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Gründungen locken Gründer an

Prof. Dr. Michael Fritsch veröffentlicht Buch über „Entrepreneurship“
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19.12.2015

Welche Eigenschaften sollte ein Unternehmer mitbringen, um er­folgreich eine Firma zu gründen? Was veranlasst Menschen überhaupt, den Mut zur Selbstständigkeit aufzubringen? Gibt es Hotspots im Land, an denen die Bedingungen für Unternehmensgründungen besonders günstig sind?

Auf Fragen wie diese gibt Prof. Dr. Michael Fritsch von der Friedrich-Schiller-Universität Jena Antworten. Fritsch, der Volkswirtschaft lehrt, hat darüber das Buch "Entrepreneurship. Theorie, Empirie, Politik" geschrieben, das jetzt er­schienen ist.


Mit einigen Mythen aufräumen

Natürlich gebe es bereits zahlreiche Bücher zum Thema, sagt Fritsch. Er be­tont, keinen Ratgeber für Gründer geschrieben zu haben. Eher handele es sich um einen Überblick über das Phänomen. Geschrieben auch mit dem Ziel, "mit einigen Mythen aufzuräumen", so Fritsch. Für viele - darunter auch die Politik - seien Unternehmensgründer noch immer die großen Unbekannten. Über ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen sei nur wenig bekannt. Beispielsweise erfol­gen Gründungen in der Regel nicht direkt nach einer Ausbildung. Vielmehr sam­melt die überwiegende Mehrzahl aller Gründer zunächst längere Zeit Er­fah­rungen als abhängig Beschäftigter und wird erst dann Unternehmer.

"Grün­dungen locken Gründer an", sagt Prof. Fritsch. Anders gesagt: Wo es viele kleine Unternehmen gibt, ist die Neigung, selbst den Schritt in die Selbst­ständigkeit zu wagen, relativ hoch. So kommen etwa relativ viele Gründer aus Kleinbetrieben. Ein Grund dafür: Wer als Manager im Großunternehmen gut ver­dient, hat wenig Anlass, sich dem Wagnis einer eigenen Firma auszusetzen. Anders im Kleinbetrieb: Hier sind die Aufstiegschancen gering, ein Ausbrechen aus der Hierarchie lohnt sich viel eher. Auch unternehmerische Selbstständig­keit in der Familie oder im Bekanntenkreis kann ein wichtiger Anstoß sein, selbst die Gründung eines Unternehmens in Erwägung zu ziehen.


Experiment mit ungewissem Ausgang

Ge­nerell sei eine Gründung stets ein Experiment mit ungewissem Ausgang, sagt Fritsch. Wenn es viele solcher Gründungs-Experimente gibt, hat dies in al­ler Regel deutlich positive Auswirkungen auf regionales Wachstum. Jena stehe in Bezug auf Unternehmensgründungen, insbesondere in innovativen Bran­chen, ziemlich gut da, sagt Fritsch. Hier mache sich die Universität bezahlt, so der Volkswirtschaftler. Ein weiterer spannender Befund: Es gibt de facto regio­na­le Gründertraditionen, die für ein besonders günstiges Gründerklima spre­chen. So habe sich an vielen Orten im Süden der Neuen Bundesländer relativ rasch eine lebendige Gründerszene entwickelt. "Das sind in aller Regel Regio­nen, in denen es bereits vor dem zweiten Weltkrieg relativ viele Unternehmer ge­geben hat", sagt Michael Fritsch.

Der letzte Abschnitt des Buches ist der Politik gewidmet. Michael Fritschs Urteil fällt harsch aus: "Die meisten Politiker wissen wenig über die selbstständigen Un­ternehmer!" Die Lektüre von Fritschs Buch kann auch für diesen Adres­sa­ten­kreis durchaus empfohlen werden.

Bibliographische Angaben:
Michael Fritsch: "Entrepreneurship. Theorie, Empirie, Politik", Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2016, 157 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 978-3-662-45393-3

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Fritsch
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943230
E-Mail:     

 

 

 

Meldung vom: 2015-12-19 09:53

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