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Laufzeit: November 2002 - Mai 2009
Abb.: Mon.script.sab. 80: Brief eines Königs von Haram, ca. 1. Jh. v. Chr
Das Forschungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek in München den dort befindlichen Bestand an altsüdarabischen Minuskelinschriften, insgesamt rund 380 Texte, wissenschaftlich auszuwerten und zu veröffentlichen. Von November 2002 bis Mai 2009 wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit einer vollen Mitarbeiterstelle (BAT (O) II A) gefördert. In einem ersten Bearbeitungszeitraum von dreieinhalb Jahren wurden sämtliche Inschriften der mittel- bis spätsabäischen Periode (ca. 3. Jh. v. Chr.-6. Jh. n. Chr.) analysiert. Dieses Textkorpus umfaßt mit 205 Inschriften reichlich die Hälfte des Gesamtbestandes der Sammlung und enthält 85 Rechts- und Wirtschaftstexte (Abrechnungen, Quittungen, Schuldscheine u. dgl.), 74 Briefe, 26 Schreibübungen und 7 Inschriften aus der Kultpraxis (vornehmlich Orakelanfragen und -bescheide). Diese Texte sind 2010 in zwei Teilbänden veröffentlicht worden (P. Stein, Die altsüdarabischen Minuskelinschriften auf Holzstäbchen aus der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Bd. 1. Die Inschriften der mittel- und spätsabäischen Periode, Tübingen/Berlin 2010 (EFAH 5). Teil 1: Text, Teil 2: Verzeichnisse und Tafeln).
Die anschließende zweite Bearbeitungsphase widmete sich den etwa 175 Nummern zählenden älteren Inschriften der Sammlung, worunter sich neben altsabäischen auch zahlreiche minäische Texte befinden. Jüngsten Radiokarbondatierungen zufolge dürften die ältesten dieser Inschriften bereits dem 10. oder gar 11. Jh. v. Chr. entstammen und somit zwei Jahrhunderte älter sein, als die frühesten Monumentalinschriften aus Südarabien gemeinhin datiert werden. Mit 67 Rechts- und Wirtschaftstexten, 28 Briefen, 41 Schreibübungen und 11 Texten aus der Kultpraxis sind die Textgattungen hier ähnlich gestreut wie in den Inschriften der jüngeren Periode. Mit der Veröffentlichung dieser Texte in dem für ca. 2012 geplanten zweiten Band der Edition, welcher auch die nicht beschrifteten Objekte der Sammlung beinhaltet, wird die Bearbeitung des Bestandes der BSB an altsüdarabischen Minuskelinschriften abgeschlossen sein. Pressemitteilungen: 17. 02. 2003: Vom Alltag im "Glücklichen Arabien" 23. 05. 2005: Antike Stätten im Land der Königin von Saba erforscht 08. 07. 2011: Alltagssorgen einer längst vergangenen Epoche Verantwortlich: Prof. Dr. Norbert Nebes Bearbeiter: Dr. Peter Stein Lehrstuhl für Semitische Philologie und Islamwissenschaft Löbdergraben 24a D - 07743 Jena |