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Mit Big Data die Umwelt besser verstehen

Alexander Brenning hat den Lehrstuhl für Geoinformatik der Uni Jena übernommen / Antrittsvorlesung am 16. November um 18 Uhr in der Aula
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13.11.2015

Mehr als 12.000 Kilometer Luftlinie trennen die Anden und Thüringen. Von Jena aus gesehen, erstreckt sich die Gebirgskette entlang der südamerikanischen Westküste praktisch "am anderen Ende der Welt". Eine Entfernung, die Prof. Dr. Alexander Brenning von der Friedrich-Schiller-Universität dennoch immer wieder überbrückt, wenn auch meist per Computer vom Uni-Schreibtisch aus: Der neue Lehrstuhlinhaber für Geoinformatik erforscht u. a. den Permafrost und sogenannte Blockgletscher der trockenen Anden.

Was den 40-Jährigen, der jüngst von der renommierten University of Waterloo im kanadischen Bundesstaat Ontario an die Jenaer Universität wechselte, an der Kryosphäre von Gebirgen interessiert, ist ihre Dynamik. Wie laufen die natürlichen Gletscherbewegungen ab und welchen Einfluss haben lokale und globale Klimaveränderungen darauf? Um solche geographischen Zusammenhänge und Umweltprozesse besser zu verstehen, nutzt und entwickelt Prof. Brenning Methoden der räumlichen Statistik und Geodatenverarbeitung. Dabei geht es beispielsweise darum, Naturgefahren, wie Hangrutsche, frühzeitig zu erkennen.


Geographische Messdaten in empirische Modelle überführen

Neben der Gebirgsmorphologie setzt der Geoinformatiker den Schwerpunkt seiner Arbeit in der Analyse von Umweltdaten und sich daraus ergebende Lösungen für die Raumplanung oder das Management von Ressourcen, etwa in der Land- und Forstwirtschaft. Brenning und sein Team werten dafür eine Vielzahl unterschiedlicher geographischer und Satellitenmessdaten aus und überführen diese in empirische Modelle. "Solche Modelle erlauben es, bestimmte Vorhersagen zu geographischen oder ökologischen Prozessen zu machen", erläutert der gebürtige Franke, der auch Software entwickelt, die die Genauigkeit solcher Modellvorhersagen verbessert.

Alexander Brenning hat zunächst Mathematik studiert. Schon während des Studiums in Freiberg und Erlangen-Nürnberg reiste er mit einem DAAD-Stipendium erstmals nach Chile und schlug mit seiner Diplomarbeit über Geostatistik und geographische Informationssysteme bereits seine spätere Forschungsrichtung ein. Die Blockgletscher der Anden waren anschließend Thema seiner Doktorarbeit, die er an die Humboldt-Universität Berlin anfertigte und wo er 2005 promoviert wurde. Nach weiteren Forschungsaufenthalten an der Uni Erlangen und am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg ging Brenning 2007 nach Kanada, von wo er nun dem Ruf an die Uni Jena folgte.


Förderung im Wissenschaftler-Rückkehrprogramm

Diesen Schritt erleichtert, hat dem vierfachen Familienvater, der in seiner Freizeit gerne joggt und klettert, auch das sogenannte Wissenschaftler-Rückkehrprogramm der German Scholars Organization (GSO) und der Carl-Zeiss-Stiftung. Bis 2018 wird Alexander Brenning in diesem Programm zusätzlich mit rund 90.000 Euro gefördert. Damit werden eine Doktorandenstelle und Reisekosten finanziert. Das Wissenschaftler-Rückkehrprogramm soll es renommierten deutschen Spitzenforschern, die im Ausland arbeiten erleichtern, sich für eine Professur oder einen Lehrstuhl an einer deutschen Universität zu entscheiden. Prof. Brenning ist einer der ersten "Rückkehrer" an einer Universität in Thüringen, die durch das Programm gefördert werden.

In Jena hat der Geoinformatiker bereits Anknüpfungspunkte nicht nur in seinem Institut gefunden. "Insbesondere mit dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie ergeben sich vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten", so Brenning. Zudem gehört er mit seiner datengetriebenen Forschung, etwa dem soeben gestarteten EU-Projekt "Healthy Forest", zu den Gründungsmitgliedern des neuen Michael-Stifel-Zentrums der Jenaer Universität.


Öffentliche Antrittsvorlesung

Der interessierten Öffentlichkeit stellt sich Alexander Brenning am kommenden Montag (16. November) mit seiner Antrittsvorlesung zum Thema "Räumliche Modellierung von Erdoberflächen mit Methoden der Statistik und des maschinellen Lernens" vor. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr in der Aula im Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1, 07743 Jena) statt. 

Kontakt:
Prof. Dr. Alexander Brenning
Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Grietgasse 6, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948850
E-Mail:  


Hintergrundinformationen 

Wissenschaftler-Rückkehrprogramm
Das "Wissenschaftler-Rückkehrprogramm GSO/CZS" der German Scholars Organization und der Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt Universitäten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen dabei, sich im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe zu behaupten. Gefördert werden Berufungen von exzellenten deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den sogenannten MINT-Fächern und der Betriebswirtschaftslehre, die zum Zeitpunkt der Berufung im Ausland tätig sind. Je Professur stehen Fördermittel von durchschnittlich 100 000 Euro zur Verfügung.

Carl-Zeiss-Stiftung
Die 1889 von dem Physiker Ernst Abbe errichtete Carl-Zeiss-Stiftung fördert in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen auf der Grundlage von Programmen die wissenschaftliche Arbeit an staatlichen Hochschulen im Bereich der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer - vor allem mit dem Ziel, das Profil und die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit einzelner Hochschulstandorte nachhaltig zu stärken. Die Rückgewinnung von deutschen Wissenschaftlern, die im Ausland erfolgreich tätig sind, ist eine wichtige Aufgabe, die von der Carl-Zeiss-Stiftung finanziell unterstützt wird, wenn die Berufung eines für die zu besetzende Professur hervorragend qualifizierten deutschen Wissenschaftlers aus finanziellen Gründen zu scheitern droht.


German Scholars Organization
Die German Scholars Organization e.V. (GSO) ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein, der sich für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland engagiert und deren Rückanbindung an den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland fördert. Die GSO wurde im Jahre 2003 von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft gegründet und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Ansprechpartnerin GSO: Dr. Sabine Jung, Tel.: 030 20 62 87 67, , http://www.gsonet.org/czs

 

 

 

 

 

Meldung vom: 2015-11-13 08:53

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