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Lebensgefahr durch späte Diagnosen

Forscher des Klinikums stellen Studie zu Grippeerkrankungen bei Krebspatienten vor
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21.10.2016

Der Kampf gegen den Krebs bringt eine oftmals unterschätzte Gefahr mit sich: Der immungeschwächte Körper des Patienten ist äußerst anfällig für Infektionskrankheiten wie Grippe. Vor allem späte Diagnosen und zusätzliche Infektionen mit Bakterien und Pilzen führen zu einer höheren Sterblichkeit. Dies ergab eine Auswertung von Patientendaten, an der auch InfectoGnostics-Forscher beteiligt waren. Vorgestellt wurden die Ergebnisse der Studie jetzt auf der gemeinsamen Jahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Leipzig. Bei dem Kongress wurde die Arbeit als einer der besten Beiträge prämiert.

Die Grippesaison 2014/2015 war eine der schlimmsten der vergangenen 20 Jahre: Etwa 21.300 Todesopfer forderte die echte Grippe (Influenza) damals in Deutschland. Besonders für Krebspatienten stellen solche schweren Grippewellen eine ernste Gefahr dar: "Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass Infektionen die häufigste Todesursache bei Krebsleiden sind", erläutert Marie von Lilienfeld-Toal, Professorin für Infektionsforschung in der Hämatologie/Onkologie am Universitätsklinikum Jena und Wissenschaftlerin am InfectoGnostics Forschungscampus Jena.

Kooperation von acht Unikliniken

Gemeinsam mit weiteren Medizinern aus ganz Deutschland hat Prof. Marie von Lilienfeld-Toal nun die Auswirkung dieser letzten großen Grippewelle untersucht: "Wir wollten mit unserer Studie herausfinden, welche Patienten ein besonders hohes Risiko für einen lebensgefährlichen Verlauf der Grippe haben. Bislang gab es nur wenige Untersuchungen zu Virusinfekten bei Krebspatienten - das wollten wir ändern." Unter Leitung der Jenaer Ärzte wurden dazu die Daten von 203 Tumorpatienten aus den Unikliniken in Berlin, Bonn, Halle (Saale), Jena, Köln, Magdeburg, Mainz und München zusammengefasst und analysiert. 

Das Ergebnis: Schwere Lungenentzündungen und Lebensgefahr drohen vor allem dann, wenn die Virusinfektion zu spät erkannt wird und zusätzliche Infektionen mit Bakterien und Pilzen - sogenannte Superinfektionen - vorliegen. Die Art des Tumors war hingegen nicht entscheidend. Marie von Lilienfeld-Toal: "Wir konnten mit dieser Kohorten-Studie zeigen, dass eine frühe Diagnose und die effektive Behandlung von Superinfektionen lebensrettend für Krebspatienten mit Influenza sein können."


Aufbau einer Kohorte zur Immunsuppression im InfectoGnostics Campus-Projekt

Wie Immunsuppression und Lungenentzündungen allgemein im Zusammenhang stehen, untersucht die Ärztin auch in einer neuen Patienten-Kohorte am InfectoGnostics Forschungscampus Jena. Im Rahmen des Campus-Projektes "Diagnostik für Pneumonie bei Immunsuppression" soll eine gut charakterisierte Kohorte von etwa 1.000 Patienten entstehen. Das Teilprojekt liefert damit Proben und Daten für die Entwicklung von neuen diagnostischen Schnelltests am Campus.

Kontakt:
Prof. Dr. Marie von Lilienfeld-Toal
Klinik für Innere Medizin II, Hämatologie und Internistische Onkologie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 9324210
E-Mail:


Meldung vom: 2016-10-21 12:27

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