
Nach unserem heutigen Wissenstand können vor rund 3,8 Millarden Jahren erste präbiotische Lebensformen aus selbstorganisierenden Vesikeln hervorgegangen sein. Solche Vesikel könnten aus Lipiden oder Polymeren aufgebaut werden. Sie organisieren sich in so genannten Liposomen / Polymersomen von selbst. Dies basiert auf dem amphiphilen Verhalten dieser Verbindungen, dass heißt sie besitzen einen hydrophilen als auch einen lipophilen Charakter. Da die abstoßenden Wechselwirkungen der lipophilen Gruppen im wässrigen Medium größer sind als ihr Bestreben nach größtmöglicher Entropie, bilden sich kugelförmigen Vesikel aus.
Die Liposomen oder Polymersomen sollen als Minimalzelle dienen, mit der eine Art Urzelle simuliert wird. Liposomen bestehen aus einer Lipiddoppelschicht und sind somit direkt mit Zellmembranen vergleichbar. Um erstes Leben zu simulieren ist die entscheidende Triebkraft ein Energiegewinn. Dieser soll aus der Fällungsreaktion des Eisensulfid gewonnen werden. Eisenionen sollen dafür unter reduzierender Atmosphäre in die Liposomen eingebaut werden. In einem anschließenden Permeationsschritt soll Schwefelwasserstoff im Liposomen mit den Eisenionen reagieren, die entstandenen Prezipitate bestehen aus Eisensulfid. Durch die geeignete Auswahl an membranständigen Enzymen (Hydrogenasen, Schwefel-(0)-Reduktasen und ATPasen ) soll ein energiegenerierender Metabolismus für die Minimalzelle geschaffen werden.