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Hellsehendes Internet

Informatiker Fedor Bakalov erhält Stipendium von IBM
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03.08.2010

 

Das Internet wird immer voller. Unzählige Informationen werden Tag für Tag eingespeist. Wenn Nutzer mit einer Suchmaschine etwas suchen, sind sie schnell mit mehreren tausend Ergebnissen konfrontiert. Ähnlich ist das bei sogenannten Internetportalen, die gleichzeitig E-Mail-Konten verwalten, Nachrichten und Informationen anbieten sowie auf Shops hinweisen. Oft vereinen sie tausend Internetseiten auf einmal.

Fedor Bakalov, Informatiker an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, will diese Datenflut für den Nutzer in individuell geregelte Bahnen lenken. Unterstützt wird er dabei vom amerikanischen IT-Unternehmen IBM, das ihm jetzt ein Doktoranden-Fellowship verliehen hat. Das Stipendium im Wert von etwa 20.000 Dollar für ein Jahr startet am 1. Oktober. Für dieses angesehene Programm hat sich Bakalov in einem internationalen Wettbewerb qualifizieren können.


Web-Portale sollen ihren jeweiligen Nutzer verstehen lernen

Er arbeitet in dem Forschungsprojekt "Minerva - Context-adaptive web portals", das die Universität Jena gemeinsam mit dem deutschen Forschungs- und Entwicklungszentrum der IBM in Böblingen betreibt. "Wir wollen, dass Web-Portale ihren jeweiligen Nutzer verstehen lernen und auf seine individuellen Wünsche eingehen, bevor er sie überhaupt äußert", erklärt der 31-jährige Kirgise seine Arbeit. "Mit solchen adaptiven Plattformen kann man sich wesentlich effizienter und schneller informieren."

Der Forschungsschwerpunkt des Jenaer Doktoranden, der vorher in Bischkek (Kirgisistan) und Bangkok (Thailand) studiert hat, liegt darin, das Portal lernfähig zu machen. "Bei jeder Benutzung soll es lernen, was der Mensch vor dem Computer will, um ihm beim nächsten Besuch den Zugang zu den gewünschten Informationen zu erleichtern", erklärt der Informatiker der Universität Jena. "Außerdem soll der Nutzer auf Informationen aufmerksam gemacht werden, die ihn zusätzlich interessieren könnten. Das Portal soll praktisch schon vorher wissen, was wir wollen."

Was wie utopische Zukunftsmusik klingt, könnte schon bald Wirklichkeit werden. Das Wissenschaftlerteam im Kooperationsprojekt von Prof. Dr. Birgitta König-Ries (Universität Jena) und Prof. Dr. Martin Welsch (IBM) entwickelt Prototypen, die schon bald über den Partner in der Wirtschaft Anwendung finden werden.

Kontakt:
Fedor Bakalov
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946435
E-Mail:

 

Meldung vom: 2010-08-03 10:06
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