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Sepsis: Forschung zu weltweiter Krankheitslast ausgezeichnet

Ärztin Carolin Fleischmann erhält Hanse-Promotionspreis für klinische Forschung in der Intensiv- und Notfallmedizin
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01.03.2017


Für ihre Promotion zur weltweiten Häufigkeit und Verteilung von Sepsisneuerkrankungen und -todesfällen wurde Dr. Carolin Fleischmann, Ärztin in Weiterbildung am Universitätsklinikum Jena (UKJ), mit dem Hanse-Promotionspreis ausgezeichnet. Dieser wird vom Wissenschaftlichen Verein zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin für hervorragende Promotionsarbeiten aus dem Bereich der Intensivmedizin oder Notfallmedizin jährlich vergeben. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro dotiert und wurde im Februar auf dem Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege in Bremen an zwei Preisträger überreicht.


Hochrechnung zu Sepsis-Krankheits- und Todesfällen weltweit

Sepsis ist die schwerste Komplikation von Infektionserkrankungen und daher eine Herausforderung für Gesundheitssysteme überall auf der Welt. In ihrer Promotionsarbeit fasste Carolin Fleischmann erstmals auf systematische Weise vorhandene Daten zur weltweiten Krankheitslast durch Sepsis zusammen und ermittelte eine Schätzung für die globale Zahl von jährlichen Sepsisneuerkrankungen und Todesfällen. Basierend auf diesen Daten muss von jährlich weltweit 31,5 Million Sepsisfällen und 19,4 Millionen Fällen von schwerer Sepsis ausgegangen werden. Mindestens 5,3 Millionen Menschen verstarben mit oder an einer Sepsis. "Da insbesondere aus Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens nur wenige Daten vorliegen, dort aber sehr viele Menschen an Infektionserkrankungen leiden, ist es wahrscheinlich, dass die Häufigkeit der Sepsis sogar noch höher ist als auf der Datengrundlage ermittelt", so die junge Ärztin, die im Zentrum für Notfallmedizin am UKJ ihre Facharztausbildung absolviert und in einem Forschungsprojekt des Center for Sepsis Control and Care (CSCC) mitarbeitet .

Sepsis auf der Agenda der World Health Assembly

Ihre Ergebnisse, die in Kooperation mit Epidemiologen und Medizinstatistikern des UKJ und Sepsisforschern aus den USA, Kanada und Griechenland entstanden und international publiziert wurden, bestätigen die Notwendigkeit globaler Strategien, um die Zahl der Sepsisfälle zu senken und die Sterblichkeitsrate zu reduzieren.  "Diese Arbeit hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die World Health Assembly, in der alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen vertreten sind, Sepsis für ihre diesjährige Jahrestagung auf die Tagesordnung gesetzt hat", betont Doktorvater Prof. Dr. Konrad Reinhart. 

Originalarbeit:
Fleischmann C, Scherag A, Adhikari NK, Hartog CS, Tsaganos T, Schlattmann P, Angus DC, Reinhart K; International Forum of Acute Care Trialists. Assessment of Global Incidence and Mortality of Hospital-treated Sepsis. Current Estimates and Limitations. Am J Respir Crit Care Med. 2016 Feb 1; 193(3):259-72.

Kontakt:
Dr. Carolin Fleischmann
Center for Sepsis Control & Care, Universitätsklinikum Jena
E-Mail:

 


Meldung vom: 2017-03-01 10:38

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