Universitäre Lehrerbildung entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Disziplinen und bedarf in Forschung und Lehre einer Koordination, die die gegebenen Instituts- und Fakultätsgrenzen überschreitet. In diesem Sinn haben sich Fachdidaktiker und Schulpädagogen der Friedrich-Schiller-Universität im ZeLD zusammengeschlossen. Die Lenkung, die das ZeLD in diesem Aufgabenbereich wahrnimmt, geschieht durch ideelle, materielle und personelle Anreize, d.h. der Zugang zu Forschungs-, Entwicklungs- und Lehrressourcen wird Mitgliedern der Universität, die sich für die Lehrerbildung engagieren, erleichtert.
Es haben intensive Gespräche mit Vertretern des Thüringer Kultusministeriums (TKM) stattgefunden, um Möglichkeiten zu sondieren, die 1. und 2. Phase der Lehrerbildung konzeptuell und personell einander anzunähern, ohne den unterschiedlichen Ausbildungsauftrag beider Seiten zu negieren. Perspektivisch erscheinen Kooperationen zwischen Didaktikern und Fachleitern möglich, um Moderatoren auszubilden, die an besonderen Ausbildungsschulen Referendare betreuen und damit einen wesentlichen Teil der Ausbildung in der 2. Phase der Lehrerbildung übernehmen.
Eine Zusammenarbeit mit den Trägern der 3. Phase der Lehrerbildung ist zwingend, schon weil der schnelle Wechsel des relevanten Wissens in der Lehrerbildung nur durch unmittelbaren Kontakt zwischen Landesinstituten und Universitäten bewältigt werden kann. Gespräche mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrpläne und Medien (ThILLM) sind eingeleitet. Sie werden auf strukturell angepasste Regelungen hinauslaufen, wie sie für die Kontakte mit der 2. Phase der Lehrerbildung "angedacht" sind.
Perspektivisch ist die Kooperation mit nicht-staatlichen Lernorten für die Lehrerbildung besonders interessant. Die Verbindung staatlicher und nicht-staatlicher Lernorte zu einem Netz der "Learning Cities" bzw. "Learning Regions", wie dies die OECD vorgeschlägt, wird in mittlerer Zukunft angestrebt.