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Psychiatrische Versorgung in Thüringen geprägt

Prof. Dr. Heinrich Sauer nimmt Abschied vom Klinikum
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22.09.2016

 

Klinikdirektor, Hochschullehrer, Dekan der Medizinischen Fakultät: Ende September verlässt Prof. Dr. Heinrich Sauer nach rund 22 Jahren das  Universitätsklinikum Jena (UKJ). 1994 kam er aus Heidelberg in die Saalestadt und hatte den Lehrstuhl und die Leitung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Thüringer Uniklinik übernommen.

"Der bauliche Zustand der Klinik war erschreckend", erinnert er sich an seine Anfänge in Jena. "Es hat lange gedauert, bis der Plan zur Sanierung stand. Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, die Klinik komplett zu verlegen. Aber gerade die zentrale Lage nahe der Innenstadt ist wichtig für unsere Patienten und leistet einen Beitrag zur Reintegration", so der gebürtige Hamburger. Nach intensiver Planung wurde die denkmalgeschützte Klinik in den Jahren 2005 bis 2010 grundlegend saniert. Heute leistet die Klinik einen enormen Beitrag für die Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen aus ganz Thüringen. Dazu stehen acht Stationen, eine allgemeine Tagesklinik und eine gerontopsychiatrische Tagesklinik (speziell für Patienten ab 55 Jahren) zur Verfügung.

Anders als die anderen Kliniken des UKJ wird die Klinik für Psychiatrie auch zukünftig in der Innenstadt bleiben und nicht in den zweiten Bauabschnitt nach Lobeda ziehen. Prof. Sauer: "Mit der Sanierung wurden hier bereits sehr gute Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten geschaffen." Schwerpunkte liegen auf der Therapie von Patienten mit depressiven, manisch-depressiven und psychotischen Erkrankungen, mit Angst- und Zwangsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen sowie Demenzen.


Sauer zieht positive Bilanz

Genau wie die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat sich auch das UKJ gewandelt. Von 2001 bis 2007 war Prof. Sauer Dekan der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität. In diese Amtszeit fiel nicht nur die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnittes in Lobeda 2004, sondern auch die Rechtsformänderung für die Thüringer Uniklinik Ende 2006. Zehn Jahre danach fällt das Fazit von Prof. Sauer positiv aus: "Wenn man sich die Entwicklung der Klinik und der Fakultät ansieht, ist für mich klar: Das Integrationsmodell war der richtige Weg für die Thüringer Universitätsmedizin." Auch außerhalb von Jena engagierte sich Prof. Sauer: So war er Vorstandsmitglied der psychiatrischen Fachgesellschaften in Deutschland, bis 2012 Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer und bis 2011 Fachkollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

"Prof. Sauer hat die Entwicklung seines Faches und die Jenaer Universitätsmedizin maßgeblich geprägt und gestaltet. Seine Arbeit hat zudem ganz direkt die Versorgung psychisch kranker Patienten hier in Thüringen nachhaltig verbessert", betont Dr. Brunhilde Seidel-Kwem, Sprecherin des Vorstandes des UKJ und Kaufmännischer Vorstand der Thüringer Uniklinik.

Auf "sein" Fachgebiet, die Psychiatrie, sieht Prof. Sauer spannende Zeiten zukommen: Ein wesentlicher wissenschaftlicher Schwerpunkt werde die weitere Aufklärung von genetischen Einflüssen und Umweltfaktoren auf Verhalten und psychische Erkrankungen sein, also die Frage, wie Hirnfunktionen gesteuert werden. "Für angehende Mediziner ist die Psychiatrie also extrem spannend", ist Prof. Sauer überzeugt. Er selbst hatte Medizin in Marburg und Göttingen studiert. Seine medizinische Laufbahn hatte ihn dann über die Uniklinik Mainz an die psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg geführt (Habilitation 1989), bevor er 1994 nach Thüringen kam.

In Zukunft wird sich der 68-jährige noch intensiver dem Klavierspiel widmen. "Vielleicht gelingt mir auch die Aufnahme eines Musikstudiums. Sonst werde ich mir in jedem Fall ein anderes Fach suchen, was mich interessiert." Die Leitung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKJ übernimmt zunächst kommissarisch Prof. Dr. Karl-Jürgen Bär, der bislang stellvertretender Klinikdirektor war.

Meldung vom: 2016-09-22 11:33

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