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Bedrohliche Pilzinfektionen aufklären und therapieren

DFG fördert neuen Sonderforschungsbereich "FungiNet" mit fast 8 Mio. Euro
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24.05.2013

 

Sie können lebensbedrohlich sein: die Pilze "Candida albicans" und "Aspergillus fumigatus". Sie verursachen mit Abstand die meisten Fälle le­bens­bedrohlicher invasiver Pilzinfektionen in Europa und bei geschwächten Pa­tienten - z. B. mit Leukämie oder nach Transplantation - lösen sie "die höchste Le­talität im Krankenhaus überhaupt" aus, weiß Prof. Dr. Axel A. Brak­ha­ge von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Es besteht ein drin­gen­der Be­darf an For­schung, um die Infektionsprozesse verstehen zu lernen und neue, innova­ti­ve anti-infektive Strategien zu entwickeln", sagt der Lehrstuhl­in­ha­ber für Mikro­bio­logie und Molekularbiologie, der zugleich Direktor des Jenaer Leibniz-Insti­tuts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI) ist, mit Blick auf die seit zwei Jahrzehnten drastisch steigenden Krank­heits­zah­len.

Diese Forschungen werden nun möglich. Hat doch die Deutsche Forschungs­ge­­meinschaft (DFG) am 24. Mai 2013 der Universität Jena den neuen Sonder­for­schungsbereich/Transregio (SFB/TR) 124 "Netzwerke der Interaktion zwischen pathogenen Pilzen und ihren mensch­lichen Wirten" bewilligt. Am kurz "Fungi­Net" genannten SFB/TR sind neben der Universität Jena und ihrem Klinikum auch das Hans-Knöll-In­stitut sowie die Universität Würzburg mit ihrem Zentrum für Infek­ti­ons­forschung und ihrem Klinikum beteiligt. Der SFB/TR ist auf zwölf Jahre angelegt und wird in der ersten Förderphase bis 2017 mit rund acht Mio. Euro gefördert. Damit werden u. a. etwa 30 neue Stellen geschaffen. In 18 bio­logisch-klini­schen und Bioinformatik-Pro­jekten untersuchen dann 27 Wissen­schaftler und ihre Teams in Jena und Würzburg die Grund­la­gen der komplexen Pilz­in­fektionen und ihrer Wechsel­wir­kungen mit dem Menschen. Im Ergebnis sol­len neue Diagnostika und Thera­pien - bis hin zu Zelltherapien - entwickelt werden. "Wir müssen die Letalität senken", gibt SFB/TR-Sprecher Brak­ha­ge das Ziel vor.


Exzellente Grundlagen existieren bereits

Dass die beteiligten Wissenschaftler optimistisch sind, liegt vor allem an den be­­reits existierenden Schwerpunkten und der vorhandenen guten Infrastruktur. Jenas Forschungsstärke in den Bereichen Infektion-Mikrobiologie-Sepsis, für die u. a. die Exzellenz-Graduiertenschule "Jena School for Microbial Communi­cation" (JSMC), das Centrum für Sepsis und Sepsisfolgen (CSCC) sowie das Zentrum für Innovationskompetenz "Septomics" beispielhaft stehen, wird durch Würzburger Stärken erweitert. "Würzburg ist ein Glücksfall", unterstreicht Prof. Brakhage, "weil wir uns in allen Bereichen von der Grundlagenforschung bis zur Klinik hervorragend ergänzen und zusammen­pas­sen". Gemeinsam werde ein For­schungsnetzwerk entstehen, das sich erst­mals in dieser Größe und einem ver­gleichenden Ansatz den Pilzinfektionen wid­me. Durch die ergänzenden sys­tembiologischen Forschungen und die Be­teiligung der Bioinformatik entstehe ein Forschungsverbund, der sich nun in­ten­siv "der lange unterschätzten Gefahr der Infektionskrankheiten" widme, und da­mit "einem wichtigen gesellschaft­li­chen Problem", unterstreicht Brakhage.

Neben "FungiNet" hat die DFG heute der Universität Jena auch den SFB "AquaDiva" bewilligt (www.uni-jena.de/Mitteilungen/AquaDiva.html). Jenas Universitäts-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke zeigt sich von der erfolg­rei­chen Einwerbung der Sonderforschungsbereiche begeistert: "Die neuen SFBs stärken den Forschungsstandort wesentlich und beweisen, dass die Schwerpunkt­bildung an der Friedrich-Schiller-Universität auf die Linien ,Light - Life - Li­ber­ty' richtig war."

Kontakt:
Prof. Dr. Axel A. Brakhage
Sprecher des Sonder­forschungsbereichs/Transregio (SFB/TR) 124 "Netzwerke der Interaktion zwischen pathogenen Pilzen und ihren mensch­lichen Wirten - FungiNet"
Friedrich-Schiller-Universität Jena
07737 Jena
Tel.: 03641 / 5321001
E-Mail:

Meldung vom: 2013-05-24 11:21

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