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Beiträge der Chemie zur Energiewende

Fachgruppe Chemie und Energie tagt am 6./7. Oktober in Jena
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28.09.2016

 

Die jüngste der 28 Fachgruppen und Sektionen der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), die Fachgruppe Chemie und Energie, hält am 6. und 7. Oktober an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ihre erste Jahrestagung ab. Die Fachgruppe ist am 1. Januar 2016 aus der gleichnamigen, 2009 gegründeten Arbeitsgemeinschaft hervorgegangen, die bereits erfolgreiche Tagungen und Workshops durchführen konnte. In diesem Jahr stehen besonders aktuelle Themen auf dem Programm, die sich mit den Beiträgen der Chemie zur Energiewende in Deutschland befassen, so die GDCh. Dabei sind sowohl Vorträge aus der akademischen Forschung als auch aus der Industrie vorgesehen, um den Dialog zwischen universitären und industriellen Forschungsstellen zu intensivieren und zu fördern.


Auf dem Weg zu leistungsfähigeren Batterien

Die Vorträge über Batterien werden mit einem Beitrag von Prof. Dr. Jürgen Janek von der Universität Gießen eingeleitet, der die chemischen Herausforderungen auf dem Weg zu leistungsfähigeren Batterien skizziert. Hierzu zählen die Suche nach neuen und verbesserten Materialien für Elektroden, Elektrolyten und Separatoren, Studien zum Ladungs- und Stofftransport in Speichermaterialien, Untersuchungen zur Kinetik kompletter Elektroden und generell zu Grenzflächenphänomenen. Im Fokus des Vortrags stehen mögliche Nachfolgekonzepte zur aktuellen Lithium-Ionen-Technologie, wozu neben visionären Metall-Luft-Batterien auch Lithium-Schwefel-Batterien zählen. Erst kürzlich hat Janek die aktuelle Entwicklung von Festkörperbatterien kommentiert, in denen der übliche flüssige Elektrolyt durch einen festen Elektrolyten ersetzt wird. Gegenwärtig wird dieser Batterietyp international mit wachsender Intensität erforscht und hier stellt sich insbesondere die Frage, ob durch den Einsatz von Lithium-Metall-Anoden eine deutlich höhere Energiedichte erreicht werden kann.

Neben strombasierten Energieträgern spielen auch andere Quellen in der Zukunft eine wichtige Rolle. Eine wichtige Entwicklung wäre es, wenn das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) als Rohstoff Verwendung finden würde. Das ist somit ein wichtiges Forschungsthema sowohl in akademischen wie auch in industriellen Labors. In diesem Umfeld stellt Dr. Andreas Bode, BASF SE, im zweiten Hauptvortrag alternative und umweltfreundliche Produktionsprozesse für die chemische Industrie vor. Er berichtet über die gekoppelte Produktion von Kohlenstoff und Wasserstoff sowie die katalytische CO2-Aktivierung zur Synthesegasherstellung. Es folgen Präsentationen zur Stromnetzregelung mit Chloralkali-Elektrolysen sowie zur Stoffsynthese aus CO2. Gashydrate und die effiziente Erzeugung von H2 mittels neuer Materialien stehen im Mittelpunkt weiterer akademischer Vorträge. Im Zentrum des dritten Hauptvortrags von Prof. Dr. Markus Antonietti, Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam, steht das Thema "Organische Festkörper für die metallfreie Katalyse". Weiterhin wird Prof. Dr. Angelika Heinzel von der Universität Duisburg-Essen über Technologieoptionen für die Elektrolyse und Brennstoffzellen vortragen.


Strom als Rohstoff für die Synthese von chemischen Verbindungen

Im letzten Themenblock wird insbesondere Strom als Rohstoff für die Synthese von chemischen Verbindungen thematisiert. Im einleitenden Hauptvortrag geht es zunächst um die Rolle der Energieversorgungsunternehmen als Rohstofflieferanten. Hierfür konnte als Vortragender Rene Schoof von der kürzlich gegründeten Uniper SE (ehemals E.ON) gewonnen werden. Forscher der Siemens AG und des Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie tragen zur Nutzung von überschüssigem Strom als Rohstoff für die Synthese von Kraftstoffen und H2O2 vor. In einem weiteren Vortrag geht es um die Zukunft des Dieselmotors, dessen Emissionen durch synthetische Kraftstoffe deutlich reduziert werden sollen.

Weitere Informationen zur Tagung unter: www.gdch.de/energie2016

Kontakt (an der FSU):
Prof. Dr. Philipp Adelhelm
Institut für Technische Chemie und Umweltchemie der Universität Jena
Philosophenweg 7a
07743 Jena
Tel.: 03641 / 948400
E-Mail:

 

 

 

 

Meldung vom: 2016-09-28 13:41

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