Nichts weiter als Schrott und Rost - das ist es, was viele Jenaer in den Skulpturen Frank Stellas sahen, die er 1995 auf dem Abbe-Platz aufstellen ließ. Trotz der anfänglichen Kritik an den fünf überdimensionalen Metall-Plastiken stehen sie noch immer auf dem Jenaer Campusgelände und sind von diesem inzwischen gar nicht mehr wegzudenken. Bereits 1996 würdigte die Friedrich-Schiller-Universität Jena den Künstler und sein unkonventionelles Werk mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde.
Ruhm und Ehre ist Stella nun auch von "ganz oben" zuteil geworden. US-Präsident Barack Obama hat den 73-jährigen Künstler jüngst mit der "National Medal of Arts and Humanities" ausgezeichnet. Neben 19 weiteren Größen aus Kunst und Kultur, wie Bob Dylan und Clint Eastwood, nahm Stella am 25. Februar die Auszeichnung "für seine Leistungen als einer der weltweit innovativsten Maler und Bildhauer" entgegen. "Seine durchdachten visuellen Experimente - die oftmals die Grenzen zwischen Malerei, Druckgrafik und Bildhauerei überschreiten - sind moderne Meisterwerke", lobt Obama den Künstler in seiner Rede. Obama würdigte Frank Stella weiterhin als "unbestreitbare Legende".
Eine unglaubliche Wertschätzung, welche auch die Skulpturen auf dem Abbe-Platz in einem neuen Licht erstrahlen lässt. Das Ziel der Kunst - das wusste schon Lothar Späth, der den New Yorker Künstler und sein Werk 1995 nach Jena holte - ist es schließlich, dass sich die Leute an ihr reiben.
Obamas Rede im englischen Original ist im Internet abrufbar unter: www.whitehouse.gov/the-press-office/remarks-president-presentation-national-humanities-medal-and-national-medal-arts.
Meldung vom: 2010-03-12 08:59