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Sachlichkeit statt Polemik

Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) stellt sich am 30. Juni vor
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27.06.2017

Das Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration - kurz KomRex - der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) lädt am 30. Juni ab 9.30 Uhr zu einer öffentlichen Veranstaltung in die Rosensäle (Fürstengraben 27) ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dabei über aktuelle Forschungsfragen informieren und mit den Wissenschaftlern in Kontakt treten. Das Zentrum bündelt die sozialwissenschaftliche Expertise der FSU zu den Themen Extremismus und Prävention und nimmt dabei explizit Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

London, Paris, Brüssel - kaum ein Tag vergeht derzeit, ohne neuen oder vereitelten Terroranschlag mit islamistischem oder fremdenfeindlichem Hintergrund. Meldungen und Meinungen dazu verbreiten sich in rasendem Tempo im Internet und in sozialen Medien. Nicht selten jedoch vermischen sich in Posts und Tweets Fakten und Falschmeldungen, werden Ereignisse einseitig dargestellt oder fehlinterpretiert und verselbstständigen sich so zu aufgeheizten Debatten. In der Folge weiche die "gefühlte" Bedrohung oftmals deutlich von einer realen Bedrohungslage ab. "Doch auch eine gefühlte Bedrohung kann die Demokratie in ernste Gefahr bringen", sagt Prof. Dr. Andreas Beelmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Wenn unsachliche Debatten oder gar Falschmeldungen den Ausgang von Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen bestimmen oder bei grundlegenden politischen Entscheidungen eine maßgebliche Rolle spielen, dann ist unsere Gesellschaftsordnung gefährdet", so der Psychologe und Direktor des Zentrums für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration - kurz KomRex.

Umso wichtiger ist es, sich mit Verantwortung und vor allem mit fundiertem Wissen in die Diskussionen einzubringen - eine Aufgabe, die das KomRex der Uni Jena immer wieder wahrnimmt. 2013 als Antwort auf die Enthüllungen über den rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gegründet, hat sich das Forschungsspektrum der Einrichtung mittlerweile erheblich erweitert. "Neben dem klassischen Themenfeld Rechtsextremismus stellen wir uns heute deutlich stärker auch Fragen von Demokratiebildung, Prävention und gesellschaftlicher Integration", erläutert KomRex-Direktor Beelmann. Dieses erweiterte wissenschaftliche Profil wollen die Forscher der Einrichtung am kommenden Freitag (30. Juni) der interessierten Öffentlichkeit vorstellen.

Festvortrag beleuchtet psychologische Aspekte bei der Wahrnehmung terroristischer Gefahren

Unter dem Motto "Wirkung durch Versachlichung" erwartet die Besucher der Veranstaltung ein abwechslungsreiches Programm, das einerseits Schlaglichter auf aktuelle Forschungsprojekte des KomRex wirft. "Andererseits wollen wir auch die Entwicklung des Zentrums von seinen Anfängen bis heute noch einmal Revue passieren lassen", kündigt Franziska Schmidtke, die Geschäftsführerin des KomRex, an. Zudem erfahren die Besucher in einem Festvortrag des renommierten Sozialpsychologen Prof. Dr. Immo Fritsche (Uni Leipzig), welche zum Teil subtilen psychologischen Prozesse bei der Wahrnehmung und Reaktion auf die terroristischen Bedrohungen der Gegenwart eine Rolle spielen. Im Anschluss an das wissenschaftliche Programm besteht die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten des KomRex in der Humboldtstraße 11 zu besichtigen und dabei mit den Forschern direkt in Kontakt zu treten.

Weitere Informationen sowie ein Link zur Veranstaltung mit dem Programm sind zu finden unter: www.komrex.uni-jena.de. Der Eintritt ist frei. Um vorherige Anmeldung per E-Mail an  wird gebeten.


Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Beelmann, Franziska Schmidtke
Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) der Universität Jena
Humboldtstraße 11, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945901, Tel.: 03641 / 931009
E-Mail: ,  

 

 

Meldung vom: 2017-06-27 08:50

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