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Strategievereinbarungen gefordert

Universitätsrat nimmt kritisch Stellung zur Ziel- und Leistungsvereinbarung
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22.12.2015

 

Dass sich Kreativität und Innovationsdrang steuern lassen, ist mehr als fraglich. Und so scheint es auch wenig sinnvoll, Hochschulen ausschließlich über quantitativ mess- und abrechenbare Ziele steuern zu wollen. Daher steht die neue Ziel- und Leistungsvereinbarung (ZLV) zwischen der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und dem Thüringer Wissenschaftsministerium (TMWWDG), die kurz vor der Unterzeichnung steht, unter kritischer Beobachtung.

So hat der Jenaer Universitätsrat in seiner Sitzung am 18. Dezember zwar begrüßt, "dass die ZLV zu einer grundsätzlich mehrjährigen Verlässlichkeit der Landesfinanzierung für die FSU führt". Und er dankt dem Ministerium, "dass es gelungen ist, die Finanzierungssätze jährlich zu steigern". Dennoch sieht der Rat - wie auch der Senat der Universität, der sich zuvor ähnlich geäußert hat - einige Punkte der Vereinbarung sehr kritisch.

Dazu gehört u. a., dass Mehrleistungen - also die Übererfüllung von Zielvorgaben in einem Kriterium - nicht gegen Minderleistungen bei einem anderen Kriterium aufgerechnet werden können. "Es muss möglich sein, angesichts der hohen Dynamik von Wissenschaft und Forschung auch wechselnde Prioritäten zu setzen, die zu unterschiedlichen Zielerfüllungen in unterschiedlichen Jahren führen können." Zudem mahnt der Universitätsrat eine mehrjährige Betrachtung an "bei Vereinbarung und Erfüllung von Zielen, da sich sowohl die Entwicklung der Wissenschaft wie auch die Entwicklung von Studierendenzahlen mittel- und langfristig vollziehen".


Langfristige Verlässlichkeit angemahnt

Außerdem sorgt sich der Rat um die reale Planungssicherheit für die Finanzierung der Universität, da nicht klar sei, wie die Bundesmittel aus dem "Hochschulpakt 2020" nach 2016 vom Ministerium an die Universität ausgezahlt werden. Langfristige Verlässlichkeit sei aber beispielsweise unabdingbar dafür, dass die FSU sich mit Aussicht auf Erfolg an der kommenden Runde der Exzellenzinitiative beteiligen könne. Außerdem bedürfe es dafür auf jeden Fall der angekündigten zusätzlichen Unterstützung des Landes, "wie dies in anderen Ländern geschieht".

Kritisch sieht der Universitätsrat, "dass der Medizinbereich der FSU nicht in die ZLV mit dem Land einbezogen wird". Das Universitätsklinikum (UKJ) sei "integraler Bestandteil der FSU, was sich in gemeinsamen Forschungsschwerpunkten und Technologietransfer ebenso wie in der Lehre zeigt, wo es um die Entwicklung gemeinsamer neuer Studiengänge geht".

Universitätsrat und Senat empfehlen eine Ablösung der ZLV durch Strategievereinbarungen mit Globalhaushalt und verlässlicher mittelfristiger Finanzplanung und -verantwortung. Bei der bevorstehenden Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes könne dies sinnvoll aufgegriffen werden, wofür der Universitätsrat gern auch in weiterführenden Gesprächen zur Verfügung stehe.

Das Gremium trat letztmalig in der aktuellen Besetzung zusammen. Dr. Gerd Schuchardt, der am 17. Dezember mit der Ehrenbürgerwürde der FSU ausgezeichnet wurde, verlässt aus Altersgründen den Universitätsrat. Nachfolgerin wird die MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille sein.

Die vollständige Stellungnahme des Universitätsrates ist hier zu finden. 

 

 

 

 

Meldung vom: 2015-12-22 09:21

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