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Haarpflege zu Zeiten der Völkerwanderung

Ein ungarischer Dreilagenkamm ist Objekt des Monats im Januar 2017
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04.01.2017

Objekt des Monats Januar 2017 aus den zahlreichen Sammlungen und Museen der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist ein Dreilagenkamm des späten 4. bis 5. Jahrhunderts aus Dunaszekcsö (Ungarn) aus der Sammlung Ur- und Frühgeschichte der Universität Jena.

Mehrlagige Kämme wurden überwiegend aus Geweih- oder Knochenplatten gefertigt. Zumeist wurden dazu mehrere längsgefaserte Geweihplatten nebeneinander gelegt und durch zwei quergefaserte Deckplatten mittels Nieten verbunden. Ein Keilstück sorgte für zusätzlichen Halt, die Kammzähne wurden zuletzt in die Platten eingesägt. Das Objekt des Monats gehört zu der Gruppe der Dreilagenkämme mit erweiterter bzw. buckliger Griffplatte; es stammt von einem Gräberfeld in Dunaszekcsö, Komitat Baranya in Ungarn. Kämme dieses Typs weisen eine rechteckige bis leicht geschweifte Griffplatte auf, in deren Mitte sich eine halbrunde Erweiterung befindet.

Als Verzierungselemente weist der Kamm mehrere Linien auf, die in einer aus der Metallbearbeitung bekannten, punzierähnlichen Methode auf die Deckplatten aufgebracht wurden. Damit liegt mit dem Objekt des Monats ein seltenes Exemplar vor, da die meisten Kämme dieser Form unverziert blieben. Vergleichbare Kämme mit erweiterter Griffplatte sind vor allem aus dem südrussischen, donauländischen sowie ost- und elbgermanischen Raum bekannt und treten häufig gemeinsam mit gotischen Blechfibeln auf. Daher kann die Entstehung in die Völkerwanderungszeit eingeordnet werden.

Weitere Informationen zum Dreilagenkamm sind hier zu finden.

Kontakt:
Prof. Dr. Peter Ettel
Institut für Orientalistik, Indogermanistik, Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Jena
Löbdergraben 24a, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944891
E-Mail: p


 

 

 

 

Meldung vom: 2017-01-04 07:05

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