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Wegbereiter des modernen Strafrechts

Porträtbüste von Paul Johann Anselm Feuerbach ist Objekt des Monats im November 2012
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05.11.2012

 

Objekt des Monats November 2012 aus den zahlreichen Sammlungen und Museen der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist die Kalksteinbüste des renommierten Rechtswissenschaftlers Paul Johann Anselm Feuerbach (1775-1833), die auf dem Fürstengraben gegenüber vom Botanischen Garten steht. Die Büste Feuerbachs stammt vom Kahlaer Künstler Karl-Heinz Appelt und wurde anlässlich des 150. Todestages im Mai 1983 enthüllt.

Paul Johann Anselm Feuerbach gehört zu den herausragenden Rechtsgelehrten der Neuzeit, die - aufbauend auf der Kantischen Philosophie - die Freiheit aller Bürger rechtsphilosophisch wie rechtsdogmatisch in ein System zu bringen versuchten. Er verfolgte insbesondere den Gedanken einer Trennung von Recht und Sittlichkeit sowie eine Straftheorie, wonach es Zweck des Staates sei, die wechselseitige Freiheit aller Bürger durch Androhung und gegebenenfalls auch Einsatz physischen Zwangs zur Verhinderung rechtswidriger Handlungen zu sichern: feste Strafandrohungen und enger Strafrahmen, wobei nicht nach der konkreten Täterpersönlichkeit zu differenzieren ist. Damit wandte sich Feuerbach gegen die gängigen Strafrechtsauffassungen seiner Zeit.

Feuerbachs Geburtsort liegt in der Nähe seiner späteren Studienstadt: im kleinen Dorf Hainichen bei Jena. Aufgewachsen in Frankfurt am Main, kehrte er 1792 zum Studium nach Jena zurück - zunächst der Philosophie, dann der Jurisprudenz. 1800 bis 1801 war er Professor an der Universität Jena und Beisitzer des im Alten Reich geachteten Jenaer Schöppenstuhls.

Feuerbach wird als Wegbereiter des modernen Strafrechts in Jenas klassischer Zeit von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät jährlich in der zweiten Novemberwoche mit dem Feuerbach-Tag geehrt. In einer Festveranstaltung der Universität, die in diesem Jahr am 16. November stattfindet, werden die Urkunden an die Promovierten und Habilitierten übergeben.

Weitere Informationen zur Feuerbach-Büste sind hier zu finden.

Kontakt:
Dr. Karl-Michael Platen
Kunsthistorisches Seminar und Kustodie der Universität Jena
Frommannsches Anwesen
Fürstengraben 18
07743 Jena
Tel.: 03641 / 944166
E-Mail:

Prof. Dr. Gerhard Lingelbach
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Tel.: 03461 / 942181
E-Mail:

Meldung vom: 2012-11-05 08:31
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