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Metalle in der Medizin

Renommierter Wiener Mediziner und Chemiker spricht am 19. Oktober im Ernst-Abbe-Kolloquium
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13.10.2016


Bei Metallen im Körper denkt man an Zahnspangen oder Plomben, vielleicht noch an Prothesen. Aber wer denkt schon daran, dass die Entstehung des Lebens ohne Metalle nicht möglich gewesen wäre? Ungefähr jedes zweite Enzym in unserem Körper ist metallhaltig und bei einer Vielzahl essenzieller, lebenserhaltender Funktionen spielen Metalle eine entscheidende Rolle. Somit ist es kein Wunder, dass inzwischen auch pharmakologische Wirkstoffe aus dem Bereich der metallhaltigen Verbindungen Einzug in die Medizin gefunden haben.

Welche neuen Möglichkeiten Metalle u. a. in der Krebstherapie bieten, darüber berichtet am 19. Oktober Prof. Dr. Dr. Bernhard K. Keppler im Rahmen des Ernst-Abbe-Kolloquiums, das von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Ernst-Abbe-Stiftung ausgerichtet wird. Der renommierte Chemiker und Mediziner von der Universität Wien spricht um 17.00 Uhr im Zeiss-Planetarium Jena (Am Planetarium 5) über "Metalle in der Medizin - neue Möglichkeiten in der Krebstherapie", der Eintritt ist frei.


Entwicklung neuer Krebstherapeutika

Keppler, dessen Hauptforschungsgebiet die Entwicklung neuer Krebstherapeutika von der Synthese bis zur klinischen Anwendung ist, wird beispielsweise über platinhaltige Wirkstoffe reden, die heute bei jeder zweiten medikamentösen Tumortherapie eingesetzt werden. Man weiß heute, dass platinhaltige Wirkstoffe bei bestimmten Tumoren sehr spezifisch wirken und auch das Immunsystem eine erhebliche Rolle bei der Wirksamkeit spielt, erläutert der mit rund 600 wissenschaftlichen Veröffentlichungen sehr produktive Forscher. In den letzten Jahren, ergänzt Keppler, gab es viele Bemühungen die Pharmakologie über das Gebiet der platinhaltigen Wirkstoffe hinaus zu entwickeln. "Und es sind heute rutheniumhaltige Verbindungen und auch galliumhaltige Verbindungen in der klinischen Prüfung, die sehr interessante Ergebnisse zeigen", betont der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler. Insbesondere die synergistische Wirkung mit modernen Immuntherapeutika zeige vielversprechende Ergebnisse, die er bei seinem Vortrag in Jena darlegen wird.

Im Anschluss an seinen Vortrag wird Prof. Keppler in der für das Abbe-Kolloquium bewährten Weise für Fragen zur Verfügung stehen.

 

 

Meldung vom: 2016-10-13 07:41

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