Schnelleinstieg Reader

Home|Suche|Friedolin|Webmail de

Wortmarke FSU

Gemischte Gefühle: Thüringen nach der "Flüchtlingskrise"

Soziologen stellen Ergebnisse des Thüringen-Monitors 2016 vor
PDF erstellen
ReadSpeaker
zurück | vor
09.11.2016


Prof. Dr. Heinrich Best vom Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der FSU hat am 8. November in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt das Gutachten zum diesjährigen THÜRINGEN-MONITOR vorgestellt. Der THÜRINGEN-MONITOR 2016 trägt den Titel "Gemischte Gefühle: Thüringen nach der 'Flüchtlingskrise'" und diskutiert die Ergebnisse einer repräsentativen telefonischen Befragung der Thüringer Bevölkerung im Mai/Juni 2016 zu den Themen Asyl, Migration, Integration, Demokratiezufriedenheit, Institutionen- und Medienvertrauen sowie rechtsextremen Einstellungen.

"Für viele Menschen in Thüringen und in Ostdeutschland insgesamt ist das Projekt der deutschen Einheit auch im 26. Jahr und nach einem materiell ungeheuer aufwendigen Prozess nationaler Integration noch keineswegs abgeschlossen. Viele Ostdeutsche fühlen sich weiterhin gegenüber Westdeutschen benachteiligt. Auch der Anteil derer, die an der Demokratie 'wie sie in der Praxis funktioniert', Kritik üben, ist hoch. Diese Unzufriedenheit wiederum steht in einem Zusammenhang zu Vorbehalten gegenüber der Aufnahme von Asylsuchenden und Flüchtlingen sowie der Integration von Migranten", fasst Prof. Best die Ergebnisse der Befragung zusammen. 

Ein Kernthema des Thüringen-Monitors ist wie in jedem Jahr die Messung rechtsextremer Einstellungen. Nachdem der Anteil rechtsextremer Einstellungen 2015 - entgegen dem Trend der vorausgegangenen Jahre - auf 24 Prozent angestiegen war, erreicht er laut der aktuellen Studie 2016 mit 16 Prozent einen neuen Tiefstwert. Das ist in erster Linie auf den Rückgang der neo-nationalsozialistischen Einstellungen von 9 auf 6 Prozent zurückzuführen. Die Zustimmung zur Aussage, dass Deutschland durch Ausländer in gefährlichem Maße überfremdet sei, (52 Prozent) hat sich jedoch gegenüber dem Vorjahr statistisch nicht signifikant verändert. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Aussage, dass unser Land heute ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland brauche.

Die Ergebnisse sind im Internet nachzulesen unter: http://www.thueringen.de/mam/th1/tsk/thuringen-monitor_2016_mit_anhang.pdf.

Kontakt:
Prof. Dr. Heinrich Best, Dr. Axel W. Salheiser
Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 2,  07743 Jena
Tel.: 03641 / 945541, 03641 / 945543
E-Mail: ,


Meldung vom: 2016-11-09 14:10

Logo Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Logo Total E-Quality Coimbragroup Partnerhochschule des Spitzensports