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Stationsbetrieb mit Prüfungsstress

Erster Jahrgang hat das reformierte Curriculum des neuen Medizinstudiums komplett durchlaufen
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10.08.2017

Mit einem umfangreichen praktischen Prüfungsparcours am Ende dieses Sommersemesters schlossen die Jenaer Medizinstudierenden die als Wahlfach eingeführten Neigungslinien ab. Damit hat erstmals ein Jahrgang das reformierte Curriculum des neigungsorientierten Studiums JENOS komplett durchlaufen. Insgesamt 175 Studierende der Ambulant- und der Klinik-orientierten Linie absolvierten je zwölf Prüfungsstationen, alle mit Erfolg.


Ein schwieriges Patientengespräch führen

Konzentrierte Stille auf dem Gang im Skillslab, beim Klingeln heben zwölf Prüflinge die Abdeckung von der Aufgabenstellung und lesen sie, schon eine Minute später klingelt es wieder und für die Studierenden beginnt die eigentliche Prüfungszeit. In diesen fünf Minuten müssen sie eine Röntgenaufnahme beurteilen, das Knie eines Schauspielpatienten untersuchen, ein schwieriges Patientengespräch führen oder chirurgisches Nähen durchführen. Nach einem kurzen Feedback vom Prüfer klingelt es wieder und weiter geht es zur nächsten Station, insgesamt zwölf muss jeder Student absolvieren.

"Wir hatten 17 Stationen mit 52 Fallvarianten vorbereitet, an den sechs Tagen nahmen wir 2.100 Einzelprüfungen ab", nennt Urte Mille die Eckzahlen des Mammutprojektes. Die Leiterin des SkillsLabs im Universitätsklinikum Jena (UKJ), in dem die Studierenden ärztliche Fertigkeiten erlernen und trainieren können, konzipierte zusammen mit den Oberärztinnen Dr. Katrin Gugel und Dr. Ines Koch den Prüfungsparcours. Die 175 Studierenden, die sich in ihrem neigungsorientierten Wahlfach für die Ambulant-orientierte und für die Klinik-orientierte Linie entschieden hatten, schlossen damit das Wahlfach ab. Die Studenten der Forschung-orientierten Linie präsentierten ihre Projektarbeit.


Gezielt das ärztliche Können abgefragt

"In dieser praktischen Prüfung fragten wir gezielt das ärztliche Können ab, das den Studierenden in den Pflichtveranstaltungen vermittelt wurde und das sie in den Linien vertiefen konnten", so Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Studiendekan an der Medizinischen Fakultät. Zu den Prüfungsthemen zählten grundlegende Fertigkeiten wie das Anlegen eines Venenzugangs oder die Händedesinfektion.  Die Prüflinge sollten allgemeine und spezielle körperliche Untersuchungstechniken demonstrieren, z. B. die Leber abtasten, oder einfache Therapiemaßnahmen durchführen. Besondere Praxisnähe erhielten die Prüfungsstationen, weil die Studierenden ihr Können anhand konkreter Patientenfälle unter Beweis stellen mussten, die speziell auf die Linien zugeschnitten waren. So sollten z. B. an der Neurologie-Station die Studierenden mit Klinik-Schwerpunkt in der Notaufnahme einen Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall untersuchen, für die Studenten der ambulanten Linie stellte ein Schauspieler einen Parkinson-Patienten dar. Notfallmedizinerin Dr. Katrin Gugel: "Eingebettet in typische Situationen der ambulanten oder stationären Krankenversorgung prüften wir Kenntnisse und Fertigkeiten, die jeder Arzt haben muss."

Der Aufwand für Vorbereitung und Durchführung der Prüfung war immens. Insgesamt 16 Einrichtungen des UKJ waren an der Auswahl und Konzipierung der Prüfungsfälle beteiligt, für die 48 Prüfer gab es spezielle Schulungen im Vorfeld, ebenso für die 13 Schauspielpatienten. Das SkillsLab bot den Studierenden freie Trainingszeiten zur gezielten Vorbereitung an. Bei der unmittelbaren Vorbereitung und an den Prüfungstagen selbst waren 16 Helfer im Einsatz, um Prüfungsbögen auszudrucken, Verbrauchsmaterial zusammen- und bereitzustellen, die Studierenden einzuweisen und mit der Klingel den Zeittakt anzugeben. "Wir bedanken uns für das enorme Engagement aller Beteiligten bei dieser Prüfungspremiere", so Prof. Guntinas-Lichius.


Alle Prüflinge haben bestanden

Und die Hauptakteure? Alle Prüflinge haben bestanden, im Durchschnitt mit einer glatten Zwei. In der Evaluation unmittelbar nach der Prüfung lobten sie das Feedback, das sie an jeder Station erhielten. Vom realitätsnahen straffen Zeitplan waren sie weniger begeistert, auch wünschen sie sich mehr vorbereitende Kurse. Insgesamt halten die Studierenden einen solchen praktischen Parcours für ein geeignetes Format, um das im Wahlfach Gelernte zu überprüfen und um zu testen, wie fit sie für das letzte Studienjahr, das Praktische Jahr, sind.

Kontakt:
Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius
Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 9329301
E-Mail:

Urte Mille
SkillsLab, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 934306
E-Mail:

 

 

Meldung vom: 2017-08-10 10:20

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