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Die Barrieren im Kopf müssen fallen

Sportwissenschaftler veranstalten am 1. und 2. Februar eine Tagung zur Inklusion im Sport
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25.01.2013

 

"Barrierefreiheit im Kopf", zählt PD Dr. Reinhild Kemper von der Universität Jena zu den wichtigen Voraussetzungen für den Umgang mit behinderten Menschen. "Früher wurde von Integration gesprochen, das Ziel heute heißt Inklusion", sagt die Sportwissenschaftlerin. Obwohl beide Begriffe ähnlich klingen, liegen tatsächlich Welten dazwischen. Integration heißt, Behinderten eine Teilhabe zu ermöglichen. Inklusion hingegen meint selbstbestimmte Teilhabe, eigenverantwortliches Mitmachen. "Auch wenn Personen auf Assistenz mal mehr oder mal weniger angewiesen sind, jeden in seiner Individualität mit seinen Stärken und Schwächen respektieren und ohne defizitär orientierten Vorurteilen zu begegnen, das wäre gelebte Inklusion", so Kemper. Um ein solches Miteinander ganz selbstverständlich werden zu lassen, seien aber auch anderweitige Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Barrierefreiheit bedeutet auch, Rollstuhlfahrern durch Rampen und Aufzüge Zugänge zu öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsmitteln sicherzustellen, Hörgeschädigten einen Gebärdensprach-Dolmetscher zur Seite zu stellen, Blinden und Sehbehinderten vermehrt akustische Orientierungshilfen zu geben und intellektuell beeinträchtigten Personen Zusammenhänge verständlich in "einfacher Sprache" und Bildern nahe zu bringen.

Über das Ziel Inklusion im Sport und den aktuellen Stand auf dem Weg dorthin wollen die Jenaer Sportwissenschaftler Prof. Dr. Dieter Teipel und PD Dr. Reinhild Kemper mit Experten und Studierenden aus ganz Deutschland sowie Gästen aus Griechenland und Japan ins Gespräch kommen. Sie laden am 1. und 2. Februar zum Symposium "Behindertensport: Inklusion - Rehabilitation - Special Olympics - Paralympics" an die Universität Jena ein. Die Tagung beginnt am Freitag (1. Februar) um 14 Uhr im Hörsaal 24 des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1). Zum Auftakt spricht Dieter Teipel über "Psychologische Aspekte des Sports von Menschen mit und ohne Behinderung." Der Dortmunder Prof. Dr. Gerd Holter betrachtet dann "Inklusion im Sport - Rhetorik und Realität". Zuvor spricht der 1. Vizepräsident von Special Olympics Deutschland und langjähriger Bundesgeschäftsführer der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Dr. Bernd Conrads, über die UN-Behindertenrechtskonvention und ihre Bedeutung für den Sport und für geistig behinderte Menschen. In Conrads Vortrag ist die Rede von "Menschen, die wir leichtfertig geistig behindert nennen".

"Wir sollten generell danach schauen, was ein Mensch kann und nicht, was er nicht kann", sagt Reinhild Kemper, die ebenfalls als Vizepräsidentin bei Special Olympics Deutschland aktiv ist. Das sollte nicht nur für den Sport gelten, sondern für alle Bereiche der Gesellschaft. Gerade wurde von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes das Jahr gegen die Diskriminierung behinderter Menschen ausgerufen. Motto: "Selbstbestimmt dabei. Immer". Keine Frage, die Jenaer Sportwissenschaftler haben sich ein hochaktuelles Thema für ihr Symposium gewählt.

Das Symposium steht interessierten Zuhörern offen, der Eintritt ist frei. Das Programm ist hier zu finden.


Kontakt:
PD Dr. Reinhild Kemper
Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Seidelstraße 20, 07749 Jena
Tel.: 03641 / 945694
E-Mail:  

 

Meldung vom: 2013-01-25 11:15
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