Armin Hasemann
Islamwissenschaft, Romanistik und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation (Magister) |
| |
|
1992-1994 |
Studium an der Universität Gießen; | |
|
1994-1998 |
Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, | |
|
Foto: privat | ||
|
1998-2000 |
Mitarbeiter bei Amnesty International, Schweizer Sektion postgradualer Studiengang "Entwicklungszusammenarbeit" an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich | |
|
seit 2001 |
Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bereich Zivile Konfliktbearbeitung; ab 2007 Leiter des Büros Algier/Algerien | |
Schon als Abiturient hatte Armin Hasemann das Ziel, später im Bereich internationale Zusammenarbeit beruflich tätig zu sein. Diese frühzeitige Orientierung ermöglichte es ihm, die richtigen Weichen zu stellen, um seinen Zukunftsplan zu verwirklichen. Denn so konnte er sein Studium durch die Wahl geeigneter Fächer, Lehrveranstaltungen und Schwerpunkte auf sein Ziel abstimmen. Außerdem absolvierte er in Eigeninitiative eine Reihe von Praktika, die ihn mit den verschiedenen Facetten des deutschen Engagements im Ausland bekannt machten: so etwa mit der Diplomatie, der Kulturarbeit der Goethe-Institute und den unterschiedlichen Formen der Entwicklungszusammenarbeit. Aufgrund dieser Erfahrungen verschoben sich seine beruflichen Pläne vom diplomatischen Dienst hin zum letztgenannten Bereich.
Bald erkannte er, dass sein Studium allein für den Einstieg in die Praxis nicht ausreichen würde und er eine berufsqualifizierende Zusatzausbildung benötigte. Seinem neuen Berufswunsch entsprechend, absolvierte er daher einen praxisorientierten postgradualen Studiengang in Entwicklungszusammenarbeit an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Gleichzeitig arbeitete er für die Schweizer Sektion von Amnesty International, für die er unter anderem das Büro der Organisation in Ramallah aufbaute.
Der postgraduale Studiengang in Verbindung mit einer insgesamt dreijährigen Auslands- und gut zweijährigen Berufserfahrung in zum Teil konfliktreichen Ländern bezeichnet Armin Hasemann als den Schlüssel für seine erfolgreiche Bewerbung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, für die er seit 2001 im Bereich Zivile Konfliktbearbeitung tätig ist.
Ziel der internationalen Arbeit der Stiftung ist es, Demokratie, Entwicklung und Frieden in den Ländern, in denen sie vertreten ist, zu fördern und außerdem dazu beizutragen, dass innergesellschaftliche Konflikte nicht in Gewalt eskalieren. Dafür benötigen die Mitarbeiter vor Ort ein entsprechendes Know-how. Um ein geeignetes Instrumentarium bereitzustellen, arbeitet Armin Hasemann derzeit an der Entwicklung, Erprobung und Einführung praxisorientierter Methoden der Konfliktanalyse, der konfliktsensitiven Planung und der konfliktbezogenen Wirkungsbeobachtung. Im Rahmen dieser Aufgabe war er von der Friedrich-Ebert-Stiftung für anderthalb Jahre in die Gruppe Friedensentwicklung (FriEnt) entsandt, einem Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Netzwerken, die auf diesem Weg ihre Erfahrungen im Bereich Krisenprävention und Konfliktbearbeitung austauschen.
Für seinen Beruf relevante Kenntnisse hat sich Armin Hasemann vor allem durch den Aufbaustudiengang „Entwicklungszusammenarbeit“ angeeignet. Den Nutzen seines grundständigen Studiums hingegen sieht er vorrangig im Erwerb verschiedener Kompetenzen und Fertigkeiten: „Für meinen Job sind Einfühlungsvermögen, Urteilsvermögen, konzeptionelle und analytische Kompetenz sicher genauso wichtig wie Verhandlungsgeschick und diplomatischer Umgang mit Projektpartnern, gerade auch im interkulturellen Kontext. Ich muss im Zweifelsfall mit einem Premierminister oder Abgeordneten genauso reden können, wie mit einem Professor für internationales Arbeitsrecht oder einer Menschenrechtsaktivistin. Ich bin in meinem Job weder Wissenschaftler noch Politiker, weder Manager noch Veranstaltungs- oder Eventdesigner, weder Moderator noch Begleitservice, und doch von allem ein bisschen. Dafür war es hilfreich, neben einer breiten Allgemeinbildung durch die Kombination der Studienfächer Einblicke in Methodik und Denken so unterschiedlicher Disziplinen wie Anthropologie, Soziologie, Politologie, historische Wissenschaften, Sprach- und Literaturwissenschaften, aber auch Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik/Didaktik und Geowissenschaften erhalten zu haben“. Natürlich bot das Studium darüber hinaus umfassende Kenntnisse einer zunehmend wichtigen Weltregion sowie eine solide Grundlage in wichtigen Sprachen und interkultureller Kompetenz, die im Rahmen der Auslandsaufenthalte in der Praxis angewandt und erweitert werden konnten.
Studierende sollten sich, so Armin Hasemann, der Notwendigkeit rechtzeitigen und insbesondere zielgerichteten Praxiskontakts bewusst sein und sich ein Bild über möglicherweise erforderliche Zusatzqualifikationen verschaffen. Die Angebote dafür sind vielfältig und nahezu unüberschaubar. Die Universitäten sieht er dabei in der Verantwortung, Studienanfängern und Studenten mehr Hilfestellung und Orientierung bei der Wahl eines Berufsfeldes und einer realistischen Berufsplanung zu geben, die idealer Weise auch auf Bausteine aufmerksam macht, die die Universitäten selbst nicht anbieten können. Er selbst hatte das Glück, einen engagierten Hochschullehrer zu haben, der ihm mit Rat, aber auch mit seinen Kontakten weiterhalf.
