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Neue Gedenktafel würdigt Begründer deutscher Altorientalistik

Direktor des Vorderasiatischen Museums zu Berlin enthüllt Erinnerung an 1873 in Jena
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24.11.2016


Jena hat eine neue Gedenktafel: Seit gestern Abend (23. November) erinnert eine Tafel am Wirtshaus "Zur Sonne" auf dem Markt an die folgenreiche Begegnung zwischen Eberhard Schrader und Friedrich Delitzsch im Sommer 1873 - die, wie es auf der Tafel heißt, als "Geburtsstunde der deutschen Altorientalistik" bezeichnet werden kann. Ihre heutigen Fachkollegen der Universitäten Jena und Leipzig würdigten dieses Ereignis mit einer kleinen Zeremonie.

Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel übernahm Prof. Dr. Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin. Er selbst wurde 2004 an der Friedrich-Schiller-Universität habilitiert und freute sich darüber, zu diesem besonderen Anlass nach Jena zurückzukehren: "Für die deutsche Wissenschaftslandschaft ist dies ein besonderer Ort. Gerade in Zeiten, in denen kulturelle Güter aus dem Irak und Syrien bedroht sind, zeugt die Begründung der Altorientalistik von weltpolitischer Relevanz." Zuvor hatte der Wissenschaftler bereits in einem Gastvortrag über "Kulturgutschutz in Museen - Herausforderungen und Verantwortlichkeiten" gesprochen.

Im Jahr 1873 begegneten sich im Wirtshaus "Zur Sonne" der Alttestamentler Schrader und der aus Leipzig angereiste, soeben promovierte Delitzsch. Schrader, Pionier der damals noch jungen "Assyriologie", führte Delitzsch in dieses Fach ein. Nur wenig später bekleidete dieser an der Universität Leipzig die erste deutsche Professur für Altorientalistik. Der von Delitzsch ausgebildete H.V. Hilprecht hinterließ wiederum im Jahr 1925 der Friedrich-Schiller-Universität Jena seine Keilschrifttafelsammlung (Hilprecht-Sammlung Vorderasiatischer Altertümer), an der bis heute unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Krebernik, Inhaber des Lehrstuhls für Altorientalistik, intensiv geforscht wird. Da Delitzsch 1899 der erste Direktor des Vorderasiatischen Museums wurde, ist Hilgert dementsprechend - mehr als 100 Jahre später - einer seiner Nachfolger.

Die Anbringung der Gedenktafel wurde durch die Unterstützung des "Fördervereins Altorientalistik und Hilprecht-Sammlung Jena e. V." und ihres Vorsitzenden Peter Stein (Theologische Fakultät) ermöglicht.

Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Krebernik
Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Universität Jena
Zwätzengasse 4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944871
E-Mail:

Meldung vom: 2016-11-24 10:52

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