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Neue Ticketpaten ermöglichen Bildung für Flüchtlinge

Universität Jena integriert 75 Flüchtlinge / Großes Engagement ehrenamtlicher Initiativen
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29.11.2016


Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) setzt sich im Win­tersemester 2016/17 erneut für Integration und Förderung junger Flüchtlinge ein. Im laufenden Semester haben sich sechs Flüchtlinge für ein reguläres Stu­dium immatrikuliert. Da Herkunft und Aufenthaltsstatus für die Bewerbung nicht erhoben werden, könnten jedoch auch noch weitere Geflüchtete unter den Stu­dierenden sein. Das Flüchtlingsgasthörerprogramm erfreut sich überdies wieder großen Zuspruchs: 69 Personen nehmen aktuell daran teil. Überwiegend stam­men sie aus Syrien, drei aus Afghanistan und zwei aus dem Irak, 20 von ihnen sind Frauen. Den Gasthörenden wird ein Mentor aus dem Mentorenprogramm für Studierende zur Seite gestellt, der ihnen hilft, sich an der Universität zu­recht­zufinden.


Aussicht auf eine Zukunft

Für viele Flüchtlinge bedeutet die Förderung durch die Uni Jena weit mehr als nur etwas Deutsch zu lernen - für sie ist es die Aussicht auf eine Zukunft, in der sie vielleicht ebenfalls studieren und am akademischen Leben teilhaben kön­nen. "Inzwischen verfügen einige von ihnen über fortgeschrittene Deutsch­kenntnisse, doch um die Sprachprüfung für die Aufnahme eines Studiums zu bestehen, liegt noch mindestens ein Jahr intensiven Deutschunterrichts vor ihnen", erklärt Dr. Britta Salheiser vom Internationalen Büro der FSU. Sie alle eint eine hohe Motivation und die große Dankbarkeit für die Unterstützung, die ihnen zuteilwird.

Zu den jüngsten Hilfsangeboten, von der Jenaer Uni initiiert, gehört die Ticket­patenschaft. Sie ermöglicht auch Flüchtlingen, die über zu wenig Geld für Fahr­karten verfügen und nicht direkt in Jena leben, sondern aus umliegenden Städ­ten wie Apolda oder Rudolstadt an die Univer­sität pendeln, eine regelmäßige Teilnahme an Lehrveranstaltungen, Sprach­kurs­angeboten des Uni-Sprachen­zentrums und am Integrationsprogramm. Das Internationale Büro fand mehrere private "Ticketpaten", welche mit kleinen und größeren Beträgen die Monatsti­ckets für die Flüchtlinge finanzieren.


Ehrenamtliche studentische Initiativen

Überdies werden studentische ehrenamtliche Initiativen mit großem Engage­ment weitergeführt, etwa die "Refugee Law Clinic". Dabei handelt es sich um ein Ausbildungsprogramm für die ehrenamtliche Rechtsberatung von Asylbe­werbern. Mitarbeiter aus dem Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Interkulturelle Studien schulen weiterhin ehrenamtliche Deutschlehrende, die wiederum Flüchtlingen Deutschnachhilfe geben. In Eckolstädt betreiben Stu­dierende der Auslandsgermanistik ein "Sprachcafé" für Flüchtlinge. Die Ini­tiative "Helfern helfen" des Hochschulverbands für Interkulturelle Studien bietet darüber hinaus Sensibilisierungstrainings für Freiwillige in der Flüchtlingshilfe. Flüchtlinge, internationale und deutsche Studierende haben beim Welcome Uni­sport zum Studententarif die Möglichkeit, gemeinsam Sport zu treiben und sich kennenzulernen. Im Wintersemester wird zudem ein Schwimmkurs für die Teil­nehmer des Flüchtlingsgasthörerprogramms angeboten.

Unterdessen schließt der MediNetz Jena e. V. eine Lücke für "Papierlose" und Geflüchtete, für die in Deutschland derzeit keine Versorgungspflicht besteht. Größtenteils von Medizinstudierenden getragen, suchen die Vereinsmitglieder nach Ärzten, die die Betroffenen anonym und kostenarm behandeln, und ma­chen öffentlich auf ihren problematischen Status aufmerksam. "Refugees Work", eine Arbeitsgruppe der Bürgerinitiative Asyl e. V., hat es sich überdies zur Aufgabe gemacht, Flüchtlinge auf dem Weg in Arbeit und Ausbildung zu unterstützen und zu begleiten.

Die Arbeit dieser Initiativen, von deren Mitgliedern viele an der Universität Jena studieren und lehren, ist eindrucksvoll, so Salheiser, und "ein hervorragendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement."

Weitere Informationen sind zu finden unter: www.uni-jena.de/fluechtlinge.

Kontakt:
Dr. Britta Salheiser
Internationales Büro der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 931146
E-Mail:

Meldung vom: 2016-11-29 12:00

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