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Mut machen zu ungewöhnlicher Forschung

Sabine Ziegler zur Präsidentin der Indogermanischen Gesellschaft gewählt
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29.09.2016

Prof. Dr. Sabine Ziegler ist zur neuen Präsidentin der Indogermanischen Gesellschaft (IG) gewählt worden. Die Amtszeit der Sprachforscherin, die an der Universität Jena arbeitet und zugleich für die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig tätig ist sowie seit Kurzem auch Gastprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin ist, beträgt vier Jahre. Die IG ist eine internationale wissenschaftliche Organisation, die die Kooperation in der Wissenschaft und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unterstützt.

Prof. Ziegler möchte die Vernetzung und Kooperation mit anderen Wissenschaftsdisziplinen wie der Theoretischen Linguistik oder der Neurolinguistik fortführen, die von ihrer Amtsvorgängerin, der Jenaer Indogermanistin Prof. em. Dr. Rosemarie Lühr, angeregt und aufgebaut wurde. Sehr wichtig ist Ziegler weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit, um die sie sich als Pressereferentin der IG bereits in den letzten acht Jahren gekümmert hat. Hauptaugenmerk dabei war die Aktualisierung der Homepage: www.indogermanistik.org. Um v. a. die Jugend besser zu erreichen, wird derzeit ein Auftritt der Indogermanischen Gesellschaft in den sozialen Netzwerken erarbeitet.


Aufbrechen der eurozentrischen Kulturparadigmata

Die inzwischen 200 Jahre alte Indogermanistik gilt zwar als sogenanntes kleines Fach, ist aber inhaltlich äußerst umfangreich und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte an andere Fachdisziplinen. Prof. Ziegler "möchte alle Kolleginnen und Kollegen ermutigen, auch ungewöhnliche Forschungsprojekte mit anderen Fächern durchzuführen, da unsere Inhalte so vielfältig sind." Als Beispiel führt sie ein jüngst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligtes Projekt an: Die Indogermanisten der Friedrich-Schiller-Universität befassen sich gemeinsam mit dem bekannten Jenaer Soziologen Prof. Dr. Hartmut Rosa mit der soziologischen Erforschung von deutschen Zeitmetaphern.

Zu den Aufgaben der Präsidentin gehört ferner, sich um das Fortbestehen der wenigen, nach zahlreichen Stellenstreichungen noch verbliebenen universitären Standorte des Faches Indogermanistik nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern zu bemühen: "Aktuell lässt sich eine Wende in der Politik feststellen. Unsere Regierung hat erkannt, dass kleine, aber international exzellent vernetzte Fächer wie die Indogermanistik maßgeblich zu einer abwechslungsreichen Universitätslandschaft und zum Aufbrechen der immer noch vorherrschenden westlichen und eurozentrischen Kulturparadigmata an den Universitäten beitragen." Ausschreibungen wie die des Bundesbildungsministeriums für Nachwuchskräfte aus kleinen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern, an deren Vorbereitung Prof. Ziegler beteiligt war, wertet sie als Trendwende und sieht sich selbst auch in der Verantwortung, im Einsatz um den Erhalt der Indogermanistik nicht nachzulassen.

Kontakt:
Prof. Dr. Sabine Ziegler
Institut für Orientalistik, Indogermanistik, Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zwätzengasse 12
07743 Jena
E-Mail:

 

 

Meldung vom: 2016-09-29 10:01

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