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Ausgezeichneter Jenaer Islamwissenschaftler

Stefan Heidemanns Arbeiten über die Euphratmetropole ar-Raqqa von der Royal Numismatic Society prämiert
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07.02.2006

Für seine Arbeiten zu Stadtgeschichte, Geldumlauf und Münz­prägung von ar-Raqqa in der Zeit der Residenz des Kalifen Harun ar-Raschid (786-809) ist jetzt PD Dr. Stefan Heidemann ausgezeichnet worden. Der Islam­wis­senschaftler von der Universität Jena wurde mit dem renommierten Samir-Shamma-Preis 2005 für Islamische Numismatik der Royal Numismatic Society in London gewürdigt.

Der Preis für die beste Forschungsleistung auf dem Gebiet der Islamischen Nu­mismatik wurde 1991 von dem palästinensisch-saudischen Mäzen Samir Sham­­ma gestiftet. Er wird alle zwei Jahre von der Royal Numismatic Society verliehen. „Es ist eine große Ehre für mich“, freut sich Heidemann, „denn der Preis ist die bedeutendste Auszeichnung auf diesem Fachgebiet“.


Städtische Entwicklung und wirtschaftliche Bedingungen

Stefan Heidemann war als Historiker und Grabungsnumismatiker seit 1989 an der Grabung des Deutschen Archäologischen Institutes (DAI) in der Euphrat­me­­tropole ar-Raqqa beteiligt. Sein Forschungsinteresse liegt dabei im Zu­sam­men­spiel von städtischer Entwicklung und wirtschaftlichen Bedingungen in vor­mo­dernen Gesellschaften. Von 1982 bis 1993 erforschte das DAI unter der Lei­tung von Michael Meinecke das Palastareal. Während an Harun ar-Raschid in den Mär­chenerzählungen als Kalif von Bagdad erinnert wird, so brachte er doch den längsten und entscheidenden Teil seiner Herrschaft in ar-Raqqa zu. Das Pa­­last­areal umfasste etwa zehn Quadratkilometer. Von hier aus wurde ein Welt­reich von Nordafrika bis nach Zentralasien beherrscht. Heidemanns preis­ge­­krönte Ar­beiten erschienen 2003 in der von ihm und Andrea Becker im Auf­trag des DAI herausgegebenen Endpublikation der Grabung „Raqqa II – Die Is­la­mi­sche Stadt“.

Der Jenaer Islamwissenschaftler wertet darin die Fundmünzen aus ar-Raqqa als Quelle des Geld­um­laufs paradigmatisch für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt aus. Auch aus den reich mit Verwaltungsinschriften versehenen isla­mi­schen Münzen, die in der Metropole geprägt wurden, ergaben sich neue Auf­schlüsse zur politi­schen Geschichte der Hauptstadt des islamischen Reiches. Die verschiedenen Quellenarten, literarische Werke, Münzen, archäologische Befunde verband Heidemann dann zu einer wirt­schaftlichen und politischen Ge­samtschau der ge­schichtlichen Entwicklung der alten Metropole ar-Raqqa.

Kontakt:
HDoz. PD Dr. Stefan Heidemann
Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Universität Jena
Sellierstr. 6, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 944864
E-Mail:

 

Meldung vom: 2006-02-07 13:01
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