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Intensive Zusammenarbeit in Arabien und Ostafrika

Kooperationsvertrag mit Deutschem Archäologischen Institut geschlossen
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14.12.2015

 

Die Krisen und Kriege im Nahen Osten haben auch die Welt der Archäologie enorm verändert. Einmalige Kulturschätze sind zerstört, viele Grabungen mussten abgebrochen werden, auf Jahre hinaus ist ein wissenschaftliches Arbeiten in Syrien, dem Irak und anderen Gebieten der Region nicht möglich. Umso wichtiger ist es, dass die archäologische Forschung in den Nachbargebieten nicht auch zum Erliegen kommt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat deshalb jetzt mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) einen Kooperationsvertrag geschlossen, um gemeinsam die altertumswissenschaftliche Erforschung der arabischen Halbinsel und Ostafrikas zu intensivieren.

"Uns geht es in erster Linie darum, die gute wissenschaftliche Zusammenarbeit zu sichern, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam etabliert haben", sagt Prof. Dr. Norbert Nebes von der Universität Jena, der als Lehrstuhlinhaber für Semitische Philologie und Islamwissenschaft den Vertrag gemeinsam mit dem Präsidenten der Universität Jena Prof. Dr. Walter Rosenthal unterzeichnet hat. Von Seiten des DAI leisteten die Präsidentin Prof. Dr. Dr. h. c. Friederike Fless sowie der Leiter der Orientabteilung Prof. Dr. Ricardo Eichmann ihre Unterschrift.


Sicheres Arbeiten ist dort nicht mehr möglich

Norbert Nebes gilt vor allem als Experte für die Kultur der Sabäer, ein antikes semitisches Volk, das etwa von 1.000 v. Chr. bis 600 n. Chr. überwiegend im Süden der arabischen Halbinsel lebte. Die meisten Ausgrabungsstätten befinden sich im heutigen Jemen. "Seit einigen Jahren ist dort ein sicheres Arbeiten für uns leider nicht mehr möglich, nachdem wir vorher lange Zeit etwa in Marib und Sirwah geforscht haben", erzählt Nebes. "Deshalb konzentrieren wir uns jetzt gemeinsam mit dem DAI vor allem auf Fundstätten im Norden Äthiopiens, denn auch dort haben die Sabäer etwa 500 Jahre lang gesiedelt." Als Händler seien sie wohl hauptsächlich interessiert an bestimmten Waren der Region gewesen, beispielsweise Weihrauch, Gold und Elfenbein.

Im Hochland des heutigen äthiopischen Bundesstaates Tigray befindet sich der Ort Yeha, der vor allem durch seinen gut erhaltenen Monumentaltempel bekannt ist. Er war dem sabäischen Hauptgott Almaqah geweiht. Unweit davon graben die deutschen Archäologen ein großes Bauwerk aus, in dem vermutlich die Herrscher residierten. Diese und andere Projekte sollen nun dank des neuen Kooperationsvertrags ausgebaut werden. Neben der archäologischen Grundlagenforschung wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem neue Erkenntnisse über Migrationsbewegungen, Handelswege und Wirtschaftsräume gewinnen sowie weitere Informationen über die Sprache der Sabäer und ihre Schriftdokumente sammeln.

Kontakt:
Prof. Dr. Norbert Nebes
Institut für Orientalistik, Indogermanistik, Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Jena
Löbdergraben 24a, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944851
E-Mail: n


 

 

Meldung vom: 2015-12-14 08:42

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