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Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland (KOHD), Arbeitsstelle Jena


Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek Jena, Ms. Prov. Q. 215, Blatt 7a (quer). Das
osmanisch-türkische Werk über Mekka und Medina aus dem 17. Jahrhundert ist ein Unikat.



Die Katalogisierung der Orientalischen Handschriften in Deutschland ist ein wissenschaftliches Langzeitprojekt, das 1957 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft begonnen wurde und seit 1989 unter der Verantwortung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit finanzieller Unterstützung aus dem Bund-Länder-Programm fortgeführt wird. Derzeit gibt es sechs Arbeitsstellen, von denen eine seit 1997 in Jena beheimatet ist. Ziel des Unternehmens ist die Identifizierung der sehr hohen Bestände an unkatalogisierten orientalischen Handschriften in deutschen Bibliotheken. Die Zahl dieser "begrabenen" Handschriften allein in arabischer, persischer und türkischer Sprache geht in die Zehntausende. Für die Orientalistik stellen diese Fälle einen Unsicherheitsfaktor dar, der Forschungsergebnisse von einem Tag zum anderen völlig in Frage stellen kann.

Die Jenaer Arbeitsstelle hat zwei Mitarbeiter, Frau Dr. Rosemarie Quiring-Zoche und Herrn PD Dr. Florian Sobieroj. Rosemarie Quiring-Zoche bearbeitet arabische Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Florian Sobieroj hat die unkatalogisierten Orientalia aus drei Bibliotheken in Thüringen (Jena, Weimar, Gotha) beschrieben und katalogisiert gegenwärtig die arabischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München. Der Leiter der Arbeitsstelle, Prof. Dr. Tilman Seidensticker, hat arabische Handschriften der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen bearbeitet (Band erschien 2005). Er war ferner an der Ausstellung "Orientalische Buchkunst in Gotha" (1997) beteiligt und ist Mitverfasser des gleichnamigen Ausstellungskatalogs.

Die Jenaer Arbeitsstelle besitzt eine umfangreiche Fachbibliothek an Handschriftenkatalogen, vorwiegend arabistischer Ausrichtung, die auch Gästen zur Verfügung steht. Untergebracht ist sie zur Zeit im Löbdergraben 24a.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Tilman Seidensticker,
Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients,
Löbdergraben 24a, 07737 Jena,
Tel. (0)3641/944 865, Fax: (0)3641/944 852.


Publikationen aus der Arbeitsstelle finden Sie hier



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