwandlungslehre. Die Lehre der Metamorphose ist der Schlüssel zu allen Zeichen der Natur."

1798 entsteht in Jena das Gedicht "Die Metamorphose der Pflanzen". Das morphologische Experimentierfeld Goethes in Jena kann heute noch in den verschiedenen von Goethe aufgebauten Sammlungen der Universität genauso studiert werden wie im Botanischen Garten. Goethe ließ ihn am Fürstengraben 1794 in enger Zusammenarbeit mit August Johann Georg Karl Batsch (1761-1802) (und später mit Franz Joeseph Schelver (1778-1832) und Friedrich Siegmund Voigt (1781-1834)) nach morphologisch systematischen Kriterien anlegen. In seiner "Klausur auf dem Blumen- und Pflanzenberge", inmitten einer "wirklich herrlichen Vegetation", hat er sich, wie er 1817 in Briefen festhält, besonders wohlgefühlt und eine Fülle von Anregungen empfangen. Ab diesem Jahr erscheinen die Hefte "Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie".


Eine kleine Ausstellung im Inspektorhaus des Botanischen Gartens, zum 50. Regierungsjubiläum von Herzog Carl August im italienischen Stil errichtet, vergegenwärtigt Goethes naturwissenschaftliche Studien in Jena. Gezeigt werden Objekte seiner mineralogisch-geologischen, seiner botanischen, seiner anatomischen wie seiner zoologischen und osteologischen Arbeit und seine Beschäftigung mit Physik und Chemie. Die Ausstellung rückt, orientiert an Goethes Gedicht "Epirrhema" (1818) auch den Zusammenhang von Naturbetrachtung und Poesie in den Fokus:
 
"Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten;
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen:
Denn was innen, das ist außen."

Goethe-Büste in der Tradition Christian Friedrich Tiecks


Goethe-Gedenkstätte
Friedrich-Schiller-Universität
Fürstengraben 26
07743 Jena
 
Tel +49(0)3641 931 188+49(0)3641 931 188 / 189
Tel +49(0)3641 949 009+49(0)3641 949 009
 

Das Inspektorhaus wird zur Zeit

umfassend renoviert und bleibt

deswegen 2016 geschlossen.

Führungen zu Goethe finden in

Schillers Gartenhaus statt! Hier wird die neue Goethe-Ausstellung der Universität vorbereitet.


Leitung:

Dr. Helmut Hühn

Tel +49(0)3641 931 196+49(0)3641 931 196


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