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Lehrveranstaltungen


 

Wintersemester 2005/6

Prof. Dr. Helmut G. Walther

Übung: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universitätsgeschichte?

Das Klischeebild vom einsamen geisteswisseschaftlichen Gelehrten in seinem Studierzimmer, vom Gegensatz zwischen universitärem Elfenbeinturm und Gesellschaft wurd von der traditionellen Universitätsgeschichtsschreibung lange Zeit befördert, da diese Universitätsgeschichte meist von solchen Gelehrten als "Nebentätigkeit" betrieben wurde, die selbst dem Idealbild des Wissenschaftlers anhingen, der nach dem angeblichen Ideal Wilhelm von Humboldts in "Einsamkeit und Freiheit" forschte.

Die Universitätsgeschichte der letzten Jahrzehnte hat sich inzwischen erheblich professionalisiert. Zweck der Übung ist es einerseits, diesen Wandlungsprozeß der Universitätsgeschichte als interdizsiplinäre Forschung zwischen Wissenschafts-, Gesellschafts- und Institutionengeschichte zu verfolgen und andererseits auszuloten, welche Möglichkeiten sich gerade für Historiker auf dem Arbeitsfeld einer Öffentlichkeitsarbeit im Sinne einer Neubestimmung der Funktion der Universität in der zeitgenössischen Gesellschaft bieten.

PD Dr. Matthias Asche

Vorlesung: Die deutschen Universitäten in der Frühen Neuzeit. Pädagogische Institutionen, soziale Trägerschichten und akademische Lebensformen

Die vormoderne Universitätslandschaft in Deutschland war ein Abbild des territorial und konfessionell vielgestaltigen Alten Reiches. Nahezu alle großen politischen, geistigreligiösen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der deutschen Geschichte spiegelten sich in ihr wider. Im Zentrum der Vorlesung sollen nicht nur der rechtliche Rahmen der maßgeblichen Institution höherer Bildung sowie deren Lehrinhalte und pädagogisch-didaktische Zielsetzung, sondern auch die soziale Verortung der Universitäten in der "Altständischen Gesellschaft" stehen. Dabei ist esbenso nach dem Selbstverständnis der Professoren als Gelehrte wie nach den spezifischen studentischen Lebenswelten, mithin insgesamt nach dem akademischen Alltag in der Frühen Neuzeit zu fragen.

Dr. Ulrich Rasche

Übung: Universitätsreformen im 18. und 19. Jahrhundert

Universitätsreformen standen auch im 18. und 19. Jahrhundert in einem sehr komplexen Bedingungsgefüge, das man genau analysieren muß, um die Modernisierungsprozesse zu verstehen. Bei Lichte bestehen, sind die Historiker einer solchen Analyse bislang schuldig geblieben. In der Übung werden wir versuchen, jenes Gefüge anhand ausgewählter Aktenstücke zur Jenaer Universitätsgeschichte zu entflechten. Wir werden dabei von konkreten auf grundsätzliche Antworten zielen.

PD Dr. Matthias Asche

Hauptseminar: Die mitteldeutschen Universitäten in der Frühen Neuzeit: Erfurt, Leipzig, Wittenberg, Jena, Helmstedt, Halle und Göttigen

Der sächsisch-thüringische Raum wies mit Erfurt (1392), Leipzig (1409) und Wittenberg (1502) schon am Ausgang des Mittelalters eine einzigartige Hochschuldichte im Heiligen Römischen Reich auf. Im Konfessionellen Zeitalter setzte sich dieser bemerkenswerte Konzentrationsprozeß von Hochschulen im weiteren mitteldeutschen Raum mit den Neugründungen der ernestinischen Wettiner in Jena (1558) und der Welfen in Helmstedt (1576), im Zeitalter der Aufklärung mit den dezidierten Reformuniversitäten Halle (1694) und Göttingen (1737) fort. Die große Zahl der mitteldeutschen Universitäten entsprach auch der anhaltend hohen Frequenz ihres Studentenbesuches. Andererseits war die mitteldeutsche Universitätslandschaft, die - mit Ausnahme der bikonfessionellen Anstalt in Erfurt - einen rein protestantischen Charakter trug, auch von bisweilen starken Konkurrenzen der Hochschulen untereinander gekennzeichnet. In der Lehrveranstaltung soll nach Gemeinsamkeiten und Spezifika der einzelnen Universitäten in der Frühen Neuzeit gefragt werden. Diese fanden ihren Ausdruck etwa in einer unterschiedlichen Zusammensetzung der Studentenschaft oder auch allgemein im Verhältnis der Hochschulen zu ihren Trgerterritorien.

Prof. Dr. Hans-Werner Hahn/ Prof. Dr. Jürgen John

Oberseminar: Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert

 

Sommersemester 2005

Prof. Dr. Jürgen John/ Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach/ PD Dr. Uwe Hoßfeld

Oberseminar: Universitätsgeschichte

 

Wintersemester 2004/05

Dr. Robert Gramsch

 

Übung: Zur Sozialgeschichte deutscher Universtitätsbesucher im späten Mittelatlter

 

Die mittelalterlichen Universitäten, die zuerst im 12. Jhr. in Paris und Bologna entstanden, übten auf die (vor allem) geistlichen Eliten Europas eine große Anzie­hungs­kraft aus. Da es dem Deutschen Reich bis zur Mitte des 14. Jhrs. an eigenen Hohen Schulen mangelte, zogen deutsche Studenten zu Hunderten ins Ausland zum Artes-, Rechts- oder Theologiestudium. Die Zahl der in den Matrikeln der spätmittelalterlichen deut­schen Univer­sitäten verzeichneten Personen geht dann sogar schon in die Hunderttausende – die „erste Überfüllungskrise der deutschen Hochschulen“ kündigte sich an. In der Übung werden wir uns damit beschäftigen, wer die Leute waren, die die Hochschulen der Zeit bevölkerten, was sie vom Studium er­hofften und was sie erreichten. Hierzu werden wir uns sowohl einen allgemeinen Überblick über die Entwicklung vom 13. bis zum späten 15. Jhd. verschaffen, als auch in Quellenarbeit vorrangig anhand der Erfurter Matrikel u.a. personen­geschichtlicher Quellen die Karrieren von Universitätsbesuchern im Detail unter­su­chen.

 

 

Prof. Dr. Jürgen John

 

Vorlesung und Übung: Mythos Humboldt? Deutsche Universitäten im 20. Jahrhundert

 

Die "Idee der Universität" steht für die "Gesamtheit der Wissenschaften", grenzenlosen geistigen Austausch, hohe Bildung und forschungsgestützte Lehre. In der Welt moderner Wissensgesellschaften und -kulturen haben die Universitäten ihren angestammten Platz gegen die wachsende Konkurrenz Technischer Hochschulen und außeruniversitärer Großforschung behaupten und ausbauen können. Das gern mit dem Namen "Humboldt" assoziierte "deutsche Universitätsmodell" gilt dabei weithin als Erfolgsmodell und Exportschlager. Seit der "Zeitenwende" um 1900 erfuhr es im "kurzen 20. Jahrhundert" der Extreme, Weltkriege und häufigen politischen Umbrüche mehrfache Sinnkrisen, Paradigmenwechsel und Entwicklungsschübe. In den jeweils unterschiedlichen Spannungs- und Interaktionsfeldern von Brüchen und Kontinuitäten, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit agierten das "akademische Deutschland" und seine universitären Eliten traditionell und habituell selbstbewußt, mit klaren Eigeninteressen und selbstbestimmten Mobilisierungsstrategien. Das zeigte sich bei der "Urkatastrophe" des ersten Weltkrieges ebenso wie nach der "nationalen Erhebung 1933" mit ihren katastrophalen Folgen. Mit dem Mythos vom "rein gebliebenen Geist" versuchten die deutschen Universitäten seit 1945 einen Neustart. Er mündete in die bipolare Konfrontations- und Bezugsgeschichte eines nunmehr staatlich, gesellschaftlich und geistig zweigeteilten "akademischen Deutschlands". Die Übernahme bundesdeutscher Universitätsstrukturen in den ostdeutschen Transformationsprozessen seit 1989/90 überschnitt sich mit Symptomen und Prozessen, die als "massenuniversitäre Krise", "Ende des Mythos Humboldt" und universitärer Abstieg in bloße Dienstleistungsfunktionen beobachtet, erörtert und beklagt werden. Die Vorlesung wird diesen Facetten der Idee und Realität der "deutschen Universität" im 20. Jahrhundert insgesamt und anhand ausgewählter Beispiele nachgehen. Sie kann gesondert wie im Rahmen des entsprechenden Fachmoduls besucht werden.

 

 

Dr. Tobias Kaiser

 

Übung: Studentengeschichte im 20. Jahrhundert

 

Die Geschichte der Studierenden ist ein wichtiger, bisweilen unterschätzter Teilbereich der Universitäts- und Bildungsgeschichte. Eine Universitätsgeschichte kann nicht ohne die Untersuchung des Bereiches „Lehre“ auskommen, muss damit die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden untersuchen. Darüber hinaus gelten Studierende – nicht nur im Hinblick auf das Phänomen „1968“ – immer auch als eine politisch und gesellschaftlich relevante Gruppe, die Positionen der jungen Generation vermittelt. Die Übung wird sich sowohl mit historiographischen Positionen auseinandersetzen als auch mit Quellen arbeiten. Dabei steht die Geschichte der Universität Jena ausdrücklich im Vordergrund. Im Rahmen der Übung bietet sicher daher Gelegenheit, bisher wenig beachtete Felder der Forschung abzustecken und auch eigene Ergebnisse zu erarbeiten. Anknüpfungsmöglichkeiten bieten konkrete laufende Projekte der „Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert“ und des Studentenrates der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

 

 

Prof. Dr. Hans-Werner Hahn/ Prof. Dr. Jürgen John

 

Oberseminar: Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert

 

 

 

Sommersemester 2004

 

Dr. Ulrich Rasche

 

Übung: Kommunikation in der Jenaer Universität des 17. bis 19. Jahrhunderts

 

Im Jahr 1962 erschien das zu Recht viel beachtete Buch von Helmut Schelsky „Einsamkeit und Freiheit. Idee und Gestalt der deutschen Universität und ihrer Reform. Schelsky schrieb über die „im Zunftwesen erstarrte Universität“ des 18. Jahrhunderts: „Sie vertrat die Bewahrung des Vorhandenen, des status quo, in dem man sich eingerichtet hatte. Eine solche auch heute sehr verbreitete Haltung äußert sich kaum literarisch, sie dokumentiert sich damals und heute in Kollegiats- und Fakultätsbeschlüssen, die der Nachwelt nicht überliefert zu  werden pflegen.“ (2. Aufl., Düsseldorf 1971, S. 38). Zumindest in dem letzten Punkt hat sich Schelsky geirrt. Für Jena (und für viele andere Universitäten auch) sind in Form von Umlaufschreiben (Missive) und Protokollbüchern beinahe sämtliche Fakultäts- und Senats­beschlüsse des 18. Jahrhunderts überliefert. Diese Quellen geben tiefe Einblicke in die Kom­munikationsstrukturen der alten Universität. Sie erlauben es, Entscheidungsprozesse bis ins Detail nachzuvollziehen und die These von der Beharrungsmentalität der „im Zunftwesen er­starrten Universität“ des 18. Jahrhunderts zu überprüfen. Alle, die Interesse an dieser
wichtigen Fragestellung haben und sich darüber hinaus in der deutschen Schrift üben wollen, sind eingeladen, an der Übung teilzunehmen.

 

PD Dr. Klaus Ries

 

Übung: Heißer Sommer.1968/1818: Zum Verhältnis von Professoren und Studenten in der deutschen Geschichte

 

In Anlehnung an den Titel des Romans von Uwe Timm aus dem Jahre 1974 über die Studentenunruhen vom Sommer 1968 ist der Titel dieser Übung gewählt, die einen Vergleich zwischen den "Studentenunruhen" vom Sommer 1818 in Jena und denjenigen 150 Jahre später in der Bundesrepublik unternimmt. Dabei geht es in erster Linie um die Frage, ob und inwieweit die studentische Bewegung eine relativ autonome politische Bewegung darstellte oder nicht vielmehr von den als Mentoren auftretenden Professoren entscheidend beeinflußt wurde. Für die frühe Burschenschaftsbewegung besteht in der derzeitigen historischen For­schung ein Streit darüber, ob man die Burschenschaft als autonome Jugendbewegung zur Re­form des studentischen Lebens begreift oder als primär politische Bewegung, die unter einem nicht unwesentlichen Einfluß der sogenannten politischen Professoren stand. Dieser Streit soll in der Übung für die Frage nach der Vergleichbarkeit beider Studentenbewegungen vom Sommer 1818 und vom Sommer 1968 fruchtbar gemacht werden.

 

Prof. Dr. Jürgen John/ PD Dr. Uwe Hoßfeld

 

Hauptseminar (mit Archivpraktikum): Die Jenaer Universität in der NS-Zeit  

 

Wie die meisten deutschen Universitäten hat sich die traditionsreiche Jenaer Universität erst in den letzten Jahren gründlicher und intensiver mit ihrer NS-Vorgeschichte auseinander­gesetzt. Damit verbundene öffentliche Debatten haben polarisierend und sensibilisierend gewirkt. Dabei werden gern ebenso griffige wie analytisch untaugliche Etikette verwendet. Der Behauptung einer wissenschaftliche Standards wahrenden und deshalb „im Kern gesund gebliebenen“ Universität steht das Verdikt einer besonders „braunen“ und „rassepolitischen Musteruniversität“ gegenüber. Beide gehen an der Realität vorbei. Neuere Forschungen zeichnen das Bild einer für die Zwecke des NS-Systems und seines Krieges dienst­leistungsfähigen Universität mit einer deutlichen naturwissenschaftlichen wie „lebens­gesetzlich-rassischen“ Doppelprägung. Sie verweisen auf entsprechende Eigeninteressen, Gestaltungskonzepte und Mobilisierungsstrategien universitärer Eliten, zahlreiche Verflech­tungen mit politischen und militärischen Bürokratien auf Reichs- und Gauebenen und einen insgesamt engen Wirkungszusammenhang von Wissenschaft und Politik. Mit diesen Be­funden markiert ein kürzlich publizierter Studienband den Forschungsstand - das Erreichte ebenso wie das noch nicht Untersuchte. Auf dieser Grundlage bietet das Hauptseminar Gele­genheit, sich nun gezielt den Defiziten zuzuwenden und sie quellengestützt abzuarbeiten. Das geschieht in Kooperation mit dem Universitätsarchiv und wird auch als Archivpraktikum an­gerechnet. Die entstehenden Seminararbeiten können auf Wunsch zu Magister- oder Haus­arbeiten ausgebaut werden.

 

 

Dr. Tilde Bayer/ Tobias Kaiser

 

Übung zur Methodik: Quantifizierende Methoden zur Universitätsgeschichte nach 1945 mit SPSS für Historiker

             

In Mittelpunkt dieser Übung steht der Umgang mit seriellen Quellen zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität nach 1945. Ziel der Veranstaltung ist die Erstellung eines Datenaufnahmebogens, die selbständige Datenerhebung und die Auswertung des Datensatzes mit dem für Sozialwissenschaftler entwickelten Statistikprogramm SPSS. PC-Kenntnisse sind wünschenswert, aber keinesfalls Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme. Teilnehmer benötigen ein „login“ beim Universitätsrechenzentrum.

 

 

Wintersemester 2003/04

 

Dr. Ulrich Rasche

 

Übung zur Methodik / Quellenlektüre: Sozialgeschichte der Jenaer Studenten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert

 

Ausgehend von der Analyse der Studentenfrequenz werden wir versuchen, mit Hilfe von ungedruckten Briefen, Rechnungen, Tagebüchern, Stammbüchern und Akten (etwa des akademischen Gerichts) der Lebenswelt der Jenaer Studenten auf die Spur zu kommen. Voraussetzung für die Teilnahme ist in erster Linie eine gehörige Portion Neugier. Die Teilnehmer müssen bereit sein, kleinere Aufgaben zu übernehmen und sich im Lesen der deutschen Schrift zu üben. Lateinkenntnisse sind erwünscht, aber nicht erforderlich.

 

 

Sommersemester 2003

 

PD Dr. Siegrid Westphal

 

Hauptseminar: Die Universität als Richter     

 

Herrschaft, Herrschaftsausübung und dabei entstehende Konflikte zählen zu den zentralen Themen der Frühen Neuzeit. Kennzeichen von Herrschaft in der ständischen Gesellschaft sind eine Fülle von Herrschaftsträgern und häufig eine Verschränkung verschiedenster Herrschaftsrechte innerhalb eines Territoriums. Herrschaftskonflikte gehörten deshalb zur Tagesordnung. Das Hauptseminar will sich diesem Feld am Beispiel der Universität Jena widmen. Durch den vollen Erwerb von Remda und Apolda gelangte die Universität Jena 1633 in den Besitz der auf diesen beiden Gütern verankerten obrigkeitlichen Herrschaftsrechte, einschließlich der Gerichtshoheit. Von der Tätigkeit der Universität Jena als Gerichtsherr zeugen eine Reihe von Akten, die im Zusammenhang mit dem Hauptseminar ausgewertet werden sollen. Die dafür nötigen paläographischen Kenntnisse können in einer begleitenden Übung erworben werden.

 

Tobias Kaiser/ Katja Deinhardt

 

Übung zur Historiographie: Stadt und Universität im 19. und 20. Jahrhundert       

 

Eine Universität prägt die Struktur einer Stadt. In der Stadtgeschichte spricht man nicht umsonst von einem „Sondertypus“ Universitätsstadt.

In der Übung soll dieses Verhältnis der Universität zu ihrem Standort und Umfeld in den Blick genommen werden. Zeitlich konzentriert sich die Übung auf das 19. und 20. Jahrhundert - eine Zeit, in der sowohl Stadt als auch Universität einem nicht unwesentlichen Wandel unterworfen waren, der häufig mit Schlagwörtern wie Modernisierung, Industrialisierung oder Verwissenschaftlichung belegt wird. Die Übung wird sich jedoch nicht allein auf die Universitätsstadt Jena beschränken, diese aber als Beispiel immer wieder heranziehen.

Die Übung ist als historiographische Übung konzipiert, es soll also die Entwicklung der Forschung zu dieser Thematik nachskizziert und dabei verschiedene historische Herangehensweisen beleuchtet werden. In den Blick genommen werden etwa ältere und neuere Forschungen zum Stadttypus, Fragen des Bürger- und Verfassungsrecht, der studentischen und akademischen Kultur - immer in Verbindung zur Struktur vor Ort.

 

Dr. Steffen Kaudelka

 

Übung: Die Universität Jena im Nationalsozialismus    

 

Im Jahr 2008 feiert die Universität Jena ihr 450-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlaß wird eine moderne Geschichte der FSU im 20. Jahrhundert erarbeitet. Im Mittelpunkt der Aufarbeitung stehen die beiden Diktaturen im „Zeitalter der Extreme“. Trotz intensivierter Forschung weist auch die NS-Zeit noch zahlreiche Lücken auf. Dies gilt insbesondere für die ostdeutschen Universitäten im „Dritten Reich“. Neben einem Überblick über neuere Ansätze und Ergebnisse zum Thema „Hochschulen im Dritten Reich“ sollen wichtige Stationen der Jenaer Universitätsgeschichte in den Jahren 1933-1945 herausgearbeitet und dabei auch weniger gut erforschte Bereiche beleuchtet werden. Hierzu gehören etwa die Auswirkungen der nationalsozialistischen Repressions- und Vertreibungspolitik auf Dozenten- und Studenten­schaft. Ferner sollen Fragen zum Selbstverständnis der Universität im „Dritten Reich“ erörtert und hierzu neben (Rektorats-)Reden auch unbekannte Quellen wie Selbstzeugnisse Jenaer Hochschulangehöriger erschlossen werden. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich schließ­lich auf die Kriegsjahre. In der Übung sollen nach Möglichkeit auch studentische Abschluß­arbeiten angeregt werden, die im Vorfeld des Universitätsjubiläums erwünscht sind.

 

Prof. Dr. Hans-Werner Hahn/ Prof. Dr. Jürgen John/ Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach

 

Kolloquium zur Universitätsgeschichte im 19./20. Jahrhundert

 

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