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Beschreibung des Projekts Corpus Judaeo-Hellenisticum Novi Testamenti


  • Ziel des Projekts Corpus Judaeo-Hellenisticum Novi Testamenti ist die Erarbeitung eines Corpus von Zeugnissen des Judentums in hellenistisch-römischer Zeit zum Neuen Testament (unter Ausschluss der Qumran-Texte und der rabbinischen Überlieferung).
     
  • Dabei handelt es sich um ein längerfristig angelegtes Forschungsprojekt, durch das die ganze Breite der literarischen Zeugnisse des frühen Judentums für das Verständnis und die Interpretation des Neuen Testaments erschlossen werden soll. Die Zeugnisse, die sich als durch die hellenistische Kultur und die politisch-ökonomischen Verhältnisse der hellenistisch-römischen Epoche beeinflusst zeigen, sollen nach der Reihenfolge der neutestamentlichen Schriften in einem mehrbändigen Werk auszugsweise in Originalsprache, Übersetzung und forschungsgeschichtlicher Einordnung publiziert werden.
     
  • Das zu bearbeitende Corpus umfasst neben den literarischen Quellen auch nicht-literarische Papyri, Inschriften, Münzen, Bildzeugnisse, gottesdienstliche Texte und Gebete; darüber hinaus wird die Septuaginta umfassend als charakteristischer Ausdruck jüdischer Überlieferung und Katalysator der nachfolgenden griechischsprachigen jüdischen Literatur berücksichtigt. Die Quellenauszüge werden daher in ihren für das Verständnis des Neuen Testaments wesentlichen Passagen in Originalsprache und Übersetzung wiedergegeben. Der Zielrichtung des Projekts entsprechend geht es primär um die Wiedergabe griechischer Texte. Sofern die griechische Überlieferung nicht erhalten oder einigermaßen sicher rekonstruierbar ist, wird auf die jeweiligen wissenschaftlichen Standardübersetzungen zurückgegriffen. Die ausgewählten griechischen Texte werden dagegen neu übersetzt und durch Hinweise zu Einleitungsfragen, Publikationsort und wichtigster Sekundärliteratur eingeleitet. Ihre Kommentierung wird sich auf die Verdeutlichung ihres primären Kontextes, die Erklärung schwieriger Ausdrücke oder Vorstellungen sowie die Herausstellung ihrer Bedeutung für das Verständnis der jeweiligen neutestamentlichen Passage beschränken müssen. Die fortlaufende Kommentierung der neutestamentlichen Schriften gehört nicht mehr zu den Aufgaben des Projekts. Ihr soll es vielmehr dienen.
     
  • Im Ergebnis soll für Bibelexegeten und Fachwissenschaftler benachbarter Disziplinen (z.B. Althistoriker, Altphilologen, Patristiker, Religionswissenschaftler) sowie für alle diejenigen, die an vertiefter Kenntnis des Neuen Testaments im Kontext des antiken Judentums interessiert sind, ein handliches Werkzeug für die wissenschaftliche Auslegung des Neuen Testaments zur Verfügung stehen, das sowohl die Bedeutung des Frühjudentums für die Entstehung des Urchristentums und der neutestamentlichen Schriften wie auch das Neue Testament als Teil der jüdischen Religions- und Literaturgeschichte erkennen lässt.
     
  • Publiziert wird das Ergebnis des Projekts in Form einer Reihe von Einzelbänden bzw. Faszikeln zu jeweils einer neutestamentlichen Schrift bzw. Schriftengruppe. Damit das Corpus als handliches Instrument der wissenschaftlichen Exegese brauchbar bleibt, ist eine begrndete Auswahl der im Wortlaut wiederzugebenden Quellenausschnitte unabdingbar. Um darüber hinaus weiteres Quellenmaterial bzw. umfangreichere Quellenauszüge zur Verfügung zu stellen, soll eine Datenbank aufgebaut werden, deren Nutzung mit den gedruckten Bänden kombinierbar ist.
     
  • Teil des Projekts ist darüber hinaus eine Reihe von internationalen Symposien, die in dreijährigem Abstand den wichtigsten Textcorpora gewidmet sind. Hier sollen zentrale Quellenbereiche des CJHNT mit Schriften und Themen des Neuen Testaments unter der Perspektive wechselseitiger Wahrnehmungen in Beziehung gesetzt werden. Nach Symposien zu  Philo,  Josephus und  hellenistisch-jüdischer Alltagskultur findet im Mai 2012 ein Symposium zur  Anthropologie und Ethik im Frühjudentum und im Neuen Testament statt und ist für 2015 ein weiteres zur Septuaginta geplant.

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