Seine Mutter ist eine weiße Amerikanerin. Sein Vater stammt aus Kenia und ist schwarz. Barack Obama ist also etwas von beidem. Dennoch gilt Obama als erster "schwarzer" Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und somit als Vertreter einer Minderheit.
Warum die meisten von uns gerade diese Zuordnung fast automatisch vornehmen, das analysiert am Donnerstag (18. März) der Sozialpsychologe Prof. Dr. Jeffrey W. Sherman in einem Gastvortrag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Unter dem Titel "Stereotype Formation and Hypodescent: Why Minority Stereotypes are Stronger than Majority Stereotypes and Barack Obama is Black" wird Sherman die wissenschaftlichen Grundlagen eines Modells erläutern, nach dem wir andere Menschen bestimmten gesellschaftlichen Gruppen zuordnen. Zu dem Vortrag in englischer Sprache ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Beginn ist um 16.15 Uhr in der Humboldtstraße 11 (Raum 115).
Jeffrey W. Sherman ist Gast der DFG-Forschergruppe "Discrimination and Tolerance in Intergroup Relations" und des Internationalen Graduiertenkollegs "Conflict and Cooperation between Social Groups" der Uni Jena. Er lehrt und forscht als Professor an der University of California in Davis. Sein wissenschaftliches Interesse gilt insbesondere sozial-kognitiven Prozessen der Entstehung und Wirkung von sozialen Stereotypen und Vorurteilen sowie der Selbstwahrnehmung.
Meldung vom: 2010-03-15 08:20