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Heilsames Blutvergießen

Schröpflampe ist Objekt des Monats im Oktober 2016
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06.10.2016

Objekt des Monats Oktober 2016 aus den zahlreichen Sammlungen und Museen der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist eine Schröpflampe aus Messing aus der Medizinhistorischen Sammlung Theodor Meyer-Steineg. Sie wird seit den 1970er Jahren im Ernst-Haeckel-Haus aufbewahrt.

Wie sehr Medizin sich verändert, zeigt das Objekt des Monats Oktober 2016. So ist der Aderlass, ein seit der Antike angewandtes Heilverfahren, durch das "schlechtes Blut" aus dem Körper gelangt, heute noch vielen bekannt. Kombiniert wurde dieses Verfahren mit dem Schröpfen - einer ebenfalls sehr alten, alternativen Heiltechnik. Sogenannte Schröpfköpfe aus Messing oder Glas wurden über einer Schröpflampe erhitzt, wodurch ein Unterdruck erzeugt wurde. Die Durchblutung der Haut sollte so angeregt und Schmerzen und Verspannungen gelöst werden. Für die Behandlung wurde die entsprechende Hautstelle zunächst gereinigt und von Haaren befreit. Nachdem der von der Schröpflampe erhitzte Schröpfkopf auf die Haut gesetzt und für eine erhobene Stelle gesorgt hatte, wurde dieser Hügel mit einem Schröpfnepper verwundet. Mit dem erneuten Aufsetzen eines weiteren Schröpfkopfes konnte das Blut an der Behandlungsstelle abgesaugt werden. Anschließend wurden die Schnitte medizinisch versorgt.

Die medizinhistorische Sammlung, der das Objekt des Monats Oktober 2016 entstammt, wird derzeit überarbeitet, so dass dieser einzigartige Sammlungsbestand der Friedrich-Schiller-Universität Jena bald im neuen Sammlungsportal präsentiert wird. Dieses soll Anfang des Jahres 2017 online gehen.

Die knapp 200 Jahre alte Schröpflampe der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist vom 8. Oktober 2016 bis 16. April 2017 in der Ausstellung "Vita Dubia. Über die Ungewissheit des Todes und die Angst, lebendig begraben zu werden" im Museum für Sepulkralkultur in Kassel zu sehen.

Weitere Informationen zur Schröpflampe sind hier zu finden.

Kontakt:
Dr. Andreas Christoph
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik "Ernst-Haeckel-Haus"
Berggasse 7
07745 Jena
Tel.: 03641 / 949514
E-Mail: a


 

 

Meldung vom: 2016-10-06 14:42

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