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Die Christianisierung des Kaukasus

Altertumswissenschaftler veranstalten vom 7.-9. Juli Kolloquium über „Iberien zwischen Rom und Iran“
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05.07.2016

Der Legende nach wurde Georgien durch die Heilige Nino missioniert. Als Flüchtling aus Anatolien in die damalige Hauptstadt Mzcheta gekommen, soll die Heilige Wunderheilungen vollbracht und dabei u. a. die Königin von schwerer Krankheit befreit haben.
 
Wie Georgien und das Gebiet des Kaukasus christianisiert wurden, darüber debattieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem internationalen Kolloquium "Iberien zwischen Rom und Iran von Pompeius bis Herakleios" vom 7. bis 9. Juli im Senatssaal der Universität Jena (Fürstengraben 1). Ausrichter sind Prof. Dr. Timo Stickler und Dr. Frank Schleicher vom Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Jena.

"Im Fokus unserer Tagung steht das Königreich Iberien, das sich vorwiegend auf dem Gebiet des heutigen Ostgeorgien befand", sagt Frank Schleicher. Interessant sei dieses antike Königreich, weil es sich zwischen den Großreichen Rom und Persien behaupten musste. Um das zu erreichen, war man auch auf politischer Ebene gezwungen, zwischen den mächtigen Nachbarn zu lavieren. Der Bogen der wissenschaftlichen Vorträge reicht vom Feldzug des Pompeius 66 v. Chr. gegen Iberien über das Erlöschen des iberischen Königtums im 6. bis zum Ende des persischen Einflusses im 7. Jahrhundert n. Chr., als der oströmische Kaiser Herakleios Tiflis eroberte.


Öffentlicher Abendvortrag am 7. Juli

Zu den Höhenpunkten des Kolloquiums gehört ein Abendvortrag des Bremer Althistorikers Prof. Dr. Tassilo Schmitt. Er spricht am Donnerstag (7. Juli) ab 18.15 Uhr über "Argo und Argumente. Historische Perspektiven auf den und aus dem Kaukasus". Der Vortrag ist öffentlich, interessierte Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Ein weiterer Gast ist der renommierte Georgien-Forscher Stephan H. Rapp Jr. aus Huntsville (USA). Rapp spricht am Freitag (8. Juli) ab 14.30 Uhr über "The Conversion of Eastern Georgia: Cross-Cultural and Pan-Regional Perspectives". In weiteren Beiträgen geht es um frühe Sakralbauten, einen alten Pilgerweg und die Überlieferung zur Geschichte Georgiens in lateinischen, griechischen und armenischen Quellen. Zudem wird die Rolle der georgischen Kirche zwischen oströmischer Kirche und persischer Religion beleuchtet. Wie Dr. Schleicher sagt, geben aktuelle Ausgrabungen Hinweise darauf, dass der Kirchenbau in Iberien stark aus dem Mittelmeerraum und Konstantinopel beeinflusst worden ist. Das stehe im Gegensatz zur - vor allem in Georgien - verbreiteten Meinung, es habe eine weitgehend unabhängige georgische Entwicklung gegeben. Hierzu wird der auf diesem Gebiet führende georgische Archäologe Nodar Bakhtadze seine jüngsten Funde vorstellen.

Das Kolloquium ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts "Iberien in der Spätantike", das am Lehrstuhl für Alte Geschichte angesiedelt ist. Die Vorträge und Diskussionen stehen für interessierte Gäste offen.

Das Programm im Internet: www.altertum.uni-jena.de/News/Workshop_+Iberien+zwischen+Rom+und+Iran-p-522.html

Kontakt:
Dr. Frank Schleicher
Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944814
E-Mail:

     

 

Meldung vom: 2016-07-05 09:25

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