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Zeiss-Spuren in den Sammlungen der Universität Jena

Vernissage zur Sonderausstellung anlässlich des 200. Geburtstages von Carl Zeiss am 31. August, 17 Uhr
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30.08.2016

Carl Zeiss, dessen Geburtstag sich am 11. September 2016 zum 200. Mal jährt, hat in Jena vielfältige Spuren hinterlassen. Die größten findet man in dem nach ihm benannten Unternehmen. Doch auch an der Universität Jena, mit der sein Leben eng verbunden ist, hat er zahlreiche Spuren hinterlassen. Einige dieser "Zeiss-Spuren in den Sammlungen der Universität Jena" präsentiert eine Sonderausstellung vom 1.-30. September im Ausstellungskabinett des Uni-Hauptgebäudes (Fürstengraben 1). Am 31. August um 17.00 Uhr wird diese vom Jenaer Wissenschaftshistoriker Dr. Andreas Christoph organisierte Ausstellung im Hörsaal 24 eröffnet. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.


Mikroskope und viel mehr

Es sind vor allem die Mikroskope, die Zeiss gemeinsam mit Ernst Abbe weltberühmt gemacht haben. Der ehemalige Jenaer Universitätsmechanikus hielt engen Kontakt zu den Wissenschaftlern, um die Mikroskope praxisnah weiterzuentwickeln. Daher präsentiert die Ausstellung, die besonders die frühen Schaffensjahre von Carl Zeiss im Blick hat, mehrere historische Mikroskope. So ist ein Mikroskop von Ernst Haeckel zu sehen, das dieser am 2. März 1866 von Zeiss erhielt. Auch Charles Darwin hat sich für seinen Sohn um ein Zeiss-Mikroskop bemüht. Haeckel diente dabei als Vermittler, wie sich aus Briefen rekonstruieren lässt. "Die Suche nach Zeiss-Spuren lieferte interessante und auch unbekannte Erkenntnisse über das zeitgenössische Umfeld von Carl Zeiss und den Einfluss der Wissenschaft auf sein unternehmerisches Handeln", sagt Kurator Andreas Christoph.

Ein Blick in die vielfältigen Sammlungen der Universität Jena ermöglicht erstaunliche Entdeckungen. Noch heute befindet sich hier ein Mikroskop des Biologen Matthias Jacob Schleiden, der Zeiss maßgeblich beeinflusste, das Universitätsarchiv verwahrt die "Bewerbungsunterlagen" von Zeiss auf die Stelle als Universitätsmechaniker, in der Universitätsbibliothek wartet umfangreiche Literatur aus der Anfangszeit der wissenschaftlichen Mikroskopie auf ihre Wiederentdeckung. Die Verbindung eines Moossammlers aus der Schweiz zu den Beständen des Herbariums Haussknecht bis hin in die Niederlassung von Zeiss in Paris zeigt auf, "wie vielfältig die Wege des Wissens sein können", wie Dr. Christoph betont. All dies wird in der neuen Ausstellung der Jenaer Universität angerissen. Sie präsentiert Gemälde und Geräte, Pflanzen, Bücher und Dokumente.


Belege für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie

Dies belegt jene fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie, die maßgeblich zum raschen Wachstum und Aufstieg des Optikherstellers beitrug. "Bedeutend ist die Zusammenarbeit mit dem Botaniker Matthias Jacob Schleiden, dessen Forschungen, unter anderem auf dem Gebiet der Zelllehre, die Entwicklung von Mikroskopen mit hoher Abbildungsqualität in Gang setzten. Die Verbesserungen bei der Konstruktion, der Einsatz neuer Gläser und die zunehmende Präzision bei der Herstellung der Mikroskope durch die Zusammenarbeit von Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott sollten ab den 1880er Jahren zum Erfolgsgarant werden", erläutert Christoph. Weitere Wissenschaftsbereiche profitierten von diesen wegweisenden Entwicklungen. Die Entdeckung der Tuberkulose- und Cholera-Erreger durch Robert Koch ist eines der bekanntesten historischen Beispiele.

Ermöglicht wurde die Ausstellung nicht nur durch die Gaben aus den universitären Sammlungen und Einrichtungen. Sie wird ergänzt um Stücke aus privaten Sammlungen und begleitet durch das ZEISS-Archiv. Die Ausstellung lässt die Zeiss'schen Spuren in der Wissenschaft aufscheinen und sie liefert, wie Dr. Christoph hervorhebt, "Einblicke in die objekt- und sammlungsbezogene Wissensgeschichte Jenas". 

Diese Ausstellung ist zentraler, aber nicht der einzige Teil der universitären Aktivitäten zum Jenaer Carl Zeiss Tag am 11. September. Weitere Informationen zum Gesamt-Programm sind zu finden unter: www.zeiss.de/carlzeisstag.

Ausstellung auf einen Blick:
Ausstellung "Zeiss-Spuren in den Sammlungen der Universität Jena", 1. bis 30. September 2016, Di 14-16, Mi 10-12, Do 16-18, Fr 10-12 Uhr geöffnet; am 11. September von 10-17 Uhr; Ausstellungskabinett im Universitätshauptgebäude, Fürstengraben 1, 07743 Jena; Eintritt frei.

Vernissage am 31. August, 17.00 Uhr, Hörsaal 24 im Universitäts-Hauptgebäude, Fürstengraben 1, 07743 Jena; Eintritt frei.

Kontakt:
Dr. Andreas Christoph
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik - Ernst-Haeckel-Haus der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Berggasse 7
07745 Jena
Tel: 03641 / 949500
E-Mail:

 

Meldung vom: 2016-08-30 08:40

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